Tiere und Pflanzen kümmern sich nicht um Staatsgrenzen. Aber wenn ihr Lebensraum auf der anderen Seite abrupt aufhört, kriegen sie Probleme, Grenzen zu überwinden. Um ihre Biotope besser zu vernetzen, damit sie wandern und in den genetischen Austausch treten können, hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein drei Jahre lang mit Partnern in Deutschland und Dänemark eine Fülle von Naturschutzprojekten auf beiden Seiten der Grenze umgesetzt.

Das Projekt BioGrenzKorr – Schaffung grenzüberschreitender Lebensraumkorridore für besonders geschützte Arten -wurde von 2010 bis 2013 zu 65% aus Mitteln des INTERREG-Programms der Europäischen Union finanziert. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und ihre Partner haben die Menschen der Region nicht nur über die Naturschutzmaßnahmen für die europaweit geschützte Arten informiert, sondern sie auch aktiv eingebunden und beteiligt. Ein regelmäßiger fachlicher Austausch zwischen den Partnern und den Akteuren der Regionen war dabei selbstverständlich.

Landschaften verbinden

Im Fokus des dänisch-deutschen Projektes standen europaweit geschützten Tierarten, wie die Haselmäuse, die äußerst seltene Birkenmaus, sowie Fledermäuse. Für das Überleben dieser Tierarten in der Grenzregion ist die Vernetzung ihrer Lebensräume auch über Landesgrenzen hinweg zum Überleben notwendig. Der naturschutzfachliche Schwerpunkt lag dabei auf der Verbesserung von Wald- und Knickstrukturen. Bestehende Lücken  wurden geschlossen und Bestände verbessert, Waldränder mit blühenden und Früchte tragenden Sträuchern aufgewertet, Fledermausquartiere geschaffen, Haselmäuse wieder angesiedelt. Alle vier Partner haben Flächen für das Projekt zur Verfügung gestellt. Auf dänischer Seite waren das Naturstyrelsen-Fyn mit den Gebieten an den Svanninge Bakker, das Naturstyrelsen-Sønderjylland mit den Wäldern bei Gråsten, beteiligt. Auf deutscher Seite brachte die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ihr Stiftungsland Schäferhaus ein, die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten steuerten ihre Wälder bei Kupfermühle bei.

Ergebnisse

Neben den lebensraumgestaltenden Maßnahmen haben die Projektpartner einen großen Schwerpunkt auf den Austausch von Erfahrungen und Wissen gelegt.

Ein grenzübergreifendes Habitat- und Ausbreitungsmodell stellt für die Partner auf beiden Seiten eine wesentliche Handlungsgrundlage für den Schutz der im Grenzbereich ausgestorbenen (S.-H.) bzw. vom Aussterben bedrohten (DK) Haselmaus dar.

Die dänischen Partner konnten den schleswig-holsteinischen Partnern viel Wissen über die Birkenmaus vermitteln. Auch wenn gemeinsame Erfassungsversuche auf der deutschen Seite erfolglos blieben, konnten die Schleswig-Holsteiner viel von den dänischen Experten lernen. Im Zuge des Projektes hat ein erster internationaler Workshop über die Birkenmaus zum guten Fachaustausch auf europäischer Ebene beigetragen.

Auf der Suche nach Fledermäusen wenden die beiden Nationen nicht nur unterschiedliche Methoden an, sondern die Schutzkonzepte unterscheiden sich teils deutlich. Experten beider Seiten tauschten sich mehrfach aus und informierten sich über Technik und Erfolge auf der jeweils anderen Seite. Erstmalig wurden die Fledermausbestände der grenznahen Eigentumsflächen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und den schleswig-holsteinischen  Landesforsten wissenschaftlich erfasst.

Ansprechpartner

Dr. Björn Schulz, Projektleitung
Tel.: 0431 210 90 404
E-Mail: Bjoern.Schulz@Stiftungsland.de

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