Wenn die Temperaturen fallen, der Frost um sich greift und die Schneeflocken durch das Stiftungsland tanzen, schlingen wir Menschen uns den Mantel noch enger um die Hüften, ziehen uns die Mütze noch tiefer ins Gesicht und vergraben die Handschuh-Hände noch tiefer in den Manteltaschen. Ganz anders: die Robust-Rinder und Wildpferde auf den Winterweiden im Stiftungsland. Schnee und Eis bedeuten für diese Huftiere nicht unbedingt Gänsehaut-Feeling, denn sie empfinden anders als wir Menschen. Die Wohlfühl-Temperaturen liegen bei Rindern beispielsweise 15 Grad niedriger. „Wenn wir also schon bibbern und frieren, fühlen die sich erst richtig wohl“, erklärt Gerd Kämmer, geschäftsführender Vorsitzender von „Bunde Wischen eG“ und einer der größten Pächter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

Sorgenvolle Anrufer und Anruferinnen mit Fragen wie: „Frieren die denn gar nicht?“ oder „Finden die bei der Schnee- und Eisschicht überhaupt noch genügend zu fressen und ausreichend Wasser?“ können wir gemeinsam und gewissenhaft zusammen mit unseren rund 1200 Pächtern von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ein deutliches „Keine Sorge“ entgegenstellen. Denn: für den dicken Wintermantel hat Mutter Natur schon gesorgt: Das wärmende Winterfell mit besonders feinem, dichtem Unterhaar sorgt für ein unbeschwertes Dauer-Draußen-Sein der Robust-Rinder und Wildpferde.

Fressen statt frieren

Die Galloways und Highlands haben sich den lieben, langen Sommer über auf den Wiesen und Weiden im Stiftungsland zwischen den Meeren einen Fettvorrat angefressen, so dass sie den Winter jetzt trotz erheblicher Gewichtsverluste gut überstehen. „Über die kalten Monate, also von Oktober bis März können die Rinder problemlos zwischen 100 und 125 Kilogramm absprecken, das sind bis zu 25 Prozent ihres Körpergewichts“, sagt Dirk Andresen, Stiftungspächter und Geschäftsführer von Weidelandschaften e.V. . Anders sei das bei den Wildpferden, sie halten über den Winter ihr Gewicht ziemlich konstant und kommen im Gegensatz zu den Rindern mit ihren scharfen Hufen auch noch an energiereiche Wurzeln von Pflanzen wie beispielsweise Brennnesseln oder Schilf. Überdies haben die Wildpferde einen evolutionsbiologisch bedingten Schlankheits-Sinn. „Pferde sind Fluchttiere. Wenn sie zu fett werden, können sie nicht schnell genug laufen“, weiß Gerd Kämmer.

Den Rindern bleibt in frostigen Zeiten entweder das Wühlen im Schnee oder das Knabbern an Büschen und Bäumen. Und sollte es doch mal eng werden, beispielsweise wenn angetauter Schnee wieder friert und kein Futter mehr aus dem Schnee raus ragt, werde zugefüttert, versichert Kämmer. Zu trinken finden sie an den frostsicheren Tränken auf den sogenannten „Wilden Weiden“- das sind vor allem Bäche und kleinere Flüsse.  „Interessanterweise beobachten wir aber auch immer wieder, dass Pferde und Rinder den Schnee mit Vergnügen lutschen, und das obwohl die Bäche noch gar nicht zugefroren sind.“

Giftige Leckerlis

Gefährlich wird es für die Huftiere im Winter nur dann, wenn überbesorgte Spaziergänger, Wanderer oder Tierliebhaber mit vermeintlichen Leckerlis, wie Grünschnitt oder Brot-Resten vorbeikommen. Rinder und Pferde seien Gewohnheitstiere und ungewohntes Futter führe fast immer, warnt Kämmer eindringlich, zu Verdauungsproblemen. Brot werde von den Tieren nicht sofort gefunden und verschimmelt „Das hält auch der vielzitierte Kuhmagen beim besten Willen nicht aus“, sagt Kämmer. Rasenschnitt beginne zu gären und werde unverträglich. Besonders gefährlich sei Heckenschnitt wie Kirschlorbeer, Lebensbaum oder Eibe. Das sei gleichermaßen hochgiftig für Pferde und Rinder.

