Januar

Ein Bagger verwandelt in diesen Tagen eine ehemalige Ackerfläche im Stiftungsland am Sehlendorfer Binnensee im Kreis Plön in eine wildbunte Küstenkröten-Wohngemeinschaft mit Wohlfühlfaktor. Die Wechselkröte und die Kreuzkröte profitieren in erster Linie von den derzeit laufenden Maßnahmen.

Auf der rund 4,5 Hektar großen ehemaligen Ackerfläche nordwestlich des Sehlendorfer Binnensees werden fünf bis sechs neue Amphibien-Laichgewässer eingerichtet und Drainagen im Boden entfernt, so dass das Wasser nach ausgiebigen Regenfällen länger in der Fläche bleibt. Nach Abschluss dieser ersten Baumaßnahmen säen die Vielfaltschützer*innen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein rund um Projektleiter Hauke Drews die Fläche mit einer kräuterreichen Grünlandmischung ein. Die soll spätestens im nächsten Sommer den Tisch für die heimischen Insekten wie Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge decken.

Abschließend wird die Fläche eingezäunt und es zieht noch eine hungrige Highland-Herde in die Vielfalts-WG ein. Die Robust-Rinder sorgen mit ihrem großen Appetit dafür, dass die neuen Amphibienteiche nicht gleich wieder zuwuchern und das Grünland auch langfristig nicht zu Wald wird.

Vor Beginn dieser Maßnahme haben die Froschretter*innen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein auf dem „Tivoli“ nördlich des Sehlendorfer Binnensees die bestehenden Teiche restauriert und wieder hergerichtet. „Wir haben hier vor gut 15 Jahren angefangen die Lieblings-Lebensräume von Wechselkröte und Kreuzkröte wiederherzustellen, aber mittlerweile waren viele der damals neu angelegten Teiche ganz schön in die Jahre gekommen und mussten wieder aufgehübscht werden“, erläutert Drews die Arbeiten. Die zu hoch gewachsene Vegetation haben sie entfernt, Teiche und Tümpel vergrößert oder vertieft. Mit dem ausgebuddelten Sand haben sie dann neue Dünen geschaffen.

„Die Wechselkröten und Kreuzkröten haben ihren natürlichen Lebensraum an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins. Sie nutzen natürliche Senken der Salzwiesen als Laichgewässer und leben den Sommer über am Strand und in den dahinter liegenden Dünen“, sagt der Maßnahmen-Manager und Projektleiter. Durch den Deichbau und die Entwässerung seien in den vergangenen 100 Jahren viele Vorkommen verschwunden und 90% ihrer Küstenlebensräume zerstört worden, erläutert Drews weiter.

Das „LIFE Clima Bombina“-Projekt ist ein dänisches Naturschutzprojekt, in dem die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ein wichtiger Partner ist. LIFE ist ein Programm der EU zur Förderung von Umwelt-und Klimapolitik. Mit dem Projekt sollen Arten- und Lebensräume gesichert werden, die vom Meeresspiegelanstieg gefährdet sind. Im Stiftungsland am Sehlendorfer Binnensee wurden überflutungssichere Laichgewässer für die beiden Küstenkröten geschaffen.

Das Finanzvolumen des Projekts beläuft sich auf rund 5,1 Mio €.

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Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hat heute (19. Januar) die Aussaat einer ganz besonderen Pflanze – den Klappertopf – durch den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) am Rastorfer Kreuz begleitet. Damit beteiligt sich die Straßenbauverwaltung gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein an einem Pilotprojekt zur Förderung der biologischen Vielfalt im Land. Für Madsen ein Herzensprojekt: „Der Klappertopf hat nicht nur einen witzigen Namen, sondern tut unheimlich viel für die heimische Biodiversität. Deshalb freue ich mich sehr, heute mit unseren LBV.SH-Azubis die Pflanze einmal selbst auszusäen.“

Hintergrund: Gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat der LBV.SH in den vergangenen drei Jahren zahlreiche Grünstreifen entlang aller Straßenkategorien in Schleswig-Holstein. Vom Feldweg über Dorf- und Landesstraße bis hin zur Bundesstraße und Autobahn in blütenbunte Insektenparadiese verwandelt. LBV.SH-Vizedirektor Frank Quirmbach: „Der Klappertopf sorgt dafür, dass sich im Straßenbegleitgrün mehr Kräuter, Gräser und Wildblumen ansiedeln können. Das heißt: Mit dieser Aussaat engagieren wir uns für die heimischen Insekten, Hummeln und Bienen, die dann an den Blühpflanzen mehr Nahrungsquellen neben unseren Straßen finden werden“. Die Umweltexperten des Landesbetriebs hätten das Konzept zur Steigerung der Biologischen Vielfalt mit der Stiftung weiterentwickelt und die Nachwuchskräfte gut geschult.

Im vergangenen Jahr haben die 22 Straßenmeistereien des LBV.SH auf einer Gesamtfläche von rund 100 Hektar – das entspricht in etwa 500 Kilometern Straßenrand – die Samen der gelb-blühenden heimischen Wildpflanze ausgebracht und damit viele wertvolle „Insekten-Tankstellen“ geschaffen. Das Klappertopf-Projekt verbindet damit auf beispielhafte Weise Ökologie und Verkehr. „Ein Projekt mit bundesweiter Strahlkraft: Wir verwandeln die Straßenränder Stück für Stück in bunte Biotope. Dabei dürfen wir das riesige Potenzial der Straßenbegleitgrünflächen nicht unterschätzen, sie haben zusammen genommen in etwa die Flächengröße aller Naturschutzgebiete in Schleswig-Holstein“, so Ojowski.

Das Projekt
Die Samen der heimischen Wildpflanze werden in einem ersten Schritt an den meist gräserdominierten Straßenrändern sowie Begleitflächen wie Parkplätzen oder Lärmschutzwällen durch den LBV.SH ausgebracht. Dort keimt die Saat, die Klappertopfwurzeln wachsen in die Wurzeln benachbarter Gräser hinein und zapfen unterirdisch Wasser und Nährstoffe ab, so dass die Gräser schwächer werden und sich ihr Wachstum verlangsamt. Das schafft Platz für andere Wildkräuter und es muss weniger gemäht werden. Das gemeinsame Naturschutz-Projekt von Stiftung, dem LBV.SH und der Christian-Albrechts Universität zu Kiel hat ein Volumen von rund 1,5 Millionen Euro und wird vom Bundesamt für Naturschutz gefördert.

Ein doppelter Gewinn, denn das wiederum freut Insekten und Straßenbauverwaltung gleichermaßen. Darüber hinaus sind Klappertopfblüten ein sehr beliebter Anflugs-Punkt für Wildbienen, Hummeln und viele andere Insekten. Damit das so bleibt, darf auf Klappertopfflächen allerdings bis zu seiner Samenreife – ab Ende Juli – keine Mahd stattfinden. Eine frühere Mahd wäre nicht nur für den Klappertopf, sondern auch für viele weitere Arten schädlich.

Extra-Workshop für Insektenschutz
Bereits im vergangenen Jahr hatte sich dreißig Straßenwärterinnen- und Straßenwärter-Nachwuchs in einem speziell konzipierten Workshop auf die insektenfreundliche Pflege vorbereitet. Das Straßenbetriebsdienstpersonal und insbesondere die Auszubildenden des LBV.SH wurden dabei über die neue Mäh-Praxis weitergebildet. Nun werden in 2023 rund 250 Kilogramm Klappertopf in ganz Schleswig-Holstein zwischen List und Lauenburg und von Meldorf bis Fehmarn ausgesät. Damit soll Stück für Stück die insektenfreundliche Strategie an den Grünflächen und Straßenrändern der vom LBV.SH betreuten 7.600 Straßenkilometer in Schleswig-Holstein umgesetzt werden.

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Eine gute Nachricht gleich zu Beginn des neuen Jahres: Insektenexperte Lennart Bendixen hat eine neue Schlupfwespen-Art entdeckt und beschrieben – und das in Schleswig-Holstein! Diese Meldung ist wie ein Hoffnungsschimmer am sonst eher trüben Insekten-Himmel – häuften sich doch zuletzt eher die Berichte um das dramatische Sterben dieser ökologisch so wichtigen Lebewesen.

Der Insektenkundler und Partner im Verbundprojekt „Blütenbunt-Insektenreich“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein war auf diese neue Art bereits vor über zwei Jahren, im Mai 2020, aufmerksam geworden. Damals war er in seinem wildbunten Garten auf eine ihm unbekannte Spezies gestoßen: in der „Paradies“-Straße in einem kleinen Ort namens Mohrkirch im Herzen Angelns. Das Exemplar saß auf einem Blatt des Feldahorns. „Es grenzt fast an ein Wunder, dass diese auffällig gefärbte Art nicht schon viel früher entdeckt wurde“, meint Bendixen und vermutet, „dass sie stark spezialisiert ist, und einfach noch kein Schlupfwespenspezialist zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.“

Schlupfwespen ernähren sich parasitisch von anderen Insekten und sind somit wichtige Gegenspieler von Raupen, Käfern und anderen pflanzenfressenden Sechsbeinern in unserem Ökosystem.
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Im Gegensatz zu den meisten anderen Schlupfwespenarten, die überwiegend schwarz und  rot gefärbt sind, ist diese bisher unbekannte Wespenart mit ihrer gelb-orangenen Färbung ungewöhnlich hell. Eine mögliche Erklärung für die helle Färbung hat Bendixen auch: „Wenn sich im Frühling die Knospen des Ahorns öffnen, fallen ihre Wintermäntel, die sogenannten Knospenschuppen, zu Boden. Diese fahlen Pflanzenteilchen liegen dann in großer Zahl unter dem Baum. Je ähnlicher ein Insekt den Pflanzenteilen ist, desto weniger wird es von einem Vogel gefressen.“ Dieses Prinzip nennt sich in der Insektenwelt Mimese und ist auch von anderen Arten bekannt. Einige Raupen zum Beispiel sehen aus wie Äste und entgehen dadurch ihren Fressfeinden.

Nach dem kleinen Sensationsfund im Frühjahr 2020 stand schnell fest, dass es sich um eine absolut unbekannte, noch nicht beschriebene Art handelt. Gute zweieinhalb Jahre hat der umfangreiche Prüfprozess gedauert, bis nun die Beschreibung der neuen Art veröffentlicht wurde: Campodorus paradiesensis, benannt nach der Straße, in der Bendixen die Wespe entdeckt hat. Schlupfwespen haben in der Regel keine deutschen Namen, wenn Bendixen ihr einen geben müsste, wäre es wohl „Feldahornblattwespenschlupfwespe“. Wie die allermeisten Wespenarten ist das kleine Insekt für Menschen vollkommen harmlos. Die Weibchen besitzen zwar einen Legestachel, könnten mit diesem aber selbst bei ernsthafter Bedrohung nicht die menschliche Haut durchdringen.

Die Erstbeschreibung dieser für die Wissenschaft neuen Art ist in den FaunistischÖkologischen Mitteilungen erschienen, dem Fachblatt der in der FÖAG e.V. zusammengeschlossenen Tierexperten Schleswig-Holsteins.

Kostenfreier Download unter https://macau.uni-kiel.de/receive/macau_mods_00003324

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Dezember

Ein Draußen-Date auf den wilden Winterweiden

Die Temperaturen fallen, der Frost greift um sich und die Schneeflocken tanzen mit etwas Glück überall durchs Stiftungsland. Auch Winterzeit ist Wanderzeit! Höchste Zeit also ins Winterwonder-Stiftungsland zu stapfen. Kommen Sie mit uns auf die wilden Winter-Weiden, kommen Sie mit uns zu einer der drei zauberhaften Winterwanderungen durchs Stiftungsland.

Winterwanderung Stiftungsland Kiel-Hammer am 15. Januar 2023 um 11 Uhr

Galloways und Exmoor-Ponies lieben ein Leben ohne Stall – sogar im Winter!
Egal ob es windet, stürmt oder schneit, die Galloways und Exmoor-Ponies sind auch im Winter im Stiftungsland Hammer, direkt vor den Toren Kiels, unermüdlich für den Naturschutz im Einsatz – sprich: sie fressen! Das schleswig-holsteinische Schmuddelwedda sind sie gewohnt. In ihrer Heimat auf den britischen Inseln ist es ähnlich: klirrende Kälte und eine dichte Schneedecke machen ihnen also nichts aus! Für den wärmenden Wintermantel hat Mutter Natur mit einem dichten Fell gesorgt. Ein Stall wäre also nur überflüssiger Luxus. Hinzu kommt noch, dass die Wohlfühl-Temperaturen der Vierbeiner in etwa 15 Grad unter denen der zweibeinigen Schleswig-Holsteiner*innen liegen.

Lisa Bönke, zuständige Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und Tierhalterin Nele Andresen vom Verein Weidelandschaften e.V. erklären den Wander*innen den Sinn und Zweck der Weidelandschaft mit ihren vierbeinigen Landschaftspflegern. Eine Winterwanderung für die ganze Familie!

Los geht’s am Sonntag, 15. Januar 2023 um 11 Uhr über die wilde Weide der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in Kiel-Hammer.

Der Treffpunkt wird bei Anmeldung (bis Donnerstag, 12.01.23 um 18 Uhr) unter www.stiftungsland.de/winterwanderungen mitgeteilt.

Wetterfeste Kleidung und Schuhwerk nicht vergessen!

Da die Tour über die Weide geht, können Hunde leider nicht mitgenommen werden.

Winterwanderung Stiftungsland Schäferhaus am 12. Februar 2023 um 10 Uhr

Eisiger Wind, schneeverwehte Wiesen und Weiden soweit das Auge reicht und trotzdem stellt sich bei den meisten Besuchern beim Betreten dieser einzigartigen Kulisse sofort das „Jenseits von Afrika“-Gefühl ein. Das kann nur das Stiftungsland Schäferhaus. Der ehemalige Flugplatz im Kreis Schleswig-Flensburg gehört zu den schönsten Natur-Oasen in ganz Schleswig-Holstein. Und zwar zu jeder Jahreszeit.

Miriam Kimmel, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein nimmt sie gemeinsam mit Gerd Kämmer, Pächter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und geschäftsführender Vorstand des Rinderbetriebs und Biolandhofes „Bunde Wischen eG mit und bringt sie dort draußen im ‚Nirgendwo‘ mit den robusten Rindern und Wildpferden zusammen.

Am Sonntag, 12. Februar 2023 um 10 Uhr lädt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zu einem zweistündigen Winterspaziergang auf die Wilden Weiden im Stiftungsland Schäferhaus ein.

Der Treffpunkt wird bei Anmeldung (bis Donnerstag, 09.02.2023 um 18 Uhr) unter www.stiftungsland.de/winterwanderungen mitgeteilt. Wetterfeste Kleidung und Schuhwerk nicht vergessen!

Da die Tour direkt über die Wilde Weide geht, können Hunde leider nicht mitgenommen werden.

Winterwanderung Stiftungsland Stodthagen am 12. März 2023 um 11 Uhr


Ohne Fell, ohne Mantel, ohne Stall – Wildpferde und Robust-Rinder trotzen den Temperaturen auf den Weiden

Wo früher Raps- und Getreidefelder am Rande des märchenhaften „Ur“-Waldes wuchsen, breiten sich heute weitläufige Weideflächen mit vielen Tümpeln, Teichen und feuchten Sumpfbereichen aus – im Frühling ein Paradies für Rast- und Brutvögel, ebenso wie für Laubfrösche und Rotbauchunken. Aber auch gefährdete Pflanzenarten wie das Flügel-Johanniskraut und die Kuckucks-Lichtnelke fühlen sich dort wohl. Damit dieses vielfältige Paradies nicht zuwächst, weiden hier unsere vierbeinigen Landschaftspfleger: Galloways und Exmoor-Ponys – und zwar das ganze Jahr über.

