Ein naturnaher Fluss oder Bach mit viel Raum, um regelmäßig über die Ufer zu treten, das ist ein wahrer Hotspot der Biodiversität. Doch leider gibt es in Schleswig-Holstein nur noch wenige solcher naturnahen Auenlandschaften. Dabei leisten die Auen vielfältige Dienste. Sie erhöhen die Selbstreinigungskraft von Gewässern, halten Nährstoffe zurück und leisten einen hohen Beitrag zum Hochwasserschutz. Für die Ausbreitung vieler Tierarten sind sie wahre Autobahnen, zum Beispiel für den Fischotter.

Je nach Lage und Umgebung können Auenlandschaften ausgedehnte Wildnisgebiete oder beweidete Offenlandlebensräume beinhalten. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein sichert Auenflächen durch Ankauf und setzt darauf biotopgestaltende Maßnahmen um. Drei Beispiele:

Die Krückau – Auenschutz mit Schülerhand

In den Gemeinden Alveslohe und Langeln findet ein Auenprojekt der besonderen Art statt. Hier haben schon Generationen von Schüler*innen mehr als 33.000 Bäume an der Krückau gepflanzt. Ihr ehemaliger Lehrer Gerd Janssen aus Barmstedt hat das Projekt 2002 initiiert. 2018 hat die Stiftung Naturschutz 3.000 weitere Bäume wie Wildapfel und Flatter-Ulme bereitgestellt, die auf Stiftungsland jetzt neuen Auwald begründen. Erste Erfolge sind schon zu beobachten: Eisvogel, Schwarzstorch und Fischotter werden regelmäßig gesichtet.

An der Wellspanger Au – Auwaldentwicklung

Im Bereich der Wellspanger Au hat die Stiftung 2016 gezielt Flächen angekauft und lebensraumverbessernde Maßnahmen durchgeführt. Dazu gehört die Wiedervernässung auf 17,6 Hektar Niederung an der Boholzer Au. Damit das Wasser in der Fläche bleibt, wurden unter anderem Drainagen aufgehoben und Entwässerungsgräben geblockt. Auf neun Hektar wurden typische Baumarten wie Weiden, Erlen oder die Flatter-Ulme (Baum des Jahres 2019) gepflanzt.

Das Modellprojekt Eidertal – Au ohne Wald

Eine Auenlandschaft, die durch große Offenlandbereiche geprägt ist, ist das Modellprojekt Weidelandschaft Oberes Eidertal zwischen Flintbek und Bordesholm. Hier erhalten Rinder und Pferde die Niederung als Rückzugsort für seltene Pflanzen- und Vogelarten (z.B. Orchideen, Schlüsselblumen, Braunkehlchen, oder Wachtelkönig). Ein Großteil der Niederung wurde bereits für die Natur durch die Stiftung Naturschutz, den Wasser- und Bodenverband Obere Eider und weitere Akteure gesichert. Seither konnten sich natürliche Wasserstände weitläufig wieder einstellen und die Eider tritt im Sommer wieder großflächig über die Ufer.

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