Sie liebt es warm, trocken und sonnig – ein Sommerkind durch und durch: die Zauneidechse. So richtig wohl fühlt sich die größte Eidechsen-Art allerdings nur an besonders trockenwarmen Stellen, die sowohl Sonnenplätzchen als auch Schatten und Versteckmöglichkeiten bieten. Dazu gehören Heiden, Magerrasen und auch ehemalige Kieskuhlen mit sandigem Boden. Hier bei uns im Norden kommen die Zauneidechsen – deren lateinischer Name „Lacerta agilis“ flinke Eidechse bedeutet – auch noch an einigen wenigen Bahndämmen oder anderen Böschungen vor. Doch ihre Lieblingsplätze sind hier im nördlichsten Bundesland besonders rar gesät und überdies noch stark bedroht und isoliert. Oftmals weichen sie dem unaufhörlichen Straßen, Wohnungs-, und Häuserbau sowie der alles dominierenden Landnutzung, die keine Säume, Streifen oder Lücken mehr zulässt.

Vielfaltschützer als Geburtshelfer

Da die Zauneidechsen hier bei uns in Schleswig-Holstein so isoliert auf ihren einsamen Lebensraum-Inseln leben und die Männchen eben nur noch vereinzelt auf ein williges Weibchen treffen, bleiben die Nachkommen aus und die Bestände schrumpfen. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein richtet deshalb nicht nur die Lieblingsplätze der Echsen wieder her, sie richtet auch komplett neue Lebensräume im Stiftungsland ein. Und: seit gut fünf Jahren haben wir auch eine eigene Zauneidechsen-Zucht. Dazu wurden dort, wo sich viele Zauneidechsen tummeln, einige Exemplare eingefangen. In der Aufzuchtstation haben sie sich dann gepaart. Die Eier wurden anschließend in einem sogenannten Inkubator, oder einfacher: Brutschrank, unter kontrollierten Bedingungen bebrütet. Nach dem Schlüpfen hieß es für die Vielfaltschützer Janis Ahrens und seine Kollegen  päppeln, päppeln, päppeln. Und zwar rund um die Uhr. Aber der unermüdliche Einsatz an den Echsen-Wiegen hat sich gelohnt. Die Mini-Saurier  haben sich zunächst bei den ersten Modellprojekten im Kreis Segeberg, dann auch im Stiftungsland Nordoe bei Itzehoe im Kreis Steinburg, auf der Halbinsel Holnis,  der Geltinger Birk – beides Naturschutzgebiete im Kreis Schleswig-Flensburg – und auch in Woltersdorf im Kreis Herzogtum-Lauenburg gut eingelebt und auch schon wieder selbständig fortgepflanzt.

Noch mehr Mini-Drachen für das Land zwischen den Meeren

2019 geht der unermüdliche Einsatz weiter. Auch im Hasenkrug in Bad Bramstedt und Latendorf, Kreis Segeberg, werden weitere Lieblingsplätze der Zauneidechsen aufgewertet und viele kleine Zauneidechsen ausgesetzt. Rund 40 bis 50 Jungeidechsen werden an den drei Standorten in die Freiheit entlassen.

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