Warum das auch im Winter Sinn macht und warum vor allem die Tiere sich auch bei Wind und Wetter draußen pudelwohl fühlen, erzählen Ihnen Theresa Conradi, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und Nele Andresen, vom Verein Weidelandschaften e.V.

Am Sonntag, 12. März 2023 um 11 Uhr lädt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zu einem zweistündigen Winterspaziergang auf die Wilden Weiden am Stodthagener Wald ein.

Der Treffpunkt wird bei Anmeldung (bis Donnerstag, 09.03.2023 um 18 Uhr) unter www.stiftungsland.de/winterwanderungen mitgeteilt. Wetterfeste Kleidung und Schuhwerk nicht vergessen!

Da die Tour direkt über die Wilde Weide geht, können Hunde leider nicht mitgenommen werden.

Die Pressemitteilung finden Sie hier zum Download.

Wir schnallen in diesen Tagen den Mantel enger um die Hüften, ziehen die Mütze tiefer insGesicht und wählen die dicken Boots. Ganz anders die Robustrinder und Wildpferde auf denWinterweiden der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein: Sie kommen ganz ohne Mantel,ohne Stall und meist auch ohne Extra-Futter durch diese kalte Jahreszeit. Dennoch betontMiriam Kimmel aus dem Leitungsteam des Flächenmanagements der Stiftung NaturschutzSchleswig-Holstein noch einmal: „Das Tierwohl steht für uns immer an erster Stelle!“ Undweist darauf hin, dass bei besonderen Witterungsextremen die Weidetiere durch die Pächter*innen und Tierhalter*innen besonders eng betreut werden. Nur so könne man sicherstellen,dass es den Highlands, Galloways und Wildpferden auf den Winterweiden im Stiftungslandgut gehe, ergänzt sie.

Vor allem vereiste Schneedecken können dazu führen, dass die Weidetiere nicht ausreichendFutter finden. Dann muss nach Rücksprache mit den zuständigen Flächenmanager*innen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zugefüttert werden. Sind die Gewässer,die im Normalfall als Tränken dienen, zugefroren und können für die Tiere nicht mehrzugänglich gemacht werden, stellen die Verantwortlichen Tränken bereit.

„Gefährlich wird es für die Huftiere im Winter meist erst dann“, warnt Gerd Kämmer, Geschäftsführervon Bunde Wischen eG und einer der größten Pächter der Stiftung NaturschutzSchleswig-Holstein eindringlich, „wenn überbesorgte Spaziergänger*innen und Tierliebhaber*innen mit vermeintlichen Leckerlis wie Grünschnitt oder Brotresten vorbeikommen.“Rinder und Pferde seien Gewohnheitstiere, und ungewohntes Futter führe fast immerzu Verdauungsproblemen. Hochgiftig sei Heckenschnitt wie Kirschlorbeer, Lebensbaumoder Eibe.

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November

Überall in Schleswig-Holstein werden trockengelegte Moore für den Klimaschutz wiedervernässt. Damit ist Schleswig-Holstein Vorreiter in Deutschland und Vorbild für die Moorschutzstrategie des Bundes.

Ministerpräsident Daniel Günther, Schirmherr der Nachhaltigkeits-Initiative des Gewinnsparvereins, freut sich gemeinsam mit Sandra Redmann von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und mit Bent Nicolaisen von den Volksbanken Raiffeisenbanken über die Fortschritte und besucht die Moorbaustelle im Herrenmoor, Kreis Steinburg.

Hier stellt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in mehreren Bauabschnitten auf insgesamt 260 Hektar den natürlichen Wasserstand wieder her. Durch die Vernässung des Moores werden zukünftig jedes Jahr ca. 2.600 Tonnen Treibhausgase eingespart.

Möglich wird diese Moorrenaturierung durch Mittel aus dem Landesprogramm „Biologischer Klimaschutz“ und durch gesellschaftliches Engagement, wie der Spenden-Aktion des Gewinnsparvereins. Mit ihrer Initiative „Nachhaltigkeit im Norden“ haben die schleswig-holsteinischen Volksbanken und Raiffeisenbanken in diesem Jahr Umweltund Klimaschutzprojekte mit Spendengeldern in Höhe von über 500.000 Euro unterstützt. Vereine, Schulen, Kindergärten und andere Institutionen konnten sich online um eine Förderung bewerben. Insgesamt wurden und werden mehr als 180 Projekte in allen Teilen des Landes unterstützt. Eines der größten ist die Wiedervernässung von Mooren durch die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, in das in diesem Jahr 50.000 Euro fließen.

Fast 90 Prozent der Moore in Deutschland sind künstlich entwässert, um die Flächen landwirtschaftlich zu nutzen. Trockengelegte Moorböden stoßen aber große Mengen CO2 aus. In Schleswig-Holstein sogar 12 Prozent der gesamten Treibhausgas-Emission, Die Lösung: Das Wasser muss zurück in die Moore. Deshalb stellt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in Mooren überall im Land den natürlichen Wasserstand wieder her. Das stoppt die CO2-Emissionen. Intakte Moore, in denen Torfmoose wieder wachsen, entziehen der Atmosphäre sogar aktiv CO2 und speichern es in organischer Pflanzenmasse. Damit ist Schleswig-Holstein Vorreiter in Deutschland und nach Windkraft und Wasserstoff erneut Pionier bei einem Klimaschutz-Thema.

Bis in einem Moor das Wasser wieder auf einem klimaschonenden Pegel steht, ist viel Arbeit und Geld nötig. Gut, dass alle gesellschaftlichen Gruppen an einem Strang ziehen – von der Landesregierung über Kommunen, Unternehmen und Organisationen bis zu privaten Spender*innen.

Zitate

Daniel Günther, Ministerpräsiden Schleswig-Holstein und Schirmherr der Initiative „500.000 Euro für nachhaltige Projekte im Norden“:
„Schleswig-Holstein gehört zu den moorreichsten Bundesländern und auf unserem Weg zur Klimaneutralität ist dies ein wichtiger Faktor. Durch die Wiedervernässung und Renaturierung von Moorböden schaffen wir nicht nur einen beachtlichen CO2-Speicher, sondern sichern zugleich Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Ich bin der Stiftung Naturschutz und den Volks- und Raiffeisenbanken sehr dankbar für diese Nachhaltigkeits-Initiative. Sie leisten gemeinsam einen wichtigen Beitrag gegen den Klimawandel und für die Artenvielfalt in unserem Land und zeigen auch hier im Herrenmoor eindrucksvoll, wie biologischer Klimaschutz in Schleswig-Holstein gelebt wird.“

Sandra Redmann, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein:
„Wir haben bei der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein die praktische Erfahrung und die richtigen Leute für die Wiedervernässung der Moore. Mit der Unterstützung der Politik und privatem Engagement, wie dem des Gewinnsparvereins, können wir die Generationenaufgabe, Moorböden schnellstmöglich wieder nass zu bekommen, schaffen. Jede Tonne CO2, die nicht mehr aus dem Moorboden kommt, ist ein direkter Beitrag zum Klimaschutz. Jeder Hektar intaktes Moor hilft, die Artenvielfalt bei uns in Schleswig-Holstein zu erhalten.“

Bent Nicolaisen, Vorstandsvorsitzender des Gewinnsparvereins der Volksbanken und Raiffeisenbanken:
„Die VR-Banken wollen mit ihrer Nachhaltigkeits-Initiative das Engagement von Vereinen und Institutionen anregen und mit der Vergabe von Spendenmitteln belohnen. Unser Gewinnsparen hat die Initiative möglich gemacht. Unter dem Motto ‚Gewinnen, Sparen, Helfen‘ haben wir bis heute, dank der Unterstützung unserer Gewinnsparer, über 500.000 Euro an nachhaltige Projekte vergeben können, und dabei soll der Klima- und Umweltschutz auch künftig eine besonders wichtige Rolle spielen. Eine der größten Einzelspenden der über 180 eingereichten Anfragen des Projektjahrs der Nachhaltigkeit vergaben unsere VR-Banken an die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein für die Renaturierung von Mooren. Die Stiftung bemüht sich speziell um die Vernässung umfangreicher Flächen zur Bindung von Kohlenstoff. So auch hier im Herrenmoor. Dafür haben die VR-Banken bereits Förderungen in Höhe von 50.000 Euro bereitgestellt.

Weitere Informationen


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Oktober

Sie ist die Perle unter den Stiftungsländer, wichtiger Rückzugsort für viele seltene und bedrohte Tiere und Pflanzen, das Zuhause von glücklich-grasenden Galloways und Koniks und eines der beliebtesten Ausflugsziele für Naturliebhaber*innen im Norden von Schleswig-Holstein: die Geltinger Birk nordöstlich von Gelting am Ausgang der Flensburger Förde.

In diesen Tagen rückt dort allerdings schweres Gerät an: Lastwagen, Bagger und Rüttelmaschinen sorgen dafür, dass der östliche Wanderweg zwischen Birk Nack und Falshöft wieder hergestellt wird. „In einem ersten Schritt wird das alte Wegematerial glatt gezogen und teilweise auch abgetragen, dann wird der Weg ausgebessert und neuaufgebaut, so dass die Schlaglöcher verschwinden und der Weg wieder gut begeh- und befahrbar wird“, erklärt Miriam Kimmel, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

Zudem werden zwei Komposttoiletten im Gebiet aufgestellt, so dass zwischen den Toiletten-Optionen an der NABU Hütte und der öffentlichen Toilette an der Integrierten Station Geltinger Birk – dazwischen liegen je nach Wanderroute immerhin sechs oder viereinhalb Kilometer – demnächst zwei weitere Toilettenoptionen bestehen.

Durchgeführt werden die Arbeiten, die etwa vier Wochen dauern, vom Amt Geltinger Bucht. Wegsperrungen wird es während der Baustellen-Phase nicht geben!

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Sie ist daumengroß, hat runde braune Knopfaugen und schlägt sich gerade noch ihr kleines Bäuchlein für den anstehenden Winterschlaf voll: die Haselmaus (Muscardinus avellanarius). Vielfaltschützer Björn Schulz entdeckte in diesen Tagen gleich drei knuffige Kerlchen in den Ästen einer Schwarzerle im Stiftungsland an der Trave im Kreis Segeberg, nur einen Steinwurf vom Atzewald im Stiftungsland Neversdorf entfernt.

In den vergangenen zehn Jahren haben die Vielfaltschützer*innen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gemeinsam mit der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein etwa zweieinhalb Hektar Wald für die Haselmaus optimiert, indem sie dort die nicht-heimischen Fichten und Kiefern durch heimische Bäume wie Stieleiche, Feldahorn, Winterlinde, Holunder und viele Andere ersetzten.

Auch der Atze-Wald – mit rund 10.000 Bäumchen – ganz in der Nähe gehört demnächst sicher zu den haselmausfreundlichen Wohlfühl-Wäldchen für die nachtaktiven Minis. Die Vielfaltschützer*innen haben überdies einen halben Kilometer Knick gepflanzt. Ein weiteres perfektes Plätzchen für die kleinen Bilche, die aussehen wie Mäuse, aber mit dem Siebenschläfer verwandt sind.

Die im norddeutschen Tiefland weitgehend ausgestorbene Haselmaus liebt vielfältige Wälder, und dicht gewachsene Knicks und Gebüsche, darin können sie sich bestens verstecken und tagüber schlummern, bevor sie dann in der Dunkelheit das Turnen, Klettern und Fressen anfangen. Bis Ende Oktober brauchen die Leckermäulchen extrem abwechslungsreiche Nahrung aus Blüten, Früchten, Samen und Insekten. Ohne Vielfalt im Gebüsch können sie nicht überleben.

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Im Februar diesen Jahres fegten gleich drei heftige Winterstürme über Schleswig-Holstein hinweg. „Zeynep“, „Ylenia“ und „Antonia“ richteten überall im Land schwere Schäden an. Mit am heftigsten betroffen von den wütenden Winden war das Stiftungsland Wentorfer Lohe vor den Toren Hamburgs im Kreis Herzogtum-Lauenburg. „Wir haben im Februar mit den Aufräumarbeiten begonnen, sind aber aufgrund des Umfangs, der Schwere der Schäden, der andauernden Regenfälle und der Beginn der Brutzeit seltener Vogelarten nicht fertig geworden“, erklärt Martin Schnipkoweit, Förster von silvaconcept, der als Dienstleister der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein dort im Einsatz ist.

Deshalb werden die Arbeiten ab dem kommenden Dienstag, 4. Oktober 2022 fortgesetzt. Das Holz soll nun von den stark betroffenen Flächen geräumt werden, um so Platz für heimische Laubbäume wie Buche und Stieleiche zu schaffen. „Auf manchen Flächen wird das Sturmholz allerdings langfristig liegen gelassen, um totholzliebenden Käfern und Pilzen einen neuen Lebensraum zu schaffen“, erklärt Schnipkoweit. Das passiere allerdings nur dort, wo das Sturmholz schon aus heimischen Laubbaum-Arten bestehe und der Nachwuchs gesichert sei.

Auch werden in den kommenden vier Wochen kurzfristig immer mal Wege im Stiftungsland Wentorfer Lohe gesperrt, das betrifft auch das Nadelöhr beim Amelungsbach-Durchlass, ergänzt Schnipkoweit.

Außerdem bittet er alle potenziellen Besucher*innen des Stiftungslands Wentorfer Lohe eine großen Abstand – mindestens zwei Baumlängen, also in etwa 60 Meter – zu halten und die gesperrten Bereiche zu meiden.

Das Stiftungsland Wentorfer Lohe im Kreis Herzogtum-Lauenburg ist etwa 240 Hektar groß, etwa 140 Hektar davon sind Wald.

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September

Es liegen noch die Spuren der Nacht über dem Moor. Der Nebel hüllt diesen wundervollen Wohlfühlort – das Stiftungsland Dellstedter Birkwildmoor – ein wie ein kuscheliges Kissen. Kein Wunder also, dass die Kraniche sich dieses wundervolle Fleckchen Erde unseres Küstenlandes für ihre Rast ausgesucht haben. Hier ruhen und fressen sie einige Tage, bevor sie dann in nahezu perfekter V-Formation mit ihren lauten Trompetenrufen die weite Reise in Richtung Süden antreten. Und: in diesem besonderen Fall wurden die grauen Gäste – auch „Vögel des Glücks“ genannt – gleich ganz freundlich und zugleich zurückhaltend von einem einsamen Reh begrüßt.

Das Stiftungsland Dellstedter Birkwildmoor nordöstlich von Tellingstedt im Kreis Dithmarschen ist ein wichtiger Rückzugsort und ein wunderschönes Naturidyll für viele seltene Pflanzen und Tiere, wie beispielsweise das Braunkehlchen, die Rohrammern und Schafstelzen. Aber auch die fruchtenden Wollgraswiesen im Frühjahr sind eine Augenweide mit absolutem Seltenheitswert.

Alljährlich suchen auch die Kraniche diese nassen Naturoase auf, um dort ungestört zu rasten und sich auf den Weiterflug in die warmen Überwinterungsgebiete vorzubereiten. Die majestätischen Vögel wurden hier in der vergangenen Woche von Vielfaltschützer Marcus Meißner entdeckt und fotografiert.

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Die Saison der Moor-Baustellen ist angelaufen

Wer mit wachsamen Augen durch Schleswig-Holstein fährt oder neben einem Moor wohnt kann es jetzt sehen: Das Baggerballett tanzt wieder! Die großen Spezial-Bagger mit den extra breiten Ketten werden auf Tiefladern in die trockengelegten Moore gebracht, in denen sie aufeinander abgestimmt Bodenmaterial schaufeln, um daraus wieder ein intaktes, funktionierendes Feuchtgebiet zu bauen. Als Zweier- oder Dreierteam ziehen sie Drainagen aus dem Boden, verfüllen Gräben und bauen Wälle aus Torf. Die zuvor künstlich entwässerten Moore werden wieder so hergerichtet, dass das Wasser nicht mehr abgeleitet wird, sondern im Moor bleibt.

