Das Projekt „BlütenMeer 2020“ zieht positive Bilanz und blickt mit der „Blütenmeer GmbH“ in eine wildbunte Zukunft. Wildbunte Blumenwiesen und damit ein reiches Nahrungsangebot für die heimischen Insekten – das ist nur ein Erfolgsergebnis des „BlütenMeer 2020“-Projekts der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Das im Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ geförderte Projekt hat seine Ziele in den vergangenen sechs Jahren mehr als erreicht und zieht eine positive Gesamtbilanz. Und das Beste ist: auch in Zukunft ist mit der neu gegründeten Blütenmeer GmbH dafür gesorgt, dass das Saatgut bedrohter Wildpflanzen weiter Abnehmer findet. Auf diese Weise werden die artenreichen Wiesen, Weiden und Heiden in  Schleswig-Holstein auch in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen.

Entwicklungshelfer für die Wildblumen

In den vergangenen 40 Jahren haben sie zu häufig zu viel von absolut unverträglichem Dünger, wie beispielsweise Stickstoff, abbekommen. Deshalb haben sie sich nach und nach vom Acker bzw. von Wiesen und Weiden gemacht. Von allein fanden Sie nicht mehr zurück. Zum Glück hat das siebenköpfige „BlütenMeer 2020“-Team um Ersthelfer Dr. Christian Dolnik (Projektleiter) ihnen in den letzten Jahren erfolgreiche Starthilfe mit einer Extraportion Pflege gegeben.

Auf insgesamt 2.500 Hektar – das entspricht in etwa der Größe der nordfriesischen Insel Amrum (2000 ha) – wurden die Lebens- und vor allem die Überlebensbedingungen für die wilden Schleswig-Holsteiner wiederhergestellt. Dabei wurden nicht etwa die gesamten 2500 Hektar bearbeitet, sondern nur Teilflächen der Feuchtwiesen, Trockenrasen und Heide (10%). Die Arten werden sich dann aus eigener Kraft auf die gesamte Fläche ausbreiten, da es ja ihr ursprünglicher und natürlicher Lebensraum ist.

Echte Vorzeige-Wiesen mit noch reichlich einheimischen Wildpflanzen sind das „Stiftungsland Schäferhaus“ in Flensburg und der Bundeswehr-Standort „Putlos“ in Ostholstein. Durch die jahrzehntelange militärische Nutzung habe kein Interesse daran bestanden, die Wiesen dort zu düngen oder zu spritzen. Deshalb dienen diese wild-bunten Wiesen oftmals als Spender für Flächen, die nur grün, wenig bunt und schon gar nicht vielfältig sind. Die Wildpflanzen werden nach der Samenreife abgemäht und auf den Wiesen, die bunt und wild werden sollen ausgestreut (Mahdgutübertragung). Je nach Bedarf hilft das „BlütenMeer 2020“-Team dann noch einmal nach und sät wilde Gräser und Kräuter aus regionalem Saatgut zusätzlich mit ein.

So hoffen die Blüten-Vermeerer, dass die wildbunt-blühenden Schleswig-Holsteiner wieder mit Sack und Pack einziehen im Land zwischen den Meeren.

Eine Arche für die bedrohten, wilden Schleswig-Holsteiner

Viele der wilden Schleswig-Holsteiner sind selten. Einige sogar so selten, dass sie in Schleswig-Holstein nur noch an einem einzigen Standort wachsen. Um das Überleben dieser schleswig-holsteinischen Raritäten zu sichern, gibt es in dem Projekt eine eigens aufgebaute Gärtnerei. In der ehemaligen Bundeswehrfahrzeughalle im Archepark in Eggebek ist die „Archegärtnerei“ zu Hause. Dort kümmert sich Wiebke Busch als technische Leiterin mit ihrem Team um stark bedrohte Pflanzenarten. Aus einer handvoll Pulsatilla-Saat oder der Saat von rauem Löwenzahn zieht das Archegärtnerei-Team unter naturnahen Bedingungen robuste Jungpflanzen groß. Diese werden dann, wenn sie groß und stark genug sind, in die Flächen ausgesät, die sich innerhalb eines Jahres von langweilig-grün in aufregend-bunt verwandeln sollen.

