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Lebensräume bewahren & Vielfalt sichern
Insektenvielfalt in Schleswig-Holstein
Insekten retten in Schleswig-Holstein – wir handeln!
Mit rund 20.000 Arten, von der filigranen Schwebfliege und der Eintagsfliege bis zum farbenprächtigen Großschmetterling, sind Insekten ein unverzichtbarer Teil der Natur Schleswig-Holsteins. Doch seit Jahren erleben wir einen dramatischen Rückgang. Über 65 Prozent unserer heimischen Tagfalter sind stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Insgesamt betrifft der Rückgang fast alle Insektengruppen und hat weitreichende Folgen für das ganze Ökosystem.
Ursachen sind unter anderem die immer intensiver werdende Landwirtschaft, der Ausbau von Straßen und Siedlungen, sowie der intensive Einsatz von giftigen Pflanzenschutzmitteln auf Wiesen, Weiden und Feldern. Lebensräume schrumpfen, Nahrung wird knapp. Zusätzlich belastet ein hoher Stickstoffeintrag aus Verkehr und Landwirtschaft die empfindlichen Ökosysteme. Kleine Flächen, die nur durch mühevolle Handpflege offen gehalten werden können, werden oft sich selbst überlassen.
Hier setzt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein an:
Wir schaffen gezielt Schutzräume, pflegen Blühwiesen und erhalten Lebensräume – so geben wir den Insekten im Stiftungsland wieder ein sicheres Zuhause.
Die Ökosystemleitung der Insekten – unverzichtbar für Mensch und Natur
Auch wir Menschen sind auf die Vielfalt der Insekten angewiesen: Sie bestäuben unser Obst, Gemüse und einen Großteil der Blütenpflanzen. Ohne sie wären viele Nutzpflanzen nicht in der Lage, Früchte zu tragen – und unsere Ernten würden drastisch zurückgehen. Das Insektensterben bedroht daher nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch unsere Ernährungssicherheit. Weltweit wird der wirtschaftliche Wert der Bestäubungsleistung von Insekten auf rund 500 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.
Doch Insekten leisten noch viel mehr: Sie helfen dabei, abgestorbene Pflanzen und Tiere abzubauen. Dadurch gelangen wertvolle Nährstoffe zurück in den Boden und der natürliche Kreislauf in unseren Ökosystemen bleibt erhalten. Trotz dieser großen Bedeutung hat die Menge der Fluginsekten in Deutschland in den letzten 30 Jahren um mehr als drei Viertel abgenommen. Nur wenn wir die Vielfalt der Insekten schützen, sichern wir auch langfristig unser Obst, Gemüse und unsere Arzneipflanzen.
Unsere kleinen Helden im Detail:

Wildbienen - wahre Spezialisten unter den Bestäubern
Eine einzelne Mauerbiene kann genauso viel Bestäubungsleistung erbringen wie 120 Honigbienen – ein beeindruckender Beitrag zum Erhalt unserer Natur.

Schmetterlinge: Meister der Blütenpflege
Mit ihren langen Rüsseln gelangen Schmetterlinge an tief verborgenen Nektar. Viele Arten sind auch nachts aktiv und bestäuben Pflanzen wie Nachtkerze oder Wiesenflockenblume – ein wertvoller Beitrag zur Vielfalt.

Totholzkäfer: die fleißigen Recycler
Käfer sind wichtige Zersetzer organischen Materials. Mistkäfer verwandeln Tierkot in wertvollen Dünger, während Totholzkäfer abgestorbenes Holz zersetzen und damit den Nährstoffkreislauf im Garten unterstützen.

Heuschrecken: natürliche Bodenbelüfter
Beim Fressen von Gräsern und Kräutern durchdringen Heuschrecken die Pflanzenwurzeln und verbessern so die Struktur des Bodens – ein natürlicher Beitrag zur Bodenfurchtbarkeit.

Zweipunkt-Marienkäfer: kleine Schädlingsbekämpfer
Räuberische Insekten wie der Zweipunkt-Marienkäfer sind wichtige Helfer auf dem Feld und im Garten. Die Larven fressen täglich bis zu bis zu 150 Blattläuse und schützen so unser Pflanzen vor Schädlingen.
Pestizide und Dünger – eine Belastung für Insekten:
Pflanzenschutzmittel sind für die Insekten oft tödlich. Pestizide werden in der Landwirtschaft eingesetzt, um Schädlinge und unerwünschte Pflanzen zu bekämpfen – sie treffen jedoch nicht nur die Zielorganismen, sondern auch wichtige Insekten wie Bienen, Schmetterlinge und Käfer. Bereits geringe Mengen von Insektiziden können zu Lähmungen und schließlich zum Tod führen. Auch indirekt richten diese Gifte großen Schaden an: Herbizide wie Glyphosat vernichten Wildpflanzen, die für Insekten unverzichtbare Nahrungsquellen und Rückzugsorte bieten. So schrumpft die bunte Vielfalt der Blütenpflanzen – und damit die die Lebensgrundlage der Insekten.
Pestizide bleiben nicht nur auf den behandelten Flächen: Wind, Regen und andere natürliche Einflüsse transportieren sie in benachbarte Felder, Gewässer, ins Grundwasser und sogar in entlegene Regionen wie Arktis und Antarktis. Rückstände wurden dort bereits nachgewiesen. Auf direktem und indirektem Weg tragen Pestizide maßgeblich dazu bei, dass Insekten immer seltener durch unsere Landschaft fliegen und die biologische Vielfalt abnimmt.