Winterweiden – Wanderung im Stiftungsland

Alle Jahre wieder laden wir im Januar und Februar zu einem außergewöhnlichen „Rendevous mit den robusten Wilden“ ein. Dort gibt’s für alle Besucher und Besucherinnen die Chance auf ein Date mit den dauergewellten hornlosen Rumtreibern (Galloways), den zotteligen Junggesellen mit den langen Hörnern (Hochlandrind) oder den Muskelpaketen mit blondiertem Pony (Auerochsen). Hinzu gesellen sich hier und da auch noch die Wildpferde – Koniks und Ex-Moor-Ponys. Die wundervollen Winterwanderungen 2019 im Stiftungsland:  

Wann: Sonntag, 6. Januar 2019
Uhrzeit: 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr
Wo: Schäferhaus
Treffpunkt: Ihlseeweg Ecke Stadtweg, 24983 Handewitt; Eingang Ihlseeweg

Eisiger Wind, schneeverwehte Wiesen und Weiden soweit das Auge reicht und trotzdem stellt sich bei den meisten Besuchern beim Betreten dieser einzigartigen Kulisse sofort das „Jenseits von Afrika“-Gefühl ein. Das kann nur das Schäferhaus. Der ehemalige Flugplatz im Kreis Schleswig-Flensburg gehört zu den schönsten Natur-Oasen in ganz Schleswig-Holstein. Und zwar zu jeder Jahreszeit.  Antje Walter, Schmetterlings-Mama und Projektleiterin des Schmetterlings-Projekts „LIFE Aurinia“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein nimmt Sie zusammen mit Gerd Kämmer, einem der größten Pächter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und geschäftsführender Vorstand des Rinderbetriebs und Biolandhofes „Bunde Wischen eG“ mit und bringt sie dort draußen im ‚Nirgendwo‘ mit den robusten Rindern und Wildpferden zusammen.

Wann: Sonntag, 20. Januar 2019
Uhrzeit: 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr
Wo: Stodthagen bei Kiel
Treffpunkt: Kaltenhofer Moor Parkplatz, 24244 Felm

Direkt vor den Toren Kiels liegt einer der schönsten Naturwälder im Norden: Stodthagen. Dort glitzern überall kleine Gewässer zwischen Moos und umgestürzten Bäumen. Mehrere verschlungene Wege laden zu einer Erkundungstour durch die märchenhaften Kulisse zwischen Kiel und Rendsburg ein. Miriam Kimmel, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und Dirk Andresen, einer der größten Pächter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und Geschäftsführer von „Weidelandschaften e.V.“ nehmen Sie mit durch den jetzt eisigen, mit Glück auch schneebedeckten (Ur-)Wald, der ohne Probleme eine der vielen Kulissen aus dem Fantasy-Film „Der Herr der Ringe“ darstellen könnte.

Wann: Sonntag, 10. Februar 2019
Uhrzeit: 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr
Wo: Nordoe
Treffpunkt: Krebsweg, 25578 Dägeling

Eine der letzten intakten offenen Binnendünen Schleswig-Holsteins ist im Stiftungsland Nordoe zu erleben. Südlich von Itzehoe im Kreis Steinburg. Auch hier leisten die „Ökorasenmäher“ – Robust-Rinder und Wildpferde Großartiges. Durch ihr Fressverhalten sorgen sie dafür, dass die Binnendüne nicht zu wuchert. Sie wollen auch endlich mal ein Draußen-Date mit den robusten Vielfraßen? Dann seien sie dabei wenn Antje Zimmermann, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Antje Walter, Schmetterlings-Mama und Projektleiterin des Schmetterlings-Projekts „LIFE Aurinia“ Sie gemeinsam mit Dirk Andresen, einem der größten Pächter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und Geschäftsführer von „Weidelandschaften e.V.“ mitnehmen zu einer der wundervollen Winterwanderungen durchs Stiftungsland. 

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Unter 0431 210 90–205 gibt Ihnen Ingrid Schulze weitere Auskünfte.
Email: ingrid.schulze@stiftungsland.de

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