Im bisher stark entwässerten Grotmoor der Gemeinde Heidmoor ist nun die erste Moor-Baustelle der Saison in vollem Gange. Diese ist ein gemeinsames Projekt der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Unterstützt wird das Moorschutzprojekt außerdem von der Gemeinde Heidmoor. Auf rund 73 Hektar verwandeln hier die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gemeinsam mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten eine seit 200 Jahren trockengelegte Fläche wieder in ein intaktes Moor.

Seit Mitte August sind die Bagger dabei, 6.400 Meter Wall, 9 Überläufe und 3 Holzspundwände zu errichten sowie an 46 Stellen die Gräben anzustauen, um das Wasser auf der Fläche zu halten. Denn nur nasse Moore können als CO2-Speicher und später sogar als CO2-Senke enorm zum Klimaschutz beitragen.

Diese Bauarbeiten können immer nur von August bis Februar durchgeführt werden, die übrige Zeit stehen die Bagger still und es herrscht Ruhe im Moor, damit Vögel nicht beim Brüten und Rasten oder Amphibien beim Laichen gestört werden. Jetzt aber herrscht wieder Hochbetrieb auf den aktuellen Projektflächen und die Moor-Vernässer*innen haben alle Hände voll zu tun, bis Februar so viele Hektar Moor wie möglich zu renaturieren.

Immer mehr Moore in Schleswig-Holstein werden zu Klimamooren umgebaut

Seit die Landesregierung von Schleswig-Holstein im Jahr 2020 das Programm Biologischer Klimaschutz ins Leben gerufen hat, werden immer mehr entwässerte Moore im Land erst zu Baustellen und dann zu Klimamooren. Dafür müssen sie wieder nass bis zur Bodenkante sein, ihrem natürlichen Zustand. Das Ziel ist, bis 2030 weitere 20.000 Hektar trockene Moorböden wiederzuvernässen und damit insgesamt 700.000 Tonnen Treibhausgase pro Jahr einzusparen. Ungefähr so viel wie alle Bürger*innen von Flensburg ausstoßen.
Denn trockene Moorböden sind echte Klimakiller. Sie stoßen alleine in Schleswig-Holstein jedes Jahr 2,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente aus. Macht man sie aber wieder nass, stoppen die Emissionen und nach einiger Zeit kann das Moor sogar wieder anfangen zu wachsen und aktiv CO2 aus der Atmosphäre speichern. Das Moor wird zum echten Klimastar.

Auf die Moorböden als Kohlenstoffspeicher kommt es weltweit an, wenn der Klimawandel begrenzt werden soll. Schleswig-Holstein ist eine der moorreichsten Gegenden in Deutschland, eine riesige Chance und zugleich eine große Verantwortung. Bis die Moore im Land ihre Aufgabe als CO2-Senken wahrnehmen können, gibt es noch viel zu tun, sind doch heute ca. 90 % der Moorböden entwässert um sie zu nutzen. Aus trockengelegten, degradierten Moorflächen solche Klimamoore zu bauen, ist die Aufgabe der Moorvernässer*innen in Schleswig-Holstein. Und das geht so:

Vom Klimakiller zum Klimaschützer in 4 Schritten

1. Flächensicherung
Bevor ein Moor wiedervernässt werden kann, muss eine größere Flächeneinheit zusammenkommen. Doch die Eigentumsverhältnisse sind gerade in Mooren, in denen früher oft jede Familie des Ortes eine Parzelle zum Torfstechen hatte, meist sehr kleinteilig. Damit sie eine für die Vernässung geeignete Moor-Einheit zusammenbekommt, kauft die Stiftung Naturschutz Flächen oder sichert sich die Vernässungsrechte von den Eigentümer*innen über das neue Vergütungs-Instrument der Klimapunkte (mehr dazu unter www.stiftungsland.de/klimapunkte).

2. Planung
Weil jedes Moor anders ist, muss auch für jedes Moor die Vernässung individuell geplant werden. Dafür analysieren die Expert*innen die hydrologischen Gegebenheiten im Gebiet und in der Umgebung, betrachten Topographie und Höhenunterschiede und kartieren schützenswerte Tier- und Pflanzenarten. Dabei wird die Vernässung so geplant, dass sie umliegende Flächen nicht beeinflusst.

3. Baumaßnahmen
Dann rücken die Bagger an und bauen die Fläche wieder zu einem funktionierendem Feuchtgebiet um. Dafür wird zuerst die künstliche Entwässerungs-Infrastruktur aus Drainagen, Grüppen und Gräben zurückgebaut. Um das Regenwasser auf der Fläche zu halten werden im Hochmoor oft noch Wälle aus vorhandenem Torf rund um das Gebiet gebaut. Dabei sorgen Laserscan-Geräten dafür, dass die Baggerfahrer die Wälle genau auf die geplante Höhe bringen. Die Baumaßnahmen auf weichem, schwankendem Untergrund und das Modellieren von Verwallungen mit den riesigen Geräten ist eine echte Kunst, die nicht viele beherrschen. Hier ist Schleswig-Holstein führend in Deutschland.

4. Nachsorge
Ist die Fläche renaturiert und die Bagger abgezogen, kommt durch Regen, Grundwasser, Quellen und Flüsse das Wasser zurück ins Moor. Mit dem Wasser kommen auch langsam die typischen, stark an den Lebensraum angepassten Tier- und Pflanzenarten zurück. Schon nach einem Jahr ist von der Baustelle und dem nackten, schwarzem Torf kaum noch etwas zu sehen und die Vegetation hat das Moor zurückerobert. Die Moorvernässer*innen übergeben damit den Staffelstab an die Kolleg*innen, die sich um die Nachsorge kümmern. In einem regelmäßigen Monitoring wird betrachtet, welche Arten sich wieder ansiedeln und ob sich der Wasserstand wie geplant entwickelt. Wenn nötig, werden in den folgenden Jahren Reparaturen an den Dämmen oder kleinere Anpassungen im Wassermanagement vorgenommen.

Die Projektpartner zur Vernässung des Grotmoors bei Lentföhrden


Projektleiter Janis Ahrens, Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein

„Das Grotmoor war bisher stark entwässert und als Grünland genutzt. Der erste Abschnitt, den wir jetzt umbauen, stößt im trockenen Zustand jedes Jahr gut 1.100 Tonnen CO2-Äquivalente aus. Gemeinsam mit unserem Partner, den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, denen ein Großteil der Fläche gehört, werden wir das ändern. Mit 6.400 Metern Wall, 9 Überläufen, 3 Holzspundwänden, 31 Grabenstauen und 15 Grabenschwellen sorgen wir dafür, dass zukünftig das Wasser wieder im Moor bleibt. Dann steht der Torfboden wieder im Wasser und die Treibhausgas-Emissionen stoppen. Gleichzeitig schaffen wir einen Lebensraum für Moorfrösche, Kreuzottern, Rotwild, Kraniche und viele mehr.

Zitat Ulrik Steffen, Moorschutzexperte der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten
„Das Grotmoorprojekt ist eines der größten der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF), und so ist dieses Moorschutzprojekt auch ein ganz Besonderes! Ich freue mich,

dass wir gemeinschaftlich mit der Stiftung Naturschutz dieses große Projekt umsetzen können und damit einen starken Beitrag für mehr Klimaschutz und mehr Biodiversität in Schleswig-Holstein leisten. Die SHLF profitieren von den Erfahrungen aus dem Grotmoor und können damit und auf Grundlage anderer, bereits umgesetzter Projekte noch mehr Know-how in ihr weiteres Moorschutzengagement einbringen.“

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Quirlig-bunt und wild und vielfältig soll es im Stiftungsland Vaalermoor nordwestlich von Itzehoe wieder werden. Deshalb rücken in diesen Tagen die großen, gelben Bagger in der Gemeinde Neuendorf-Sachsenbande im Kreis Steinburg an. Sie zerstören die unterir-dischen Drainageleitungen und bauen die Grüppen und Gräben auf dem etwa zwölf Hek-tar großen Flächenkomplex zurück.

Der Effekt dieser aufwendigen Bauarbeiten: die ehemals entwässerte Fläche verwandelt sich zurück in eine Feuchtwiese mit dem Potenzial zur Vielfalts-WG. Denn: hier fühlen sich dann nicht nur Wiesenvögel wie die Bekassine, der Wiesenpiper und die Wiesenschafstelze wieder wohl, sondern auch rastende und überwinternde Gänse. Aber auch der europaweit streng geschützte Moorfrosch und viele seltene Libellen-Arten, sowie für Schleswig-Holstein typische Wildpflanzen, die es feucht um die Wurzeln mögen, wie das Wiesenschaumkraut, der Blutweiderich und das Sumpfvergissmeinnicht, finden mit der Zeit wieder ein Zuhause im Vaalermoor.

Und das Beste: die Vielfaltschützer*innen der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein investieren mit dieser Baumaßnahme, die noch die ganze Woche andauern wird, auch in den Klimaschutz. Denn: trockengelegte Feuchtwiesen stoßen ähnlich wie entwässerte Moore das klimaschädliche CO2 aus. Sobald aber der natürliche Wasserhaushalt auf der Fläche wiederhergestellt ist, werden die CO2-Emissionen reduziert und nach einiger Zeit eingestellt.

Die Ausgleichsagentur – 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein – sieht sich als Dienstleisterin an der Schnittstelle zwischen Vorhabenträger*rinnen und Behörden, die Naturschutzauflagen festlegen, wenn Bauherr*innen Eingriffe in den Naturhaushalt vornehmen. Mit Hilfe der Ökokonten der Stiftung Naturschutz können die Vorhabenträger*innen dieser Verpflichtung nachkommen und ein neues Stück intakte Natur schaffen. Von den oben beschriebenen gesetzlich verpflichtenden Ausgleichsmaßnahmen profitieren nicht nur die Natur, sondern auch die Bauherr*innen. Damit wird gleichzeitig der Flächenbedarf minimiert, da der Ausgleich auf dem Flächen-bestand der Stiftung Naturschutz stattfindet und keine weiteren Flächen in Anspruch nimmt.
Mehr Informationen unter: www.ausgleichsagentur.de 

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August


Die fünf Mitarbeiter*innen sind echte Pioniere, denn sie bauen die erste Klimafarm Deutschlands quasi aus dem Nichts auf. Aus einem ehemaligen Milchviehbetrieb in der Eider-Treene-Sorge-Niederung entwickeln sie in den nächsten zehn Jahren einen Ort, an dem die Bewirtschaftung von Moorgrünland mit Klimaschutzzielen verknüpft wird.

Das Klimafarm-Team wird von Dr. Elena Zydek, Projektleiterin und selbst Milchbäuerin, geführt. Die Spezialist*innen bringen Kompetenzen aus der Landwirtschaft, dem Moorschutz, der Kommunikation, der Betriebswirtschaft und der Verfahrenstechnik mit. Im Herbst stößt noch ein gelernter Landwirt zum Team und bringt weitere Praxiserfahrungen ein. In den nächsten Monaten legt Zydek mit ihrem Team viel Wert auf die Vernetzung in der Region. „Wir wünschen uns einen offenen, lebendigen Austausch hier auf der Klimafarm mit der Landwirtschaft, den Kommunen, den Wirtschaftsunternehmen und der Wissenschaft. Nur gemeinsam und im intensiven Ideen-Austausch lässt sich eine neue Wertschöpfungskette für das Erntegut vernässter Moorflächen entwickeln“, ist sich Zydek sicher.

Ihre zentrale Fragestellung: Wie können die für den Klimaschutz wichtigen nassen Moorböden von Landwirt*innen weiter genutzt werden und dabei ökonomisch attraktiv bleiben? Anders gesagt: Moorbodenerhaltende Grünlandbewirtschaftung, die sich für Landwirt*innen wirtschaftlich lohnt und für das Klima. Der Pilotbetrieb auf der Klimafarm wird dafür schrittweise aufgebaut:

Wiedervernässung:
Zunächst macht das Team trockengelegte Moorflächen wieder nass, damit diese Treibhausgas-Emissionen eindämmen und später CO2 aktiv als Kohlenstoff dauerhaft binden können. Maßnahmen für diese Wiedervernässung sind beispielsweise die Schließung von Gräben oder der Bau von Dämmen.

Nassbewirtschaftung: Im Anschluss sucht das Team nach der optimalen Bewirtschaftung der sehr nassen Moorböden mit artenreichem Grünland. Das nasse Mahdgut muss von den feuchten, weichen Flächen geborgen werden. Eine Herausforderung für Mensch und Maschine. Bereits bestehende Techniken für die Mahd auf nassen Böden werden gemeinsam mit Expert*innen und Landmaschinen-Herstellern weiterentwickelt.

Neue Wertschöpfungsketten: In Schritt drei erprobt das Team, wie sich für das Mahdgut neue Verwertungs- und Wertschöpfungsketten erschließen lassen. In enger Zusammenarbeit mit Produzenten soll mit Verfahren wie Trocknung und Pelletierung ein Rohstoff für die Verarbeitung zu Graspapier oder Pflanzenkohle geschaffen werden. Daraus können Unternehmen beispielsweise Versandkartons, Bau- oder Dämmstoffe oder Bodenverbesserer herstellen. Aber auch andere Verfahren und Produkte werden in dem Pilotprojekt berücksichtigt. So entstehen alternative Wertschöpfungsketten für Landwirt*innen mit klimafreundlichen Endprodukten, die herkömmliche (fossile) Rohstoffe ersetzen können.

Projektleiterin Dr. Elena M. Zydek ist voller Elan: „Wir freuen uns, jetzt auf der Klimafarm der Stiftung Naturschutz in Erfde loszulegen. Wir sind hochmotiviert, in den nächsten zehn Jahren die Eider-Treene-Sorge-Niederung zum Hotspot für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und neue, klimapositive Produktionsketten zu machen.“

Neben dem landwirtschaftlichen Pilotbetrieb soll die Klimafarm ein Ort werden, an dem Akteur*innen aus Wissenschaft und Landwirtschaft, aus Naturschutz und Klimaschutz, aus Schleswig-Holstein und ganz Europa zusammen neue Ansätze für eine klimaneutrale Zukunft denken können. Dafür sind in den nächsten Jahren Fachkonferenzen, Feldtage und weitere Veranstaltungen geplant.

Das Projekt Klimafarm der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat ein Gesamtvolumen von 15,5 Millionen Euro bei einer Projektlaufzeit von 2021-2031. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) fördert das Vorhaben mit rund 12,4 Millionen Euro. Durchführen wird es die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zusammen mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel unter Einbeziehung weiterer Partner.

Insgesamt unterstützt das BMUV bundesweit vier Pilotvorhaben, die neue Bewirtschaftungsformen auf landwirtschaftlich genutzten, wiedervernässten Moorböden erproben. Die Mittel werden über den Energie- und Klimafonds (EKF) der Bundesregierung bereitgestellt. Die Pilotvorhaben sollen Lösungswege zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen aus bewirtschafteten Moorböden aufzeigen und Erkenntnisse für den Klimaschutz gewinnen.

