Ihr geliebtes Zuhause wird immer kleiner, ihre Speisekarte immer schmaler – die summenden und brummenden Insekten in Schleswig-Holstein sind vom Aussterben bedroht. Die intensive Landwirtschaft, der andauernde Straßenbau, die wachsende Infrastruktur und nicht zuletzt der Gifteinsatz auf Wiesen, Feldern und Weiden lässt ihren Lebensraum drastisch schrumpfen. Imposante 12.000 Insektenarten, von der Eintagsfliege bis zum schillernden Großschmetterling, sind Teil der Natur in Schleswig-Holstein. Aber längst hat unter Schmetterlingen, Hummeln und Bienen ein Massenstreben von dramatischem Ausmaß eingesetzt. 70 Prozent unserer heimischen Tagfalter sind bedroht und stehen auf der Roten Liste.

Blütenbunt-Insektenreich

Dagegen stemmt sich das 80köpfige Team der Stiftung Naturschutz Schleswig Holstein und macht ihr Stiftungsland auf vielfältige Weise wieder zur sicheren Heimat für Insekten.

Blütenbunt-Insektenreich, das ist auch der Titel, eines vom Bund geförderten Projektes der Stiftung Naturschutz. Gemeinsam mit ihren Partnern DVL und IPN will die Stiftung bis 2026 für heimische Insekten neue Lebensräume in Stadt und Land schaffen und engagierte Menschen im Land dabei unterstützen.

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Mit Blüten gegen das Insektensterben

Damit setzt die Stiftung ihr Engagement für die Artenvielfalt aus dem 2020 erfolgreich abgeschlossenen Förder-Projekt „Blütenmeer2020“ fort: Gut 280 Hektar artenarmes Grünland wurden in sechs Jahren Förderzeitraum wieder zu bunten Blumenwiesen und mehr als 100.000, in der projekteigenen Arche Gärtnerei Eggebek, gezogene Wildpflanzen in die Erde gebracht.

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Sicherer Insektenhafen - Stiftungsland

Die Vielfaltschützer der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein schaffen aber nicht nur bunte Wiesen. Denn Insekten brauchen mehr. Blütenreiche Knicks, lichte Waldmoore, Heideflächen oder optimale Amphibienteiche. Der Vielfalt unserer Insekten folgt auch eine Vielfalt an Lebensräumen, in denen sich auch Libellen, Schwebfliegen und unsere rund 2.200 heimischen Schmetterlingsarten wieder wohlfühlen.

Bei uns im Stiftungsland wird daher nicht gedüngt, kein Pestizid verspritzt und auch nicht vier Mal im Jahr gemäht. Hier steht die Vielfalt der Arten an erster Stelle. Heimische Wildblumen und Wildkräuter wie Klappertopf, Küchenschelle, Arnika, Teufelsabbiss, Wilder Thymian, Wiesenschlüsselblume, Wiesenschaumkraut und viele mehr sorgen dafür, dass die Insekten genügend Nahrung haben und in Stängeln oder Blattrosetten überwintern können.

Artenreiche Knicks bieten viel Lebensraum

Knicks – die blühenden Grenzlinien aus Sträuchern und Bäumen durchziehen auch noch heute Teile unseres Landes. Wenn sie gut gepflegt sind und aus vielen verschiedenen Gehölzen bestehen, sind diese landschaftsprägenden Elemente unserer Kulturlandschaft ein abwechslungsreicher Lebensraum.

Ein Knick ist darüber hinaus Heimat mehrerer Tausend Insektenarten: angefangen bei Schwebfliege, Ameisen und Laufkäfern über Honigbienen, Hummeln und verschiedenen Wildbienen-Arten, Bockkäfer und Groß-Libellen, wie die Blaugrüne Mosaikjungfer. Selbst Schmetterlingsraupen lieben die Blätter und Knospen von Sträuchern, allen voran, Schlehe, Weide, Hainbuche oder Weißdorn. Je bunter die Vielfalt der Gehölze im Knick, desto bunter die Insektenvielfalt. Gerade die Frühblüher, unter ihnen Weide und Hasel, sind an warmen Frühlingstagen die erste Anlaufstelle für Hummeln und Bienen.

