Seit drei Jahren lässt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein nun schon den Sommerhonig auf JKK-Giftstoffe, die sogenannten Pyrrolizidin-Alkaloiden (PA) untersuchen. In den beiden ersten Versuchsjahren 2014 und 2015 hielt sich die PA-Belastung in überschaubaren Grenzen. Nur zwei bzw. drei Prozent des untersuchten Sommerhonigs in Schleswig-Holstein war so stark belastet, dass er nicht mehr vermarktet werden konnte.

In 2016 stieg die Anzahl der belasteten Sommerhonig-Proben auf 18 Prozent. Das zeichnete die ersten großen Sorgenfalten auf die Stirn der Imker im Land. Der belastete Sommerhonig war im vergangenen Jahr vor allem auf den viel zu kalten und viel zu nassen Sommer zurück zu führen. Die Honigbienen fanden kaum blühende Blumen für ihre Nektar-Gewinnung. Nur das für sie eigentlich unattraktive Jakobs-Kreuzkraut blühte trotz Kälte und Nässe und bot einen verlässliches Nektar-Angebot. Entsprechend hoch fiel die Belastung des Sommerhonigs aus. Das soll sich jetzt ändern: Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat gemeinsam mit dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) einen Praxisversuch für den Einsatz von Halbzargen entworfen. Diese ermöglichen, im Gegensatz zu den sonst in Schleswig-Holstein typischen Vollzargen ein frühes Abschleudern des Sommerhonigs (vor JKK-Blühbeginn) und somit ein Imkern ohne Eintrag von JKK-Giftstoffen.

Insgesamt 15 Imkerinnen und Imker aus den Kreisen Ostholstein, Schleswig-Flensburg, Ratzeburg, Rendsburg-Eckernförde, Segeberg und Plön, die im vergangenen Jahr einen hoch belasteten Sommerhonig hatten, nehmen an dem Versuch teil. Erste Ergebnisse werden im Herbst erwartet.

Imker-Telefon

Aiko Huckauf
Tel. : 0431 210 90 799
E-Mail: aiko.huckauf@stiftungsland.de

News

Sommerhonig wieder deutlich geringer belastet – Stiftung Naturschutz stellt Untersuchungsergebnisse 2017 vor

Weiterlesen