Zuständige Projektträgerin ist die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH. Weitere Informationen unter www.z-u-g.org/aufgaben/pilotvorhaben-moorbodenschutz

Weitere Informationen zu Klimafarm finden Sie auf der Website der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. www.klimafarm.stiftungsland.de

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Juli

Drei Autos und mehrere Personen drangen am vorvergangenen Dienstag, dem 21. Juni 2022 – zur Sonnenwende – unerlaubt ins Stiftungsland ein. Sie schraubten das Vorhänge-schloss des Weidetors auf, fuhren mit den Fahrzeugen auf die Weidefläche „Stiftungsland Störland“, schnitten augenscheinlich mit Sensen oder Motorsensen eine Trasse auf der Grünlandfläche frei und errichteten dort Zelte und eingroßes Lagerfeuer. Zahlreiche wei-tere Autos parkten entlang der Straße zwischen Sepel und Godau im Kreis Plön, Gemeinde Nehmten, und eine Vielzahl von Leuten strömte mit Gepäck auf die Weidefläche. Es han-delt sich bei der Weide um ein gesetzlich geschütztes Biotop (LNatschG §21 Absatz 1 Nummer 6). Als sie der Bitte des Tierbetreuers vor Ort, die Fläche unverzüglich zu verlas-sen, nicht Folge leisteten, holte er sich zunächst Unterstützung bei der Polizei. Die Gruppe hatte zuvor erklärt, es handele sich um Mitglieder des „Indigenen Volkes Germaniten“, und als solche wären sie nicht an die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland gebunden.

Noch vor Eintreffen der Polizeibeamten räumten die Eindringlinge dann doch die Weide. Allerdings zogen sie nur auf eine der Nachbarflächen – eine öffentlich zugängliche und nicht beweidete Stiftungsfläche direkt am Plöner See – um und errichteten dort ein regel-rechtes Zeltlager. Etwa 25 Autos mit Kennzeichen aus Pinneberg und Neumünster, aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern wurden dort von Anwohner*innen ge-sichtet. Die Sonnenwendefeier selbst fand schließlich doch wieder auf der Weidefläche statt – Zeugenaussagen zufolge unter Beteiligung von rund 50 Personen, mit einem gro-ßen Lagerfeuer und lautem Trommeln bis tief in die Nacht.

Die Polizei nahm im Verlauf des Abends die Personalien der Anwesenden auf und notier-te KFZ-Kennzeichen, sah aber von der Räumung der Fläche ab.

Die mageren Grünlandflächen „Sepel Hang“ sind ein wichtiger Rückzugsort für seltene und bedrohte Tiere und Pflanzen, und wenngleich sie über Klapptore für Spaziergänger zugänglich sind, waren der Einbruch, das Befahren der Weide, das Freischneiden der Trasse und das Lagerfeuer völlig inakzeptabel. Die Stiftung Naturschutz hat daher Anzeige gegen Unbekannt wegen Hausfriedensbruch  erstattet. Auch die Gemeinde verurteilt das Verhalten der Eindringlinge.  

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März

Rund 14 Jahre nach dem letzten Fund ist sie jetzt zurück: die Kreuzotter. Dieses schleswig-holstein-weit stark gefährdete Reptil hat sein zu Hause in den Randbereichen von intakten Hoch- und Übergangsmooren. Auch auf trockengelegten Moorflächen kommt die Art häufig noch vor. Und genau dort hat Vielfaltschützer Janis Ahrens jetzt die erste Kreuzotter nach 2008 bei Kartierungsarbeiten im Hasenmoor im Kreis Rendsburg-Eckernförde wiedergefunden.

Der Maßnahmen-Manager hatte erst in der vergangenen Woche – also mit den ersten Sonnenstrahlen – gemeinsam mit den beiden FÖJLer*innen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Astrid Ksinsik und Ole Drews, sogenannte Schlangenbleche im Hasenmoor ausgelegt. Die dunklen Bleche platzierten die Vielfaltschützer*innen überall dort, wo sie Überwinterungsquartiere der stark gefährdeten Reptilien vermuteten. „Die Frühlingssonne wärmt die Bleche auf, sodass die wechselwarmen Tiere ihre Körper nach der Winterruhe darunter schnell aufwärmen können. Auf diese Weise bringen sie ihren Organismus in Schwung“, erklärt Janis Ahrens. Vorteil für die Reptilien-Retter: sie können auf diese Weise besser herausfinden, ob es in dem trockengelegten Moor noch Kreuzottern gibt, oder nicht.

In den nächsten Monaten wird nun fleißig weiter beobachtet, gezählt und notiert, um möglichst alle dieser seltenen Schlangen ausfindig zu machen. Nicht nur unter den Blechen wird geschaut, sondern auch rund herum wird Ausschau nach den Kreuzottern gehalten. Denn: Für Anfang 2023 sind Wiedervernässungs-Maßnahmen für das Moor im Rahmen des Programms „Biologischer Klimaschutz“ geplant. Mit dem Programm will das Land Schleswig-Holstein gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in den nächsten zehn Jahren die jährliche Klimaschutzleistung wiedervernässter Moore auf 700.000 Tonnen CO2-Äquivalente steigern.

Die Vernässung stellt den seltenen Moor-Lebensraum langfristig wieder her und macht das Hasenmoor zu einem Arten- und Klimaschützer gleichermaßen. Um die sicheren Überwinterungsplätze der Kreuzottern bei den Vernässungsarbeiten nicht zu fluten oder zu gefährden, müssen die Vielfaltschützer*innen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein genau wissen, in welchen Bereichen wie viele Tiere leben. Diese sollen dann vorsorglich umgesiedelt werden.


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Noch einmal rücken die Vielfaltschützer*innen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein im Stiftungsland Farve-Wasbuck im Kreis Ostholstein an, dann dürfen die Bewohner einziehen. Mit Spaten, Schaufel und jeder Menge heimischer Büsche und Bäume wird dort jetzt noch ein etwa 170 Meter langer artenreicher Knick als Abschluss der Maßnahmen gepflanzt.

In einem ersten Schritt haben die Vielfaltschützer*innen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein dem intensiv genutzten Ackerland mit einer Mahdgutübertragung ein „wildbuntes Make-Over“ verpasst. Auf diese Weise haben dort viele heimische Wildpflanzen wie beispielsweise Margerite, Kuckuckslichtnelke, Hahnenfuss oder Flockenblumen ein neues Zuhause gefunden. Auch sind auf der etwa 20 Hektar große Fläche schon einige Teiche und Tümpel für die bedrohten und selten gewordenen Amphibien, wie Rotbauchunke und Laubfrosch, gebuddelt worden.

Zum krönenden Abschluss wird die wildbunte WG jetzt noch mit einer Knickpflanzung eingekuschelt. Schlehe, Vogelkirsche, Eichen, Hasel und gemeiner Schneeball sind nur einige der heimischen Arten, die den Knick bilden und zu einem Wohlfühlort werden lassen. Die Büsche und Bäume mit schleswig holsteinischen Wurzeln bieten den bedrohten Amphibien ein Winterquartier , aber auch der Haselmausdienen sie als neuer Lieblingsplatz. . „Mit etwas Glück wandern die Rotbauchunken und Laubfrösche vom benachbarten Stiftungsland Bungsberg schon ganz bald in ihre neue Vielfalts Wohngemeinschaft ein“, sagt Hauke Drews, Maßnahmen-Manager der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

Im Frühjahr übernehmen die immer-hungrigen Rinder dann schon die ersten Arbeiten. Sie sorgen als vierbeinige Öko-Rasenmäher dafür, dass die Fläche beispielsweise für Feldlerche und Kiebitz sowie Rotbauchunke und Laubfrosch als Lebensraum funktioniert.

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Februar

Sie ist daumengroß, hat runde braune Knopfaugen und hält gerade noch ihren Winterschlaf – die Rede ist von der streng geschützten Haselmaus (Muscardinus avellanarius). Dieses knuffige, kleine Kerlchen galt auf der deutsch-dänischen Halbinsel nördlich des Nord-Ostsee-Kanals seit 2013 als verschollen. Jetzt – gut acht Jahre später – ist sie nahe Flensburg wieder aufgetaucht. Verirrt in einer Baugrube wurde die Haselmaus gefunden und ins Tierheim Flensburg gebracht. Dort wurde sie bis zum Frühjahr 2021 aufgepäppelt und anschließend frei gelassen. Vermutlich stammte der kleine Bilch, der verwandt ist mit dem Siebenschläfer, aus den Knicks oder den Wäldern z.B. der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) um Glücksburg herum.

Vielfaltschützer Björn Schulz, machte sich gleich nach der Fundmeldung in der Region auf die Suche nach weiteren handfesten Beweisen. In den Knicks zwischen Flensburg und Glücksburg und auch im Stiftungsland Twedter Feld bei Flensburg wurde er fündig. „Ich habe dort tatsächlich mehrere verlassene Sommernester der Haselmaus entdeckt. Wir können also die Wiederentdeckung der Haselmaus feiern“, sagt der Ökologe und Haselmaus-Experte. Schulz hatte zuletzt bis 2013 gemeinsam mit den Schleswig-Holsteinschen Landesforsten und Naturstyrelsen, dem dänischen Amt für Naturschutz, daran gearbeitet, die Haselmaus in der Grenzregion zu erhalten und ihre Lebensräume aufzuwerten. Das Fazit der Experten-Gruppe: sie schien zu dem Zeitpunkt bereits verschwunden. Jetzt ist sie aber zurück oder besser gesagt: sie scheint an bislang nicht erforschten Stellen doch überlebt zu haben!

Aufgrund dieses kleinen, freudigen Sensationsfundes plant die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein im Herbst eine groß angelegte Erfassung der Haselmausvorkommen im Kreis Schleswig-Flensburg und in Südjütland. Ein deutsch-dänisches Experten-Team wird sich dann grenzübergreifernd auf die Suche nach den verlassenen Sommernestern und den charakteristischen Fraßspuren an den Haselnüssen machen. Daraus werden Artenschutzexperten dann ein Konzept erstellen können, wie man dem niedlichen Nager, der schon seit rund 8.000 Jahren in der Region vorkommt, auch in Zukunft das Überleben sichern kann.

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Gleich drei heftige Winterstürme sind seit vergangenem Freitag über Schleswig-Holstein hinwegt gefegt. „Zeynep“ machte am Freitagnachmittag den Auftakt, gefolgt von „Ylenia“ und „Antonia“. Sie richteten überall im Land Schäden an. Mit am heftigsten betroffen von den wütenden Winden ist nach ersten Kontrollfahrten der Förster*innen das Stiftungsland Wentorfer Lohe vor den Toren Hamburgs im Kreis Herzogtum-Lauenburg. „Wir möchten alle Besucher*innen deshalb dringend bitten, die Wälder in der Wentorfer Lohe NICHT zu betreten. Denn: es können auch jetzt immer noch dicke Äste von oben runterfallen oder gar ganze Bäume umkippen“, warnt Martin Schnipkoweit, Förster von silvaconcept, der als Dienstleister der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein dort gerade täglich vor Ort ist. Er wird dort jetzt die herabgefallenen Äste und die umgestürzten Bäume an den Wegrändern beseitigen. „In der Wentorfer Lohe haben die Stürme vom Wochenende mit Abstand am heftigsten getobt. Hier ist das Ausmaß deutlich schlimmer als in anderen Teilen des Landes“, sagt der erfahrene Förster. Am häufigsten habe es die Fichten dort aus dem Boden gerissen. „Das liegt schlichtweg daran, dass dies keine standortgerechten Bäume sind, der Boden für ihre Wurzeln viel zu nass ist und sie sich deshalb nicht tief genug verwurzeln können“, erklärt er weiterhin.

Das Stiftungsland Wentorfer Lohe im Kreis Herzogtum-Lauenburg ist etwa 240 Hektar groß, etwa 140 Hektar davon sind Wald.

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Zuerst wird es laut und dann wieder nachhaltig nass im Grotmoor. Im westlichen Teil des stark entwässerten Hochmoors in der Gemeinde Heidmoor im Kreis Segeberg sind erste Vorbereitungs-Arbeiten gestartet. Es geht dabei vor allem darum, die seit 200 Jahren trockengelegte Fläche wieder in ein intaktes Moor zurück zu verwandeln. Denn nur nasse Moore können als CO2-Speicher unser Klima retten. Darum kümmern sich auf rund 73 Hektar die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gemeinsam mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF). Unterstützt wird das Moorschutzprojekt außerdem von der Gemeinde Heidmoor.

Zunächst müssen hier einige Bäume und Büsche entfernt werden. Überdies werden dann noch etwa 4,3 Kilometer Stacheldrahtzaun beseitigt. Diese vorbereitenden Maßnahmen mit Bagger und Schredder sind nötig, um dann in einem zweiten Schritt im Sommer die Wälle und Stau-Anlagen für die Moor Wiedervernässung im Rahmen des Programms „Biologischer Klimaschutz“ in Gang zu setzen. Mit dem Programm will das Land Schleswig-Holstein gemeinsam mit Flächeneigentümern, wie der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, in den nächsten zehn Jahren die jährliche Klimaschutzleistung wiedervernässter Moore auf 700.000 Tonnen CO2-Äquivalente steigern. „Was hier auf den ersten Blick ziemlich widersinnig erscheint, nämlich, dass Naturschützer*innen für den Klimaschutz Bäume, Büsche und Sträucher fällen und abtransportieren, sind unverzichtbare Vorbereitungen für die eigentlichen Klimaschutz-Maßnahmen: Wir brauchen den Platz für die Dämme und Stauanlagen um die Rückverwandlung des einst trocken gelegten Moores in einen intakten, nassen Kohlenstoffspeicher zu realisieren“, erklärt Maßnahmenmanager Janis Ahrens von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Und fügt hinzu, dass diese 73 Hektar Hochmoor nach Abschluss der Maßnahmen im kommenden Jahr (2023) schon beachtliche 710 Tonnen CO2-Äquivalente dauerhaft speichern können.

Auch Ulrik Steffen, Moorschutzexperte bei den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF), freut sich über die gemeinschaftliche Umsetzung der Maßnahmen zur Wieder2 vernässung und resümiert. „Nach einer langen Zeit der Vorbereitungen wird die Wiederbelebung des Grotmoores nun auf einer ersten Teilfläche realisiert. Ein großer Gewinn für Klimaschutz und Biodiversität.“

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Januar

Wie können für den Klimaschutz vernässte Moorböden von Landwirt*innen weiter genutzt werden und dabei ökonomisch attraktiv bleiben? Das wird in den nächsten zehn Jahren im Rahmen des Projekts KlimaFarm entwickelt und erprobt.

Im Verbund entwickeln hochkarätige Akteur*innen aus Schleswig-Holstein in einem Pilotvorhaben eine ökonomisch und ökologisch tragfähige Nassgrünlandbewirtschaftung auf Moorböden. Die sogenannte Paludikultur soll Landwirt*innen eine attraktive Alternative bieten, die neue Wertschöpfung mit den beiden größten Herausforderungen unserer Zeit, den Kampf gegen den Klimawandel und den Schutz der Biodiversität, verbindet. Ziel ist es, dass sich Landwirt*innen vermehrt für diese Nassbewirtschaftung entscheiden, dafür den Wasserstand auf ihren Moorböden erhöhen und mit neuen Produkten Geld verdienen. Damit könnten jedes Jahr viele tausend Tonnen CO2- Emissionen aus den Moorböden vermieden werden. Gut fürs Klima und eine neue Perspektive für die Landwirtschaft.

Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 15,5 Millionen Euro, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) fördert das Vorhaben mit insgesamt rund 12,4 Millionen Euro. Durchführen wird es die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zusammen mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel unter Einbeziehung weiterer Partner. Zuständige Projektträgerin ist die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH. Das Verbundprojekt ist am 17. Dezember 2021 gestartet und beginnt jetzt mit der Zusammenstellung der Teams und dem Aufbau eines landwirtschaftlichen Modellbetriebs für nasse Moorbewirtschaftungen (Paludikultur) in Erfde, Kreis Schleswig-Flensburg. Damit wird die Eider-Treene-Sorge-Niederung als Schleswig-Holsteins moorreichste Region zum Innovations-Hotspot für die Landwirtschaft auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft.