Eine wild-bunte Zukunft für alle

Sie bringen uns ein Stück „Früher“, ein Stück Wohlgefühl und ein Stück Schleswig-Holstein zurück. Sie sind eine Prise natürliche Nostalgie. Aber sie sind nicht nur hübsch, sondern wichtig, überlebenswichtig!! Schmetterlinge, Wildbienen ihre wilden Bekannten und Verwandten fliegen auf die bunten Blüten. Diese schwirrenden Herumtreiber wiederum sind ein Leckerbissen für Zauneidechse, Frosch und Vogel. Die wildbunten Blumen bringen die quirlige Vielfalt unserer Tiere zurück. Gemeinsam bilden sie eine bunte WG inmitten Schleswig-Holsteins und sorgen so ganz nebenbei für eine intakte Natur mit sauberem Wasser und sauberer Luft, an der wir und unsere Kinder wieder durchatmen können.

Das Projekt BlütenMeer 2020 wird in den nächsten fünf Jahren mit 2,9 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm »Biologische Vielfalt« gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz fachlich begleitet. Projektträger ist die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Fachliche Unterstützung kommt ebenfalls von der Artenagentur Schleswig-Holstein, dem Förderverein Mittlere Treene e.V. sowie dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein. Zudem wird das Projekt von den Kreisen Dithmarschen und Schleswig-Flensburg finanziell unterstützt.

Mehr Informationen zum Projekt finden sie auf der Projekt-Internetseite www.bluetenmeer2020.de

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Ihre blau- und purpurfarbenen Glocken gehören zu den ersten, die sich im Frühjahr der Sonne entgegenstrecken. Ungeduldig werden sie dann schon von Wildbienen und Hummeln erwartet. Sie wächst allerding nur dort, wo sie freie Sicht hat und ihr niemand zu sehr auf die Pelle rückt.

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Unsere „Pretty in Pink“ liebt die Gesellschaft von Johanniskraut und Bergsandglöckchen. Sonne satt von oben und schön trocken um die Füße sind ein Muss. Ihre knalligen Blüten locken viele Schmetterlinge an. Ach ja, sie hört auch auf den Namen „Maiden Pink".

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Unsere wilde Schönheit mit den gelben Blüten mag es sandig oder moorig um die Füße und warm um den Kopf. In ihrer Kindheit ist sie so gar kein Kuscheltyp – sie braucht ihre Ruhe und Platz zum Wachsen. Und beim Durstlöschen gilt: bitte kalkfreies Wasser!

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Er ist wild und verhältnismäßig laut. Seine ausgeklügelte Strategie: Er klappert mit seinen Samen im Wind und macht voll auf Schmarotzer. Mit seinen Wurzeln zapft er die Nachbarpflanzen an und mopst ihnen die Nährstoffe. Ein ganz schön schlaues Kerlchen also!

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Ihr lila-pink-farben, fast purpurner Schopf leuchtet im Hochsommer schon von weitem. Und bei genauerem Hinsehen, könnte man meinen sie grüßt mit einem freundlichem Nicken vom Wegesrand rüber. Dort am Wege und Waldrand, an Hecken oder in der Nähe von Mauern fühlt sie sich am wohlsten. Wenn sie dann noch genügend Wärme abbekommt und ihre Füße in kalkigem Boden stecken, ist sie rundum glücklich.

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Noch eine wilde Schönheit, die mit rosaroten und ganz selten auch mit weißen Reizen (Blüten) becirct. Diese öffnen sich erst gegen Mittag und auch nur, wenn das Thermometer die 20-Grad-Marke knackt. Früher war sie DIE Heilpflanze bei Magen- und Darmbeschwerden.

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Diese wilde Schleswig-Holsteinerin besticht mit ihren zartroséfarbenen Blütenblättern, die noch dazu leicht-süß und fein-holzig nach Moschus duften.
Damit lockt sie viele Schmetterlinge, wie hier das Grün-Widderchen an. Ein bisschen anspruchsvoll ist sie schon: bitte nicht zu feucht, aber auch nicht zu trocken, lautet ihre Devise. Auf ihr roséfarbenes Köpfchen darf dafür so viel Sonne wie möglich.

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Projektpartner

Das Projekt „BlütenMeer 2020 – Entwicklung artenreicher Grün- und Offenlandlebensräume in Schleswig-Holstein“ wird in den nächsten vier Jahren – bis März 2020 – mit zwei Millionen Euro  aus dem Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz fachlich begleitet. Projektträger ist die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Fachliche Unterstützung kommt ebenfalls von der Artenagentur Schleswig-Holstein, dem Förderverein Mittlere Treene e.V. sowie dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein. Zudem wird das Projekt von den Kreisen Dithmarschen und Schleswig-Flensburg finanziell unterstützt.

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