An Sommertagen locken Brombeeren mit dem fruchtig-herbsüßen Duft ihrer Blüten und Früchte und es schwirrt, brummt und summt in unseren heimischen Knicks. Damit es mehr von ihnen gibt und diese vor allem artenreich und gut gepflegt sind, setzen sich die Vielfaltschützer der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in verschiedenen Projekten ein. Sie pflanzen jedes Jahr rund 1000 Meter neue Knicks.

Libellen und Schwebfliegen am Froschteich

Nicht nur Unken, Frösche und Kröten genießen das Leben an den Teichen im Stiftungsland, eine ganze Reihe von Insekten ist hier ebenfalls zuhause. Allen voran Klein- und Groß-Libellen, wie die wunderschöne Prachtlibelle oder die zarte Azurjungfer. Im und am Teich tummeln sich dazu etwas unscheinbare, aber für das Ökosystem nicht weniger wichtige, Wasserkäfer, Wasserläufer sowie Schweb-, Eintags- und Steinfliegen. Sogar Schmetterlinge zieht es an heißen Tagen zu Tümpeln und Pfützen, hier trinken sie Wasser und nehmen Mineralsalze auf.

Wie die blütenbunten Wildblumenwiesen sind auch saubere Tümpel und Teiche in unserer heutigen Landschaft rar geworden. In der intensiv genutzten Landwirtschaft ist für sie kein Platz mehr – und mit ihnen schwanden Frösche, Kröten und die Insekten. Dank der engagierten Arbeit der Vielfaltschützer der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein entstehen Jahr für Jahr fast 100 neue Laichgewässer im Stiftungsland.

Im Totholz tobt das Leben

Auf den ersten Blick mag es irritierend klingen: Aber im Totholz wimmelt es nur so von Leben. Vögel und Fledermäuse finden in abgestorbenen Bäumen ebenso ein Zuhause wie zahlreiche Käfer-, Wildbienen- und Wespenarten. Egal ob der Baumriese noch steht oder bereits umgestürzt ist, für Insekten ist er ein wahres Paradies, in dem sie sich verstecken können und ausreichend Nahrung und Baumaterial für ihr Zuhause finden.

Totholz ist daher ein wichtiger Bestandteil in den naturnahen Stiftungswäldern und darf im Wald verbleiben, sofern es keine Gefahr für Wanderwege und Straßen gibt.
Nach und nach werden alle Stiftungswälder zu "Wilden Wäldern" wie im Stiftungsland Lohe umgebaut. Das heißt, dass Nadelbäume durch standortgerechte Laubbäume, wie Buche, Eiche, Bergahorn und Birke, in feuchten Wäldern auch Esche, Erle und Pappel, ersetzt werden. Natürlich bleiben die Waldwege für Spaziergänger weiter zugänglich, sodass die (Ur-)Wälder von morgen für jeden erlebbar sind!

Das können Sie tun

  • Decken Sie in ihrem Garten den Blütentisch für Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen, Schmetterlingen und die vielen anderen Bestäuber. Wir haben für Sie wertvolle Tipps – vom Anlegen einer Wildblumenwiese bis zur Nisthilfe für Wildbienen und die Wahl der richtigen Insektenpflanzen – zusammengestellt. Hier finden Sie unsere Gartentipps.

  • Die Lage von zahlreichen Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen, Käfern und Heuschrecken ist katastrophal. Es ist uns gelungen den Goldenen Scheckenfalter nach Schleswig-Holstein zurückzuholen. Helfen Sie mit, dass es noch mehr solcher Erfolgsbeispiele gibt!

Insekten-Retter*in
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Sie möchten ein blütenbuntes Schleswig-Holstein in dem jedes Insekt einen reich gedeckten Tisch vorfindet ? Dann unterstützen Sie uns.

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