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Dezember

Sie sind nach Mooren die zweitbesten Klimaschützer: heimische Laubbäume wie Eichen, Flatterulmen, Weiden und Buchen. Denn: sie speichern jede Menge klimaschädliches CO2 und leisten auf diese Weise einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Die Vielfaltschützer*innen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein bringen jetzt auf einer knapp zwei Hektar großen ehemaligen Ackerflächen in Langballig Au im Kreis Schleswig-Flensburg rund 3.000 Bäume und Sträucher – im Fachjargon Laubgehölze – professionell in die Erde. Tatkräftige Unterstützung bekommen Sie dabei heute von rund 60 Fünftklässler*innen der Fridtjof-Nansen-Schule Flensburg und dem Projekt des Flensburger Jugendring „Waldwuchs Flensburg“.

Möglich machen diese Wald-Verwandlung gleich zwei Unterstützer*innen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Der langjährige, lokale Kooperationspartner, die Nordstadtwerke aus Großwiehe bei Flensburg und der E-Mail-Anbieter mail.de aus Nordhastedt, Kreis Dithmarschen. Sie sponsern die Bäume und den Schutzzaun und sichern dieses nachhaltige Klima-Projekt auf diese Weise für die nächsten zehn Jahre.

„Wir von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein freuen uns und sind dankbar, dass wir diese ehemalige Ackerfläche dank der großzügigen Unterstützung der Nordstadtwerke und mail.de nun endlich wieder in ihren Ursprungs-Zustand, Wald zurückverwandeln können. Ein kleiner Arbeitseinsatz mit großer Wirkung: Bäume sind nach Mooren die zweitgrößten Klimaretter, weil sie große Mengen des klimaschädlichen CO2 speichern“, sagt Sandra, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

In einem ersten Schritt haben die Vielfaltschützer*innen dank der professionellen Unterstützung von Förster Arne Petersen von silvaconcept, die Entwässerungseinrichtungen zurückgebaut, dann haben sie einen Wildschutzzaun errichtet, der die jungen Bäumchen vor hungrigen Rehen und Hirschen schützt. In den vergangenen beiden Tagen – also heute und gestern kamen dann (oder kommen noch) rund 3000 Bäume, Sträucher und Büsche als kleine Pflanzinseln in die Erde. Insgesamt rund 15 verschiedene Gehölzarten.

Selbstverständlich alles heimische Laubbäume, wie Eichen, Flatterulmen, Buchen und Weide. Zwischen den frisch gepflanzten Baum-Inseln bleibt genügend Platz für die natürliche Weiterentwicklung des Waldes durch Samenanflug. Und in zehn Jahren, wenn die Bäume groß genug sind, wird der Wildschutzzaun wieder abgebaut.

Das Beste an dieser Wald-Pflanzung: sie dient nicht nur der CO2-Speicherung, sondern vor allem auch noch dazu die Au zu schützen. Denn: die Bäume bilden einen Pufferstreifen, der verhindert, dass die Nährstoffe aus der ehemaligen Ackerlandnutzung in das Gewässer gelangen. Durch die Gehölzanpflanzungen mit blühenden Sträuchern werden wertvolle Waldstrukturen geschaffen.

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November

„…nur noch kurz die Welt retten!“ heißt es in Tim Bendzkos Song. Das war auch das erklärte Ziel der Online-Marketing-Rockstars OMR aus Hamburg gemeinsam mit dem prominentesten Minipli-Träger Deutschlands, Atze Schröder. Sie pflanzten am Dienstagvormittag rund 100 Stil-Eichen im Stiftungsland Neversdorf im Kreis Segeberg.

Rund 15 Mitarbeiter*innen von OMR tauschten also einen halben Tag lang Büro, Schreibtisch und PC gegen Spaten und Pflanz-Handschuhe und brachten rund  100 Stileichen im Stiftungsland Neversdorf professionell in die Erde… Atze hatte ja schon im vergangenen Jahr vorgelegt und rund 3000 heimische Laubbäume mit in die Erde gebracht, jetzt folgten mit OMR-Unterstützung weiter 100 Eichen.
Ein kleiner Spatenstich für die Online-Marketing-Rockstars, ein großer Schritt für den Klimaschutz. Denn: „Bäume sind nach Mooren die zweitbesten CO2-Speicher und damit Klimaretter“, sagt Jana Schmidt, Pressesprecherin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die sich über so viel Promi-Einsatz und Engagement freut. Förster Martin Schnipkoweit von Silvaconcept, der die Pflanzung professionell anleitete ergänzte noch um die nötigen Fakten:  „Mit den hier gepflanzten Bäumen binden wir in den kommenden 30 Jahren rund 300 Tonnen klimaschädliches CO2“.

Ein großartiger Start für ein gemeinsam erklärtes Ziel: „Es war immer mein Traum, eines Tages mal selbst einen Wald zu pflanzen. Jetzt wird er wahr und ich bekomme eine Gänsehaut bei dem Gedanken daran, dass meine Enkelkinder sich hier eines Tages an einem Wald erfreuen können“, brachte es Jasper Ramm, Geschäftsführer der Online-Marketing-Macher, von OMR auf den Punkt. Initiiert wurde diese und auch die Atze-Schröder-Urwald-Pflanzaktion von unserem Kooperations-Partner „Das Geld hängt an den Bäumen“-GmbH, Hamburgs sozialem Saftladen.

Hintergrund:
Vor gut eineinhalb Jahren versprach der Comedian Atze Schröder während seiner Show in der Hamburger Barclaycard Arena, jedem seiner 10.000 Zuschauer*innen einen Baum zu schenken. Gesagt, getan! Im Herbst 2020 kamen die ersten 3000 Laubbäume im Stiftungsland Neversdorf im Kreis Segeberg mit Hilfe des Ruhrpott-Prolls in die Erde.

Im Oktober 2021 ging es dann mit knapp 4.000 Bäume im Nachbarkreis Plön, im Stiftungsland Alt-Harmhorst weiter. Und jetzt kamen noch einmal 100 Bäume mit den Online-Marketing-Rockstars Hamburg dazu.

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Es ist eines der beliebtesten Ausflugsziele im Hamburger Rand: das Stiftungsland Wentorfer Lohe im Kreis Herzogtum-Lauenburg. Gerade seine Vielfalt aus Wiesen, Weiden und Wäldern zeichnet das rund 240 Hektar große Naturschutzgebiet aus.

Aber nicht nur das! In seiner Vielfalt bietet die Wentorfer Lohe auch einen wichtigen Rückzugsort und oftmals letztes Refugium für bedrohte Pflanzen und Tiere. Deshalb müssen jetzt Stück für Stück auch die nicht-heimischen Fichten, Douglasien und Lärchen dort weichen. Sie sollen Platz machen für einen heimischen Laubmischwald aus Buche, Hainbuche, Eiche, Ulme, Erle und Weide. Denn: Bäume als natürliche CO2-Speicher leisten nach Mooren den zweitgrößten Beitrag zum Klimaschutz.

Ab kommenden Montag, 8. November 2021 schmeißt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein die Motorsägen an. Die Holzernte dauert etwa zwei bis drei Wochen an. In dieser Zeit werden einige Wanderwege und Trampelpfade aus Sicherheitsgründen kurzfristig gesperrt werden.

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Wie kann ich sicherstellen, dass mein Vermögen nachhaltig Gutes bewirkt – bereits zu meinen Lebzeiten und über meinen Tod hinaus? Darauf antworten die Notare und Fachanwälte für Erbrecht Frauke Poppek und Jan Schipkowski am Mittwoch, 10. November, um 18 Uhr während einer digitalen Veranstaltung.

Frauke Poppek erläutert im Video-Vortrag die häufigsten Irrtümer im Erbrecht und wie sich familiäre Ärgernisse durch die Gestaltung eines rechtlich einwandfrei gestalteten Testaments vermeiden lassen. Jan Schipkowski steht den Zuschauer*innen im Anschluss für Fragen am Telefon zur Verfügung.

Des Weiteren stellt Dr. Walter Hemmerling im Film kurz die Arbeit der gemeinnützigen Stiftung Naturschutz vor. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein trägt als erste Umweltstiftung Deutschlands das Siegel „geprüfter Stiftungstreuhänder“. Sie betreut, berät und verwaltet etliche Stiftungen im Bereich Umwelt und beschäftigt dafür mehrere zertifizierte Stiftungsmanager*innen.

Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, zwischen 18 und 20 Uhr unter Tel. 0431 210 90 444 ihre persönlichen Anliegen mit Rechtsanwalt Jan Schipkowski und dem zertifizierten Stiftungsmanager Tim Kober zu besprechen. Sie freuen sich auf Ihre Fragen!

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur kostenfreien Anmeldung finden Sie hier: www.stiftungsland.de/anmeldung

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Oktober

Doppelt sensationell: Wildbienen-Expert*innen trauten ihren Augen kaum, als sie zwei Jahre nach dem Erstfund für Schleswig-Holstein bei St. Peter-Ording an der Westküste jetzt dieselbe Wildbienen-Art erneut an der Ostküste fanden. „Diese Entdeckung im Stiftungsland Sehlendorfer Binnensee im Kreis Ostholstein ist der erste Fund an der gesamten Ostseeküste überhaupt“, schwärmt Arne Drews vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR).

Die Wildbienen-Expert*innen Jorinde Klammer, Monika Povel und Michael Kuhlmann hatten sie bereits in 2017 und dann sicher in 2019 an der Eidermündung in St. Peter-Ording entdeckt und für Schleswig-Holstein erstmalig nachgewiesen und nun konnten Arne Drews und Kay Adam den Fund an der Ostseeküste ergänzen.

Im Fachjargon heißt die sehr seltene Seidenbiene Colletes halophilus. Sie wird aber auch liebevoll „die Salzliebende“ genannt, weil sie vor allem an Salzaster-Pollen sammelt.
Für ein echtes Draußen-Date mit der Rarität ist es jetzt leider schon zu spät im Jahr, denn die Strandaster-Seidenbiene fliegt nur von Mitte August bis Mitte Oktober und auch nur dort, wo sie ausreichend fliederfarbene Strandastern findet, also auf Salzwiesen entlang der Küsten.
Außerhalb Schleswig-Holsteins summt sie auch entlang der Küsten Niedersachsens, Dänemarks, Großbritanniens, Belgiens und der Niederlande bis Südfrankreich. Sie zählt damit zu den exklusiven Küstenarten, für die Schleswig-Holstein allesamt eine besondere Erhaltungsverantwortung hat. Bei dem kleinen westeuropäischen Ver-breitungsareal besteht für die Strandaster-Seidenbiene sogar eine hohe internationale Erhaltungsverantwortung – diese Verantwortung übernimmt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein als Eigentümerin ihres einzigen Lebensraums an der Ostseeküste gerne.

Die Neu-Schleswig-Holsteinerin sieht auf den ersten Blick aus wie eine gewöhnliche Honigbiene. Sie ist jedoch etwas kleiner und die Fühler sind deutlich länger. Zudem fallen die weiß gefärbten Hinterleibs-Ringe auf.

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Es wird mal wieder laut im Stiftungsland Nordoe im Kreis Steinburg. Denn: ab kommenden Donnerstag, 28. Oktober 2021 müssen Fichten und Kiefern wei-chen, für Birken und Eichen! Die nicht-heimischen Bäume werden zu Gunsten eines regionalen Mischwaldes gefällt. Bei den Baumfäll-Arbeiten handelt es sich um Nachbesserungen bzw. Fortsetzungsarbeiten der ersten Wald-Umbaumaßnahmen von vor zehn Jahren. „Es sind immer noch zu viele Nadel-hölzer auf den Flächen im Stiftungsland Nordoe“, erklärt Bundesförster Johannes Persch, der die Arbeiten für die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein eng begleitet.

Aus diesem Grund sollen während der Einschlagperiode bis spätestens Ende Januar viele der Fichten und Kiefern entfernt werden, um Eichen und Birken zu fördern. So soll den bereits vorhandenen Laubbäumen „unter die Äste gegriffen werden“, damit sie in Zukunft den Hauptbestand auf den Heidewaldflächen darstellen. Das bedeutet konkret, dass die bereits bestehenden Laubbäume frei gestellt werden und mit mehr Licht und Luft noch besser durchstarten, wachsen und sich ausbreiten können.

Die Sägearbeiten werden mit für die Waldarbeit angepassten Forstmaschinen durchgeführt, da die Arbeiten anders nicht zu bewältigen wären. Der Holzerlös trägt die Kosten der Maßnahmen und jeglicher Gewinn wird wieder ins Gebiet investiert. Damit können zum Beispiel Eichenpflanzungen finanziert werden.

Während der Waldumbau-Arbeiten im Zeitraum von etwa zwei Wochen kann es immer mal wieder zu Wegsperrungen und Verkehrsbehinderungen kommen. Die Maßnahmen sind mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Forstbe-hörde abgestimmt.

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Mit etwas Glück wächst und blüht und summt und brummt es schon im nächsten Sommer zwischen den beiden Schulgebäuden der Lilli-Martius-Schule in Kiel-Elmschenhagen. Rund 20 Fünftklässler*innen sind zu Insektenretter*innen geworden und haben der Wiese neben dem Schulhof am Projekttag blütenbuntes Leben eingehaucht. Konkret: die Zehn-und Elfjährigen der Klasse 5a haben gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Cathrin Heller und Wiebke Bornhöft und unter Anleitung von Antje Walter, Projektleiterin des „Blütenbunt-Insektenreich“-Projekts der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein rund ein Kilogramm regionales Saatgut aus Wiesen-Margerite, Flockenblume, Ferkelkraut und vielen anderen ausgebracht.

Aus dem langweilig-grünen Rasenstück zwischen den Klinkergebäuden der Schule wird so in den nächsten Monaten eine wildbunte Blumenwiese und zugleich ein Insekten-Paradies. „Als die Schüler*innen von dem Vorhaben erfahren haben, waren sie gleich Feuer und Flamme, oder sollte ich besser sagen: an Pflanzschaufel und Harke“, erzählt Klassenlehrerin Wiebke Bornhöft. Und auch Schulleiter Jan Eric Becker begrüßte die Neugestaltung der Wiese: „Wir freuen uns, dass wir einen Beitrag zur Rettung der Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen leisten können und so fachkundig angeleitet wurden.“ Und freut sich darüber, dass seine Schule eine von 25 Projektschulen des Projekts „Blütenbunt-Insektenreich“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ist.

Das Projekt wird im Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ des Bundesamts für Naturschutz (BfN) gefördert. „Wir möchten mit unserem Projekt vielfältige Lebensräume für heimische Insekten in der Stadt und auf dem Land schaffen. Davon profitieren Blütenbesucher wie Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen, aber auch Heuschrecken und Zikaden. Die ganze Vielfalt können die Schüler*innen mithilfe von Bestimmungshilfen erfassen, die Teil der Forscherkisten sind und an alle 25 Projektschulen versendet wurden. Mit der Verwandlung der Wiese am Schulhof knüpfen wir mit am Netz insektenfreundlicher Flächen in der Stadt an.“, erklärt Projektleiterin Antje Walter von der Stiftung Naturschutz Schleswig- Holstein.

Projektpartner: Gefördert durch:
Das Verbundprojekt „Blütenbunt-Insektenreich“ wird von 2020 bis 2026 mit rund 6,45 Millionen
Euro im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des
Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Die Verbundpartner
sind die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein (Koordination und Leitung des Projektes), der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) und das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) an der Universität Kiel. Drittmittel werden durch das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in Schleswig-Holstein (MELUND) und die Kreise Nordfriesland, Dithmarschen und Rendsburg-Eckernförde bereitgestellt.

