Artenschutzprojekt

Wiederansiedlung seltener Pflanzen

Metapopulation

Wiederansiedlung seltener Pflanzenarten in Schleswig-Holstein

Zwergstrauchheiden, Borstgrasrasen, Kalk-Halbtrockenrasen, die Salzwiesen der Ostseeküste und artenreiche Mähwiesen gehören zu den Lebensraumtypen (LRT) mit einem schlechten Erhaltungszustand in Schleswig-Holstein. Ein Grund hierfür sind die fehlenden Pflanzenarten, die früher in diesen Biotopen vorgekommen sind. So sind zum Beispiel Arnika, Schwarzwurzel und Kreuzblümchen als typische Arten der Borstgrasrasen und Heiden extrem selten geworden.

Das Land Schleswig-Holstein hat daher eine Initiative zur Wiederherstellung dieser Lebensräume gestartet und fördert in einem Artenschutzprojekt die Wiederansiedlung seltener und gefährdeter Arten auf den Flächen der landeseigenen Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

In einem großen Projekt sollen in den Jahren 2025 bis 2029 über 40 Arten über Saatgut und Topfpflanzen wieder in ihren früheren Lebensräumen angesiedelt werden. Jedes Jahr werden daher mehrere 1000 Topfpflanzen verschiedener Arten benötigt, die unter fachkundiger Anleitung an geeigneten Standorten ausgebracht werden.

Als erfolgreiche Wiederansiedlung wird gewertet, wenn sich die Arten am Ort wieder selbstständig vermehren und eine eigenständige, sich selbst erhaltende Population aufbauen. So sollen mehrere Populationen der Arten in Schleswig-Holstein wieder aufgebaut werden (LRT-Metapopulations-Projekt). Im Jahr 2030 wird dann der Erfolg der Maßnahmen gutachterlich bewertet.

Fakten

Projektzeitraum:
2025 - 2030
Projektziel:
Botanische Aufwertung seltener und gefährdeter Lebensraumtypen wie Borstgrasrasen und Heiden auf Binnendünen und Sandern, Kalkhalbtrockenrasen, Hochstaudenfluren, Flachland-Mähwiesen und basenreiche Sandtrockenrasen im europäischen Netzwerk NATURA 2000
Maßnahmen:
Maßnahmen zur Verbesserung der Habitatstruktur und des Arteninventars von Lebensraumtypen (LRT) wie Plaggen von Borstgrasrasen und Heiden, Pflanzung und Aussaat kennzeichnender Arten zur Etablierung weiterer Populationen von seltenen und gefährdeten Arten
Kooperationen:
Landesamt für Umwelt SH, Ministerium für Energiewende, Klimaschutz und Umwelt- und Naturschutz SH

Liste der Arten im Metapopulationsprojekt

UG = Ursprungsgebiet für krautige Wildpflanzen
UG 1 = Nordwestdeutsches Tiefland, Anteil SH: Marsch und Geest
UG 3 = Nordostdeutsches Tiefland, Anteil SH: Östliches Hügelland

Artname lat.Deutscher NameUG
Alchemilla glabraKahler FrauenmantelUG 1
Apium repensKriechender SellerieUG 3
Alchemilla subcrenataKerbzahn-FrauenmantelUG 1
Apium graveolensEchter SellerieUG 3
Arnica montanaArnikaUG (1)+3
Campanula glomerataKnäuel-GlockenblumeUG 3
Carex pallescensBleich-SeggeUG 1
Carex spicataDichtährige SeggeUG 1
Cirsium acauleStängellose KratzdistelUG 3
Dianthus carthusianorumKarthäuser-NelkeUG 1+(3)
Filipendula vulgarisKleines MädesüßUG 3
Helianthemum nummulariumGewöhnliches SonnenröschenUG 3
Helichrysum arenariumSand-StrohblumeUG 1+3
Helictochloa pratensisWiesen-HaferUG 3
Inula salicinaWeidenblättriger AlantUG 3
Oenante lachenaliiWiesen-PferdesaatUG 3
Polygala vulgarisGewöhnliches KreuzblümchenUG 1+3
Primula verisWiesen-SchlüsselblumeUG (1)+(3)
Pulsatilla pratensisWiesen-KüchenschelleUG 1+3
Pulsatilla vulgarisGewöhnliche KüchenschelleUG 3
Sanguisorba minor ssp. minorKleiner WiesenknopfUG 3
Scorzonera humilisNiedrige SchwarzwurzelUG (1)+3
Serratula tinctoriaFärber-ScharteUG 1+3
Succisa pratensisTeufelsabbissUG 1+3
Thalictrum flavumGelbe WiesenrauteUG 1+3
Thalictrum minusKleine WiesenrauteUG 3
Trifolium aureumGold-KleeUG 3
Trifolium montanumBerg-KleeUG 3

 

Details zum Metapopuationsprojekt