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August

Der gerade veröffentlichte Weltklimabericht fordert: Die Treibhausgasemissionen müssenradikal gesenkt und gleichzeitig CO2 aus der Atmosphäre gespeichert werden. Die StiftungNaturschutz Schleswig-Holstein macht auf vielen Hektar Moorböden schon jetzt vor, wiedas geht. Aus entwässerten Mooren, die echte Klimakiller sind, machen wir wiederKohlenstoffsenken, indem wir den Wasserstand anheben.Moore sind die effektivsten Kohlenstoffspeicher der Welt. So kann ein Hektar Moor bis zusechsmal so viel Kohlenstoff speichern wie ein Hektar Wald. Das funktioniert allerdingsnur, wenn die Moorböden nass sind, so dass die Torfmoose wachsen und CO2 aus derLuft binden können. Heute sind ca. 90 % der deutschen Moore entwässert, um dieFlächen zu nutzen. Legt man Moorböden aber trocken, werden sie vonKohlenstoffspeichern zu echten Klimakillern und geben laufend CO2 ab. Ist dergespeicherte Kohlenstoff nicht mehr vom Wasser luftdicht abgeschlossen, verbindet ersich mit dem Sauerstoff der Luft zum Treibhausgas CO2.So kommen fast 7 % der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen aus entwässertenMoorböden. Die Moore in Schleswig-Holstein geben jedes Jahr ca. 2,8 Millionen TonnenCO2-Äquivalente in die Atmosphäre ab, so viel wie der gesamte PKW-Verkehr im Land.Will Deutschland wirklich klimaneutral werden, müssen die Emissionen ausentwässerten Mooren gestoppt und die Speicherfunktion wieder aktiviert werden.Schleswig-Holstein geht voran.Unser neues Kompetenzteam Biologischer Klimaschutz wird bis 2030 auf 20.000 Hektarentwässerten Moorböden in Schleswig-Holstein den optimalen Wasserstandwiederherstellen. Das stoppt im ersten Schritt sofort die CO2-Emissionen, nach wenigenJahren beginnt die Torfschicht wieder zu wachsen und filtert CO2 aus der Luft. Die Moorewerden von Klimakillern wieder zu Klimaschützern.Dazu Gerrit Werhahn, Leiter des Kompetenzteams Biologischer Klimaschutz: „Weil dasLand reich an Moorböden ist, können hier Millionen Tonnen Emissionen eingespart undnach einiger Zeit sogar wieder aktiv CO2 aus der Luft entzogen werden. So positioniertsich Schleswig-Holstein nach Windkraft und Wasserstoff erneut als Pionier imKlimaschutz.“Dabei entstehen zugleich Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Das istdie zweite Funktion des Biologischen Klimaschutzes. Damit verbinden wir in Schleswig-Holstein zwei der drängendsten Themen unserer Zeit, die Begrenzung des Klimawandelsund die Erhaltung der Biodiversität.Die ersten 20 Klimamoor-ProjekteDie Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein renaturiert bereits seit 40 Jahren Moore,bisher vor allem, um die letzten Lebensräume seltener moortypischer Arten zu rettenund wieder zu vergrößern. Diese Erfahrung nutzen wir heute für den ambitioniertenKlimaschutzplan. Das Ziel ist, bis 2030 weitere 20.000 Hektar entwässerte Moorflächenwieder zu vernässen. Zusammen mit den bereits heute renaturierten Flächen senken wirdie Emissionen aus Moorböden dann um 700.000 Tonnen CO2 pro Jahr – ungefähr soviel, wie alle Einwohner von Flensburg jährlich ausstoßen.So funktioniert die WiedervernässungUm den natürlichen Wasserhaushalt im Moor wieder herzustellen, muss das künstlichangelegte Entwässerungssystem zurückgebaut werden. Unser KompetenzteamBiologischer Klimaschutz analysiert zu nächst wie stark die Flächen entwässert sind, wiedas Wasser abfließt und wie man den Wasserhaushalt verbessern kann. Oft sind dieFlächen durch den Bau von Gräben und Drainagen über viele Generationen starkverändert worden. Auch muss analysiert werden, wo noch gefährdete Arten vorkommen,die unbedingt geschützt werden müssen und welche Gräben erhalten werden müssen,damit Nachbarn nicht beeinträchtigt werden.Dann werden Gräben und Drainagen gezielt so angestaut oder zurückgebaut dass derBoden möglichst ganzjährig bis zur Oberfläche nass wird, denn nur dann könnenTorfmoose, Seggen und andere torfbildende Pflanzen wieder wachsen. In Hochmoorenwerden häufig auch Dämme aus Torf gebaut, die das Regenwasser auf den Flächenzurückhalten.Für die Baumaßnahmen kommen Spezialbagger zum Einsatz, deren Gewicht sich durchbreite Ketten auf eine große Fläche verteilt, so dass sie nur wenig Druck auf denempfindlichen Boden ausüben.

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Juni

Die Natur in Schleswig-Holstein blüht auf und wir dürfen endlich wieder live dabei sein: mit unseren exklusiven Extratouren nehmen wir Sie in geführten Wanderungen mit zu den Perlen des Stiftungslandes. Diese Woche haben wir eine ganz besondere Perle im Pro-gramm: am Samstag, dem 19. Juni 2021 von 15 Uhr bis 17.30 Uhr geht’s zum Große Wiesenknopf. Die Wildpflanze ist nicht nur „Blume des Jahres 2021“, sondern auch eine echte Seltenheit.

Kommen Sie mit uns, der Loki-Schmidt-Stiftung und dem Bündnis Naturschutz Dithmarschen auf die legendäre Wiesenknopf-Wiese am Pferdemoorstrom in die Windberger Niederung in der Nähe von Meldorf im Kreis Dithmarschen. Der Lieblings-Lebensraum des Großen Wiesenknopfs sind extensiv genutzt Feuchtwiesen. Nicht nur hierzulande leider immer noch eine Seltenheit. Aber genau deshalb hat die Loki-Schmidt-Stiftung den Großen Wiesenknopf als „Blume des Jahres 2021“ ausgewählt und ins Rampenlicht gerückt.

Der Große Wiesenknopf hat eine ausgefallene Strategie, um sich bestäuben zu lassen: Seine Blüte hat eine purpurrote Farbe – wie frisches Fleisch auf dem Weg zur Verwesung. Dazu lockt er seine Bestäuber mit einer sehr eigenen, nämlich leicht aasigen Parfumnote an. Der Kombination aus Fleischfarbe und Aasgeruch können besonders Fliegen, Käfer und Wanzen nicht widerstehen. Und so tun sie ihre Pflicht als Bestäuber und tragen die Pollen von einer Blüte zur nächsten. Das können eben nicht nur Bienen und Schmetterlinge!

Im Anschluss an die Exkursion durchs Grünland können Sie unsere Wildblumen-Experten zur Arnika- und Färberscharten-Wiederansiedlung in der Jägersburger Heide am Elpersbüttelerdonn begleiten. Zwei besondere Lebensräume an einem Tag das gibt es nur, wenn drei starke Partner*innen zusammen einladen: Loki-Schmidt-Stiftung, Bündnis Naturschutz Dithmarschen und Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

Folgende Corona-Regeln müssen Sie – vorbehaltlich weiterer Änderungen - für den „LiveNaturgenuss: die Extratour zur Blume des Jahres „Großer Wiesenknopf“ im Stiftungsland Windberger Niederung“ beachten:

  • Die Tour findet ausschließlich für angemeldete Teilnehmer*innen statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
  • Es besteht Maskenpflicht, von der, wenn die Abstände eingehalten werden, zeitweise abgewichen werden kann.
  • Der Nachweis eines Corona-Negativ-Tests ist nicht mehr erforderlich.
  • Wegen der Ansteckungsgefahr können wir keine Ferngläser o.ä. weitergeben – bitte bringen Sie Ihre eigenen mit!


Die Touren sind kostenfrei. Über ihre Spende, die uns hilft, die bunte Vielfalt unserer Natur zu schützen, freuen wir uns natürlich. Denken Sie bei Regenwetter unbedingt an Gummistiefel! Hunde müssen bei dieser Extratour leider zu Hause bleiben.

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Endlich ist es wieder soweit: es geht raus in die wunderschöne Natur Schleswig-Holsteins, raus zu den Perlen des Stiftungslandes. Die Extratouren - geführte Wanderungen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zu den schönsten Projektgebieten – starten.  Gleich fünf wilde Raritäten blühen im Stiftungsland Schalkholz im Kreis Dithmarschen am Rande des Moores: leuchtend-violette Färberscharte und Teufelsabbiss, knall-gelbe Schwarzwurzel und Arnika und auch die lila-pink funkelnde Flockenblume bilden ein buntes Blütenmeer und locken die vielen nektarsuchenden Insekten an. Außerdem sind dort auch der seltene Moorfrosch und die Knoblauchkröte Zuhause. Mit etwas Glück erhaschen Sie am Freitag, den 11. Juni um 15 Uhr bei der Extatour auch einen Blick auf Kranich, Kiebitz, Löffel- und Krickente. Wir laden Sie herzlich ein in unsere bunte Vielfalts-WG, dem Stiftungsland Schalkholz.

Viele helfende Hände haben in den vergangenen sechs Jahren dafür gesorgt, dass es im Stiftungsland Schalkholz, nordwestlich von Tellingstedt, jetzt so vielfältig blüht, die Frösche quaken, die Insekten summen und die seltenen Vögel auch immer mal zu Gast sind. In verschiedenen Pflanzaktionen hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, gemeinsam mit dem „Bündnis Naturschutz Dithmarschen e.V.“ und den „Bürgern in Aktion – für eine lebenswerte Eiderregion e.V.“ die seltenen Wildpflanzenarten gepflanzt. Jetzt dürfen Sie diese Naturoase genießen.

Folgende Corona-Regeln müssen Sie für den „Live-Naturgenuss: die Extratour Schalk-holz“ beachten:

•    die Tour findet ausschließlich für angemeldete  Teilnehmer*innen statt. Die Teil-nehmerzahl ist begrenzt. Anmeldungen unter: bit.ly/2SYJ8i9

•    es besteht Maskenpflicht.

•    ein Corona-Negativ-Test ist nicht erforderlich. Die Touren sind kostenfrei.

Über ihre Spende, die uns hilft die bunte Vielfalt unserer Natur zu schützen, freuen wir uns natürlich. Denken Sie an unbedingt Gummistiefel! Hunde müssen bei dieser Extratour leider zu Hause bleiben.

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Mai

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein lädt ein: Die kleinen Stars mit der großen Stimme, die jetzt im Frühling das Stiftungsland rocken, sind nur ein paar Zentimeter groß. Sie kümmern sich nicht um Corona und quaken auch ohne Publikum um die Wette. Jetzt lassen die aktuellen Corona-Bedingungen endlich wieder Publikum bei ihren abendlichen Konzerten zu.

Im Mittelpunkt des Konzertgeschehens der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein stehen am Sonnabend, 29. Mai, von 21.00 bis 23.30 Uhr Laubfrosch und Rotbauchunke im Stiftungsland Geltinger Birk an der Flensburger Außenförde. Besonders die Laubfrösche sind etwas für Wacken-Fans! Mit ihrem metallischen „äpp, äpp, äpp“ sind sie auch ohne Verstärker mitunter lauter als der heimische Staubsauger. Freun-de des Melodischen kommen bei den Rotbauchunken auf ihre Kosten. Eher schüchtern tragen sie ihr „uuh, uuh, uuh“ vor und erinnern an entferntes Glockengeläut. In Dänemark trägt der kleine Quaker nicht um sonst den Namen „Klokkefrø“.

Nicht vergessen: Festes Schuhwerk, Picknick und Taschenlampe für den Rückweg. Ihr Hund muss leider zu Hause bleiben. Unsere Rinder und Pferde schätzen nächtlichen Hundebesuch auf ihren Wilden Weiden verständlicherweise nicht.

Voraussetzungen für den Konzertgenuss: Alle Teilnehmer*innen ab sechs Jahren müssen einen aktuellen, negativen Corona-Test bzw. eine Bescheinigung über vollständige(!) Impfung bzw. Genesung von Corona vorlegen. Außerdem gilt Maskenpflicht mit FFP2- oder OP-Maske für die gesamte Dauer der Veranstaltung. Sollten sich bis zur Veranstaltung die Corona-Regelungen ändern, informieren wir Sie auf unserer Homepage.

Die Konzerttour ist kostenlos. Über eine Spende, die hilft, die Vielfalt der Amphi-bien in Schleswig-Holstein zu erhalten, freut sich die Stiftung Naturschutz.

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Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein lädt wieder zu ihren Wanderungen mit dem gewissen Extra in ihre Projektgebiete ein. Denn die aktuellen Corona-Richtlinien erlauben wieder Außen-Veranstaltungen mit bis zu 25 Teilnehmern.

Orchideenblüte heißt das Stichwort, wenn es am Freitag, 28. Mai, um 15 Uhr ins Stiftungsland Eidertal geht! Das Breitblättrige Knabenkraut und seine Verwandten, wie Kuckuckslichtnelke, Sumpfdotterblume, Klappertopf und Sumpfhornklee sowie andere Kostbarkeiten stehen im Mittelpunkt der Naturwanderung südlich Kiels. Die Niedermoorflächen beherbergen nicht nur seltene Pflanzen. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat hier den natürlichen Wasserhaushalt wiederhergestellt und sorgt damit aktiv für den Klimaschutz. Denn: Entwässerte Moorböden zersetzen sich beim Kontakt mit Sauerstoff und geben den Klimakiller CO2 frei.

Die NABU-Ortsgruppe Neumünster und der Verein Naturpark Westensee-Obere Eider pflegen zusammen mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in mühevoller Handarbeit die Wiese. Deshalb rücken die ehrenamtlichen Helfer regelmäßig mit Sensen an und transportieren das Mahdgut in Säcken ab, damit die konkurrenz-schwachen Pflanzen Licht zum Wachsen und Luft zum Atmen bekommt.

Denken Sie unbedingt an Gummistiefel! Bello muss hier leider zu Hause bleiben.

Die Extratour ist kostenlos. Über eine Spende, die uns hilft, die bunte Vielfalt unserer Natur zu schützen, freut sich die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein natürlich.

Corona-Regeln: Alle Teilnehmer*innen ab sechs Jahren müssen einen aktuellen, negativen Corona-Test bzw. eine Bescheinigung über vollständige(!) Impfung bzw. Genesung von Corona vorlegen. Außerdem gilt Maskenpflicht mit FFP2- oder OP-Maske für die gesamte Dauer der Veranstaltung. Sollten sich bis zur Veranstaltung die Corona-Regelungen ändern, informieren wir Sie auf unserer Homepage.

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Das Klimabewusstsein in der Gesellschaft steigt, das merken auch  die Moorschützer der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Immer mehr Privatpersonen und Unternehmen unterstützen mit Spenden die Renaturierung und Erhaltung der Moore. Es hat sich herumgesprochen: Moorpflege ist Klimaschutz direkt vor der Haustür.  Auch IKEA Kiel engagiert sich für den Natur- und Klimaschutz in der Nachbarschaft. Das Unternehmen spendet 5.000 Euro für den Schutz der Moore in Schleswig-Holstein. Ein Beispiel für die Arbeit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ist das renaturierte Kaltenhofer Moor in Stodthagen. Für den Klimaschutz wurde in dem ehemals künstlich entwässerten Gebiet der natürliche Wasserhaushalt wiederhergestellt. Denn ein entwässertes Moor gibt laufend Treibhaugase in die Atmosphäre ab, ein nasses Moor dagegen speichert Kohlenstoff. So wird zugleich CO2 eingespart, die biologische Vielfalt gefördert und ein wertvolles Erholungsgebiet für die Bürger*innen Kiels erhalten.  Damit der Wasserspiegel im Moor wieder steigt, müssen Wälle gebaut, Entwässerungsgräben verschlossen und alte Drainagen entfernt werden. Um die Baumaßnahmen für eine solche Renaturierung von Moorflächen sowie die anschließende Erhaltung und Pflege zu finanzieren, ist die Stiftung auch auf private Spender angewiesen. IKEA Kiel zeigt mir seiner Spende Wertschätzung und Vertrauen für die Arbeit der Moorschützer der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.   „Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind schon immer wichtige Leitlinien bei IKEA. Wir möchten Menschen dabei inspirieren und unterstützen, gesünder und nachhaltiger zu leben und damit einen besseren Alltag schaffen. Uns ist dabei wichtig, auch nachhaltige Projekte in der Nachbarschaft zu unterstützen und mit dieser Spende einen Teil zur Erhaltung der so bedeutenden Moore als enormer Kohlenstoffspeicher beitragen zu können“, so Dietrich Brake, Einrichtungshauschef IKEA Kiel.  Sandra Redmann, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz erläutert die Bedeutung und die Strategie des biologischen Klimaschutzes hier im Land: „Schleswig-Holstein ist reich an Moorböden. Leider sind heute 88 % entwässert und geben laufend Treibhausgase ab, 2,8 Millionen Tonnen jedes Jahr. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst viele Moore wieder nass zu machen. Das ist Klimaschutz made in Schleswig-Holstein. Bei dieser Generationenaufgabe sind wir auf starke Partner angewiesen  und freuen uns sehr über die Unterstützung von IKEA Kiel.“ 

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Mähen ja, aber ökologisch maßgeschneidert – so geht die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gegen die (unerwünschte) Ausbreitung des Jakobs-Kreuzkraut (JKK) vor – neue Studie der Uni Kiel bestätigt dieses Vorgehen jetzt wissenschaftlich...

In ihrer fünfjährigen, von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein geförderten Doktorarbeit, „Methoden der Zukunft“ hat Biologin Henrike Möhler die erfolgreichsten mechanischen Maßnahmen zur Regulierung von Jakobs-Kreuzkraut untersucht.

Die Ergebnisse dieser und anderer wissenschaftlicher Studien stellte Dr. Aiko Huckauf, Leiter des JKK-Kompetenzzentrums der Stiftung Naturschutz heute Naturschutzbehörden und –verbänden, dem Bauernverband, dem Landesimkerverband und der Wissenschaft vor.

Der Schlüssel zum Erfolg, so das Ergebnis der Studie, liegt darin, das JKK konsequent an der Aussamung zu hindern, etwa durch eine Mahd vor der Samenreife. Damit bestätigt sie im Prinzip die bisherige Vorgehensweise. Allerdings habe die Studie auch gezeigt, dass die Mahd für eine optimierte  Regulierung etwas früher erfolgen müsse als bisher angenommen, erklärte Dr. Aiko Huckauf. „Wir werden den Mahdtermin daher um rund zwei Wochen vorziehen, von Ende Juli auf die erste Julihälfte“, sagte er in Anlehnung an die Studienergebnisse. „Damit sind wir sicher, dass das Jakobs-Kreuzkraut keine reifen Früchte bildet.“, sagt Huckauf.
„In Fällen einer nachvollziehbaren Betroffenheit von Nachbarflächen mähen wir einen 50 Meter breiten Pufferstreifen, der die Ausbreitung des Jakobs-Kreuzkrautes auf die angrenzende Fläche verhindert“, erläuterte Huckauf das konkrete Vorgehen. „Eine Mahd der gesamten Fläche wäre zur Verhinderung der Ausbreitung nicht effektiver, ökologisch aber ein nicht zu verantwortender, schwerer Eingriff in wertvolle Biotope. Die Leidtragenden wären Vögel, Amphibien und vor allem Insekten. Und wir alle wissen inzwischen, wie dringend die bedrohten Wildbienen, Schmetterlinge, Hummeln und Schwebfliegen blütenreiche Wildblumen-Teppiche zum Überleben brauchen.“

In Möhlers Studie ging es vor allem darum, einen naturschutzverträglichen und damit zukunftsweisenden Maßnahmenkanon zur Regulierung des JKK zu entwickeln und wissenschaftlich zu untermauern. An insgesamt acht Standorten in ganz Schleswig-Holstein wurden sieben unterschiedliche Maßnahmen erprobt.

Huckauf bewertet Möhlers Studie als weiteren wichtigen Beitrag zur JKK-Strategie, die sich ausschließlich an der schleswig-holsteinischen Landesstrategie: Umgang mit dem Jakobs-Kreuzkraut: „Meiden – Dulden – Bekämpfen“  orientiert. „Die Ausbreitung des Jakobs-Kreuzkrautes auf sensible Nachbarflächen stoppen und gleichzeitig Insekten und Amphibienwelt verschonen, das muss auch weiterhin unsere Strategie sein“, schlussfolgerte er.

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April

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein greift am Montag, 19. April, im Stiftungsland Stadtheide in Plön erneut zur Säge. Bereits im Februar war die Stiftung Naturschutz im Dienste der Verkehrssicherheit an der B 76 unterwegs.

Jetzt müssen 30 Eschen entlang des Hauptwanderweges am Seeufer und im Bereich Hohenrade auf Höhe Schneckenfeld gefällt werden. Die vergangenen Stürme und das seit Jahren grassierende Eschentriebsterben haben den Bäumen stark zu gesetzt. Nun werden sie gefällt, um die Wanderwege gefahrlos nutzen zu können. Das Holz verbleibt im Wald und dient zahlreichen Tieren und Pilzen als neuer Lebensraum.

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein bittet um Verständnis, dass es während der Sägearbeiten zu kurzfristigen Sperrungen der Wege kommen kann.

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Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein greift am 7. April am Rande des Naturschutzgebietes „Grönauer Heide und Grönauer Moor und Blankensee“ in Lübeck-Blankensee erneut zur Säge. Dort sollen drei Bäume, Birken und Ahorn, wegen Stammfäule und Pilzbefall, gefällt werden. Ziel der Arbeiten ist es, für die Verkehrssicherheit an der Blankenseer Straße und im Seeweg zu sorgen.

Die Maßnahmen sind mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. In den genannten Bereichen kann es zu kurzfristigen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen.

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März

Jährlich werden in Deutschland mehr als 200 Milliarden Euro vererbt. Die Fachanwältin für Erbrecht und Notarin Frauke Poppek beantwortet wichtige Fragen zur Testaments-Gestaltung. Nicht immer kommt das Erbe auch wirklich bei denen an, für die es gedacht ist. Denn häufig gibt es Irrtümer zum Erbrecht und den Pflichtteilen. Die Frage: „Wie kann ich sicherstellen, dass mein Erbe nachhaltig Gutes bewirkt?“steht im Mittelpunkt des kostenfreien-Digital-Vortrags am Donnerstag, 1. April, von 18 bis 19 Uhr.

Die Teilnehmer haben im Anschluss die Möglichkeit zu einem persönlichen, unverbindlichen Gespräch mit der Fachanwältin Frauke Poppek und den zertifizierten Stiftungsmanager*innen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Die Anwältin unterstützt dieses Angebot der Stiftung Naturschutz unentgeltlich.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holstein statt.

Weitere Informationen und Anmeldung unter:
https://www.stiftungsland.de/vererben und telefonisch unter 0431 210 90 101 oder
bei der Volkshochschule unter „vhstohuus“, www.vhs-sh.de/vhstohuus

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Der Stiftung Eiderstedter Natur ist es endlich gelungen, ihren ersten Landtausch mit einem örtlichen Landwirt zu realisieren. Die Stiftung Eiderstedter Natur gibt einen Teil ihrer Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Kirchspiel Garding ab, die sehr gut an das öffentliche Wegenetz angeschlossen sind und direkt an die landwirtschaftlichen Flächen des Tauschpartners angrenzen. Der Landwirt kann so seine Flächen weiter arrondieren, was seine Wirtschaftlichkeit erhöht.

Im Gegenzug erhält die Stiftung Eiderstedter Natur Flächen, die perfekt zu einem größeren Flächenkomplex der Stiftung passen und aufgrund der Lage sehr gute Voraussetzungen für das Erreichen ihrer Naturschutzziele bieten. Mit der neuen Fläche kommen die Naturschützer ihrem Ziel näher, die Lebensräume für Wiesenvögel wie Kiebitz und Uferschnepfe zu optimieren.

Zweck der Stiftung Eiderstedter Natur ist der Erwerb von Flächen für den Naturschutz. Ein bewährtes Instrument hierfür ist auch der Erwerb von Tauschflächen. Dies ermöglicht der Stiftung ideale Flächen für den Naturschutz zu erhalten und gibt örtlichen Landwirten gleichzeitig die Möglichkeit, Flächen zu bekommen, die sich besser für eine landwirtschaftliche Nutzung eignen. Also eine Win-win-Situation für Landwirte und Naturschutz.

Der Flächentausch erfolgt durch einen freiwilligen Landtausch. Eine Art stark ver-einfachte Flurneuordnung, die mit Unterstützung der Landgesellschaft Schleswig-Holstein mbH umgesetzt wird.

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Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein greift am 9. März am Rande des Naturschutzgebietes (NSG) Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee in Lübeck-Blankensee sowie im NSG Wakenitz zur Säge. Ziel der Arbeiten ist es, für die Verkehrssicherheit hauptsächlich an der Blankenseer Straße und den Straßen Seekamp und Am Sonnenberg zu sorgen. Zu einem Kurzeinsatz kommt es zudem am Gleisweg im NSG Wakenitz in Lübeck-Eichholz.

Die Forstarbeiter*innen entfernen hauptsächlich Totholz aus Eichenkronen.

Die Maßnahmen sind mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. In den genannten Bereichen kann es zu kurzfristigen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen.

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Besonders dreist ging es auf den Flächen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein im Tetenhusener Moor nordöstlich von Meggerdorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde, im Februar zu: Unbekannte hoben in dem nähstoffreichen Nassgrünland – übrigens ein gesetzlich geschütztes Biotop – eine rund 20 Quadratmeter und ein Meter tiefe Grube aus. Der entnommene Boden wurde vom zuständigen Flächenmanager Christopher Spann vermutlich knapp einen Kilometer entfernt auf einer Privatfläche wiederentdeckt. Mit dem Aushub sollte offenbar eine kleine Senke verfüllt werden.

„Ich bin einfach nur schockiert! Auf einer fremden Fläche Boden zu entnehmen, um damit eine andere Fläche aufzuwerten, ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten“, sagt der Biologe Spann. Zudem komme zum Tragen, dass entwässerter Moorboden in Verbindung mit Luft klimarelevante Treibhausgase freisetze. „Gerade dies will die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein mit ihrer großangelegten Kampagne zum biologischen Klimaschutz verhindern“, ergänzt Spann.

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat Anzeige erstattet und hofft darauf, dass der oder die Täter ermittelt werden können, dass dies ein Einzelfall bleibt. Der Fachdienst Umwelt der Polizei ermittelt und freut sich über sachdienliche Hinweise unter Tel. 04621-84360.

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Februar

Die Vielfaltschützer der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein sind bestürzt! Unbekannte haben mehrere Staueinrichtung im Königsmoor westlich von Rendsburg in der Gemeinde Königshügel manipuliert und dadurch die Wasserstandsanhebung aus den Jahren 2012 und 2018 auf einer 30 Hektar großen Teilfläche zunichte gemacht. Eine ökologische Katastrophe.

Das Ziel der Naturschutzmaßnahme ist es, den CO2-Ausstoß bei der Zersetzung des ehemals trockengelegten Moorkörpers zu stoppen und die Lebensbedingun-gen seltener moortypischer Arten, wie Torfmoose und Wollgras, wiederherzustellen. Es wird mindestens bis zum nächsten Winter dauern, bis der gewünschte Wasserstand durch Niederschläge wieder aufgefüllt ist. Dies ist besonders drastisch, weil die letzten trockenen Sommer den Mooren besonders zu schaffen machte. Die Vernässungsflächen gehen nun bereits viel zu trocken in den Sommer, wodurch die eingeleitete Entwicklung der Flächen zurückgeworfen wird.

„Unsere Anstaumaßnahmen zu sabotieren, ist dreist und kein Kavaliersdelikt“, sagt Miriam Kimmel, zuständige Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. „Hier werden nicht nur wir, sondern auch alle Schleswig-Holsteiner um die Früchte unserer Arbeit gebracht, denn mit dem erhöhten Wasserstand binden wir hier den Klimakiller CO2 und fördern die Artenvielfalt. Besonders ärgerlich ist, dass der Torf jetzt im Frühjahr und Sommer austrocknet und sich zersetzt.“ Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat Anzeige erstattet und hofft, dass dies ein Einzelfall bleibt.

Das Königsmoor gehört als Vogelschutzbiet zu dem europäischen Schutzgebietssystems „NATURA 2000“. Bedeutsam ist das Gebiet wegen der großflächigen Moorböden, die durch die Wiedervernässung ein großes Potenzial haben, klimaschädliche Gase zu speichern. Gleichzeitig bieten Moore vielen seltenen Arten ein Lebensraum und speichern wie Schwämme große Mengen an Wasser, wodurch sie sich ausgleichend auf das örtliche Klima auswirken und den örtlichen Wasserhaushalt regulieren.

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Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein greift vom 1. bis zum 3. März wieder einmal zur Säge. Das Eschentriebsterben macht auch vor dem Stiftungsland Stadtheide bei Plön nicht halt. Jetzt sind davon 15 Eschen zwischen Bundestraße 76 und Heidensee betroffen. Ihre Wurzeln sind durch Pilze angegriffen. Dadurch stehen sie nicht mehr sicher und drohen auf die Straße zu kippen. Bereits im Januar ist eine Esche auf die Bundesstraße gestürzt. Glücklicherweise kam niemand zu schaden. Jetzt müssen weitere Eschen so gestutzt werden, dass Radler und Autofahrer den Abschnitt gefahrlos passieren können.

Damit die Stelle für den Verkehr wieder sicher wird, werden die Bäume nicht komplett gefällt. Vielmehr werden sie so zurückgeschnitten, dass Hochstämme zurück-bleiben. Sie bieten insbesondere Spechten, Fledermäusen und anderen Höhlenbrü-tern einen wertvollen Lebensraum.

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein bittet um Verständnis, dass es während der Sägearbeiten das Tempo auf der Bundesstraße auf 60 km/h reduziert und der Radverkehr sicher über den Grünstreifen geleitet wird.

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Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein sorgt im Rahmen des „LIFE-Limosa“- Projektes auf einem rund 12,5 Hektar großen Teil des insgesamt 3350 Hektar großen Naturschutzgebiets Beltringharder Koog dafür, dass Uferschnepfe und Co. noch bessere Lebensbedingungen vorfinden.

Zwei lange, schmale Streifen zwischen dem Lüttmoordamm und der „südlichen Kleientnahme“ im Osten sowie zwischen dem Lüttmoordamm und dem Lüttmoorsee sind in den letzten Jahren nicht landwirtschaftlich genutzt worden. Jetzt steht auf dem ehemals offenen Grünland hohes Schilf. Ein No-Go für die Uferschnepfe und andere Wiesenbrüter! Sie bevorzugen übersichtliches Gelände, um Feinde rechtzeitig zu erkennen. Diese Flächen werden ab 2021 wieder extensiv vorwiegend mit Robustrindern vom Frühsommer bis zum Herbst beweidet. Dafür baut die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein dort vogelfreundliche Zäune und hat die Flächen entsprechend durch eine Mulchmahd vorbereitet. Beim Bau des Zauns wird bewusst auf die Verwendung von Stacheldraht verzichtet, um einen möglichen Vogelschlag zu verhindern. Mehr noch, die oberste Litze ist besonders dick und weiß und somit für Vögel gut sichtbar. Insgesamt werden 2330 Meter Zaun gebaut.

Damit wird erreicht, dass zusätzliche Lebensräume für die stark bedrohten Wiesenvögel entstehen sowie Ei- und Kükenräubern, wie Marderhund und Fuchs, die Lebensräume im Koog genommen werden. Denn bisher hatten die Beutegreifer ein leichtes Spiel: Mitten im Koog gab es genügend Möglichkeiten, sich tagsüber im Schilf zu verstecken, um dann in der Nacht auf Nahrungssuche zu gehen.

Bei dem von der Europäischen Union geförderten Naturschutzprojekt steht der Schutz heimischer Wiesenvögel im Vordergrund. Namensgeberin von LIFE-Limosa ist die in Deutschland vom Aussterben bedrohte Uferschnepfe, deren wissenschaftlicher Name „Limosa limosa“ lautet. An der Westküste wird sie liebevoll Greta genannt.

Dieser große elegante Watvogel mit seinem markanten langen Schnabel hat als Charakterart feuchter Wiesenlandschaften hinsichtlich der Größe und Ausstat-tung seines Lebensraumes höhere Ansprüche als andere Wiesenvögel. Wo sich die Uferschnepfe wohlfühlt, finden auch andere Feuchtwiesenvögel, wie Kiebitz, Rot-schenkel und Austernfischer optimale Lebensbedingungen.

An der Planung der Baumaßnahmen beteiligt waren die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, das MOIN sowie das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) mit der Integrierten Station Westküste.

Die Integrierte Station Westküste ist zuständig für die Verwaltung und naturschutz-fachliche Betreuung der Landesliegenschaft Beltringharder Koog. Nach Ende von „LIFE Limosa“ wird die Integrierte Station Westküste die umgesetzten wertvollen Projektmaßnahmen weiterhin betreuen sowie die Umsetzung weiterer Wiesenvo-gelschutz-Maßnahmen im Gebiet in die Wege leiten, so dass Greta & Co. auch zu-künftig sehr gute Lebensbedingungen vorfinden werden.

Die Pressemitteilung finden Sie hier als PDF zum Download.

Wie kann ich sicherstellen, dass mein Vermögen nachhaltig Gutes bewirkt – bereits zu meinen Lebzeiten und über meinen Tod hinaus? Darauf antworten die Notarin und Fachanwältin für Erbrecht Frauke Poppek und Dr. Walter Hemmerling, Geschäftsführer der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein am Mittwoch, 24. Februar, um 18 Uhr während einer digitalen Veranstaltung.

Hemmerling stellt die Arbeit der gemeinnützigen Stiftung Naturschutz vor und die Möglichkeiten, diese in Form von Zustiftungen, Spenden, Stifterfonds oder Treuhandstiftungen zu unterstützen. Die Stiftung Naturschutz trägt als erste Umweltstiftung Deutschlands das Siegel „geprüfter Stiftungstreuhänder“. Sie betreut, berät und verwaltet etliche Stiftungen im Bereich Umwelt und beschäftigt dafür mehrere zertifizierte Stiftungsmanager*innen.

Die Fachanwältin Poppek erläutert die häufigsten Irrtümer im Erbrecht und wie sich familiäre Ärgernisse durch die Gestaltung eines rechtlich einwandfrei gestalteten Testaments vermeiden lassen.
Die Online-Zuschauer*innen haben die Möglichkeit, zwischen 18 und 20 Uhr unter Tel. 0431 210 90 444 ihre persönlichen Anliegen mit Rechtsanwältin Poppek und den Stiftungsmanager*innen Annica Spieß und Torge Hartig zu besprechen. Sie freuen sich auf Ihre Fragen!

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur kostenfreien Anmeldung finden Sie hier: www.stiftungsland.de/anmeldung

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„Das Tierwohl steht für uns an erster Stelle“, betont Thorsten Deinert, Leiter des Flächenmanagements der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. In den Tagen und Wochen der besonderen Witterungsextreme werden die Weidetiere durch die Pächter*innen, Tierhalter*innen und Flächenmanager*innen besonders eng betreut. Nur so könne man sicherstellen, dass es den Highlands, Galloways und Wildpferden auf den Winterweiden im Stiftungsland gut gehe, ergänzt Deinert. Vor allem verharrschte Schneedecken können dazu führen, dass die Weidetiere nicht ausreichend Futter finden. Dann muss nach Rücksprache mit den zuständigen Flächenmanager*innen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zugefüttert werden. Sind die Gewässer, die im Normalfall als Tränken dienen, zugefroren und können für die Tiere nicht mehr zugänglich gemacht werden, stellen die Verantwortlichen Tränken bereit. „Interessanterweise beobachten wir aber auch immer wieder, dass Pferde und Rinder den Schnee mit Vergnügen lutschen, und das obwohl die Bäche noch gar nicht zu-gefroren sind“, erklärt Gerd Kämmer, einer der größten Pächter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und Geschäftsführer von Bunde Wischen eG. Er ist derzeit unermüdlich im Einsatz, um nach dem Wohlergehen der Tiere zu schauen und kümmert sich, wenn nötig um ein paar Ballen Stroh und frisches Wasser für die Tiere.

Gefährlich wird es für die Huftiere im Winter, meist dann, wenn überbesorgte Spaziergänger*innen, Wander*innen oder Tierliebhaber*innen mit vermeintlichen Leckerlis, wie Grünschnitt oder Brotresten vorbeikommen. Rinder und Pferde seien Gewohnheitstiere und ungewohntes Futter führe fast immer, warnt Kämmer eindringlich, zu Verdauungsproblemen. Hochgiftig sei Heckenschnitt wie Kirschlorbeer, Lebensbaum oder Eibe.

Sollten Spaziergänger*innen doch einmal Sorge um die Tiere haben, weil die Weide größtenteils vereist ist, die Tränken zugefroren sind oder es scheint, als wäre dort zu wenig zu fressen oder zu trinken, gibt es an den Weiden der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein eine Notruf-Handynummer der Tierbetreuer. Ansonsten haben die Vielfaltschützer der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gemeinsam mit ihrem Partner-Netzwerk aus Pächter*innen und Tierhalter*innen bei dieser Extrem-Witterung ein besonderes Auge auf ihre Robustrinder und Wildpferde im Stiftungsland.

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Im Hartshoper Moor, Kreis Rendsburg-Eckernförde, sind derzeit Bagger im Auftrag der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein Einsatz. Die Klimaschützer sorgen dafür, dass mehr Niederschlagswasser im Moor gespeichert wird, um so die so wichtige Moorregeneration zu fördern.
Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat in den letzten zehn Jahren im Hartshoper Moor die Wiedervernässung von fast 300 Hektar entwässerten Hochmoorflächen auf den Weg gebracht. Jetzt wachsen dort vielfach schon wieder Torfmoose und binden klimabelastendes Kohlendioxid. Außerdem regeneriert sich der Lebensraum für moortypische Libellen, Frösche und Vögel.

Im Südostteil des Moores kann die Wiedervernässungsfläche jetzt erweitert werden. Zur Verbesserung der Wasserhaltung bauen zwei Bagger Torfdämme, wobei gleichzeitig flache Gewässer als Lebensraum für Libellenlarven, Kaulquappen und Kiebitze entstehen. Moorlandschaften sind lebendige Lebensräume, wo viele hochspezialisierte Tiere und Pflanzen für Vielfalt sorgen.

Der Moorschutz ist ein ebenso wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Mit der Wiedervernässung wird die fortschreitende Zersetzung des Moorbodens und die Freisetzung der klimaschädlicher Gase gestoppt. Die menschlichen Treibhausgasemissionen Schleswig-Holsteins stammen zu elf Prozent aus entwässerten Mooren. Jeder Hektar der Wiedervernässt wird, trägt erheblich zum Klimaschutz bei.

Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Moorschutzprogrammes des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein.

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Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V. arbeiten zukünftig noch enger zusammen, um Ruhe- und Jagdzonen für Wildtiere im Stiftungsland zu optimieren. Dafür beschreiten sie gemeinsam neue Wege bei der Bildung und dem Management von Eigenjagdbezirken der Stiftung.

„Unsere Kooperation ist lange überfällig und konsequent“, erklärte Dr. Walter Hemmerling, Geschäftsführer der Stiftung Naturschutz, heute bei der Unterschrift in der Geschäftsstelle der Stiftung in Molfsee. „Unsere Naturschutzflächen sind stets auch Heimat großer Wildtiere wie Reh, Rothirsch oder Wildschweinen - da ist eine Bejagung unter bestimmten Bedingungen notwendig“, so Hemmerling. „Andererseits wollen wir in einigen Bereichen absolute Ruhezonen für Wild vorhalten!“ Dazu ergänzt Wolfgang Heins, Präsident des Landesjagdverbandes: „Ruhe können unsere Jägerinnen und Jäger gut, aber wenn es sein muss, können sie auch gezielt eingreifen. Denn gerade bei Rotwild und Wildschweinen bedarf es aus Wildschadensgründen und zur Seuchenprävention einer effektiven Regulierung durch Jägerinnen und Jäger – auch in den Naturschutzflächen.“ Dabei denke er genauso an die durch die EU vorgesehene Reduzierung von nicht-heimischen Arten, den sogenannten Neozoen wie etwa Waschbären und Marderhunden.

Die Stiftung Naturschutz kann gemäß Landesjagdgesetz immer dann die Jagd auf Eigentumsflächen selbst organisieren, wenn ein arrondierter Bereich von mehr als 75 Hektar vorhanden ist. Die Stiftungsmitarbeiter jagen dort aber nicht selbst, sondern sie setzen für jedes Gebiet einen oder mehrere Jagdpartner ein (sogenannte Begehungsscheininhaber). Das Management von Wildtieren kann beispielsweise in Wiesenvogelgebieten, bei der Bekämpfung von Seuchen (Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen) oder bei der Regulierung von Problemarten geboten sein. Es gibt aber viele stiftungseigene Flächen, deren jeweiliges Schutzziel keiner Jagd bedarf. Hier verzichten Stiftung Naturschutz und Jägerinnen und Jäger auf die Ausübung. Diese Stiftungsflächen bieten dann einen, in unserer Landschaft selten gewordenen vollkommen ungenutzten und ungestörten Rückzugsraum, eine neue Wildnis auch für Wildtiere.

In der Kooperation haben der Landesjagdverband und die Stiftung Naturschutz nun vereinbart, dass überall dort, wo die Stiftung neue eigene Jagdbezirke ausweist, die betroffenen Jagdgenossenschaften und die örtliche Jägerschaft frühzeitig informiert und in einem offenen Dialogprozess über das örtliche Wildtiermanagement mit eingebunden werden.

Dieser wird in großer Transparenz und intensiver Abstimmung mit dem Landesjagdverband und den örtlichen Jägerinnen und Jägern durchgeführt. Als Ergebnis dieser Zusammenarbeit erwarten beide Seiten, dass sich Konflikte durch die Ausweisung entschärfen lassen und die örtlichen Jägerinnen und Jäger als erfahrene und gebietskundige Jagdpartner dabei helfen, Wildtierbestände gesund zu erhalten und außerhalb der Kernruhezonen nachhaltig zu nutzen, damit in der umgebenden Kulturlandschaft keine Schäden entstehen. „Wir sind davon überzeugt, dass diese Kooperation im beiderseitigen Interesse ist und zu einem besseren gegenseitigen Verständnis beitragen wird“, so Heins und Hemmerling abschließend.

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Ende der 80er Jahre galt der menschenscheue Fischotter hier bei uns im Norden als so gut wie ausgestorben, seine Bestände gingen fast bis auf Null zurück. Einzig und allein am Schaalsee im Lauenburgischen und in der Eider-Treene-Sorge-Region im Kreis Schleswig-Flensburg gab es noch einzelne Restvorkommen. Seit einigen Jahren erobert er aus Mecklenburg-Vorpommern und Dänemark kommend wieder unser Land zwischen den Meeren. Dank der vielen Rettungsmaßnahmen und Artenschutzprojekte von Otterschützern im ganzen Land und auch dank unserer Spendenkampagne „Der Otter braucht Deinen Schotter “, geht es mit dem Vielschwimmer wieder bergauf in Schleswig-Holstein.

Allein im vergangenen Jahr, haben wir rund 3200 Euro Spenden für die scheue Marderart erhalten. Dank dieser Spenden konnten wir auf rund 4000 Quadratmetern neue Gewässerlandschaften schaffen. Dazu gehören auch Versteckhilfen, natürliche Uferböschungen und Schilfstreifen, damit der flinke Schwimmer nachts unbehelligt auf Beutezug gehen kann. Nach den Untersuchungen von Arne Drews, Artenschutzexperte beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Flintbek haben sich die Bestände des „Tier des Jahres 2021“ im östlichen Hügelland so gut erholt und sind so stabil, dass der Fischotter in dieser Region nicht mehr als ausgestorben oder stark bedroht eingestuft wird, sondern die Vielfaltschützer wieder von einem günstigen Erhaltungszustand sprechen.

Vor allem die vielen Maßnahmen entlang der Autobahnen, Straßen, Brücken und Ufersäumen halfen dem Fischotter wieder auf die Beine. Er schwimmt nicht unter Brücken hindurch, sondern steigt aus dem Wasser und läuft am Ufersaum entlang. Gibt es kein Ufer, nimmt er den Weg oben herum, über die Brücke und das ist oft sein sicherer Tod als Verkehrsopfer. Es mussten also breitere Brücken, kleine Stege unter den Brücken und Tunnel her und Zäune entlang der Brücken, die verhinderten, dass er die Straßen überquerte und unter die Räder kam. Die Bundesautobahn 7 beispielsweise ist mittlerweile zwischen Neumünster und Hamburg überall für den Fischotter passierbar.

Überdies haben die Untersuchungen ergeben, dass die Giftbelastung der Gewässer mit dem organischen und krebsauslösenden Chlorverbindungen wie PCB, dem Insektengift DDT, DDE, einem Zerfallsgift des DDT und Ähnlichem stark zurückgegangen ist.

Auch werden die Fischräuber nicht mehr gejagt oder verfolgt. Um die Jahrhundertwende (1900) wurden in Deutschland noch um die 10.000 Otter getötet. Ihr Fell war sehr begehrt für die Herstellung von Mützen, Schals und Kragen, weil es extrem dicht ist und aufgrund dessen besonders gut vor Kälte schützt. Außerdem galt er als Fischjäger schlicht als „schädlich“.

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Ganz schön nobel wird das neue Zuhause der Kreuzkröten in Oehe-Schleimünde. Die Viefaltschützer der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein legen derzeit neue Gewässer mit Blick auf die Ostsee an.

Dabei ist Fingerspitzengefühl und Know-How gefragt. Insgesamt zwei neue Amphibien-Teiche werden hier inmitten des Vogelschutzgebietes Oehe-Schleimünde im Kreis Schleswig-Flensburg ausgehoben. Den Rettern der seltenen Kreuzkröte, die europaweit geschützt ist, muss in direkter Nähe zur Ostsee ein echter Balance-Akt gelingen: Die Tümpel müssen zum einen so flach sein, dass sie im Sommer sicher austrocknen. Nur so ist gewährleistet, dass sich keine Fische in dem Gewässer ansiedeln, nachdem die kleinen Kröten ihr ‚Kinderzimmer‘ verlassen haben. Die Fische würden sonst im nächsten Frühjahr den Froschlaich, der ohnehin schon bedrohten Kreuzkröte fressen. Zudem muss gleichzeitig gewährleistet sein, dass nach Niederschlägen auch immer mal mindestens 20 Zentimeter Wasser stehen bleiben.

Die Vielfaltschützer müssen außerdem verhindern, dass Salzwasser aus der Ostsee in die Süßwasser-Tümpel läuft. „Deshalb haben wir mit dem Aushub der Gewässer gleichzeitig flache strandwallartige Wälle aufgeschoben und rund um die Teiche angelegt“, erklärt Amphibien-Experte und Projektleiter des EU-geförderten Projekts „Frosch und Freunde“ bei der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Das Projekt zugunsten von gefährdeten Amphibien- und Wasserinsekten sowie der Zauneidechse führt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem schwedischen Partner, der Länsstyrelsen Skåne, durch. Dort firmiert das Projekt unter dem Namen „SemiAquatic-LIFE“.

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