Projekt RegioPro D

Blütenvielfalt - regionale Wildpflanzen für artenreiches Grünland

Artenreiche Grünland-Lebensräume sind in Deutschland überwiegend in einem schlechten Erhaltungszustand, was zum massiven Rückgang offenlandtypischer Insektenarten beiträgt.

Gebietseigenes Wildpflanzensaatgut und Direkterntematerial für Naturschutz und Renaturierungsprojekte sowie Kompensations- oder Baumaßnahmen in der freien Natur stehen in vielen Ursprungsgebieten bisher nicht ausreichend zur Verfügung. Darüber hinaus besteht noch erheblicher Qualifizierungsbedarf bei Planer- und Anwender*innen von naturnahen Begrünungsverfahren. 

Um die Situation zu verbessern, wollen der Deutsche Verband für Landschaftspflege, der Verband deutscher Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten e.V., die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die Hochschule Anhalt und die Hochschule Osnabrück ein Verbundvorhaben in den Bundesländern Bayern, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein durchführen. Das übergeordnete Ziel des geplanten Verbundvorhabens ist eine Verbesserung der Verfügbarkeit und eine Ausweitung der Anwendung von gebietseigenem Saatgut und Direkterntematerial für die Aufwertung und Neuanlage von artenreichem Grünland. Dabei geht es um die Verbreiterung des Angebots an Direkterntematerial und gebietseigenem Wildpflanzensaatgut für die Neuanlage von artenreichem Grünland (u. a. auch für Insekten) in ausgewählten Ursprungsgebieten, die Unterstützung des Aufbaus von Wildpflanzenvermehrungen und die Erhaltung artenreicher Spenderflächen. 

Durch die Qualifizierung von Fachakteur*innen für Direkternteverfahren wird die Anwendung solcher Verfahren gefördert. Durch Qualifizierung neuer Wildpflanzenvermehrer*innen und den Aufbau von Sammelnetzwerken für Basissaatgut werden die Voraussetzungen für den Aufbau von Wildpflanzvermehrungen verbessert. Im Rahmen von Demonstrations- und Praxisversuchen sollen naturschutzfachlich hochwertige artenreiche Wildpflanzenmischungen, Direkternteverfahren und Pflegevarianten erprobt werden. Bei der Zusammenstellung von Wildpflanzenmischungen sollen die Herausforderungen des Klimawandels und die Anforderungen bei der Aufwertung von Grünland für Insekten berücksichtigt werden. 

Im Rahmen von Feldtagen und Workshops sollen die Versuche zur Qualifizierung von Fachakteuren für Direkternteverfahren sowie Planer*innen und Umsetzer*innen von Maßnahmen genutzt werden. Das Verbundvorhaben wird durch eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit begleitet, die sowohl bundesweit als auch regional viele verschiedenen Zielgruppen anspricht.

Hier finden Sie aktuelle Veranstaltungen.

Hier finden Sie die Projektpost 2/2025.

Fakten

Projektzeitraum:
2024 - 2030
Projektziel:
Aufbau nachhaltiger Infrastrukturen zur Verbesserung der Verfügbarkeit gebietseigener Wildpflanzen für die Wiederherstellung artenreichen Grünlands
Maßnahmen:
Für Regionen mit unterversorgter Produktion von Wildpflanzensaatgut sollen Saatgutanbaubetriebe aufgebaut und für die Erweiterung des angebauten Artenspektrums mit Ausgangssaatgut und Informationen unterstützt werden.
Kooperationen:
Hochschule Osnabrück (Projektkoordination), Hochschule Anhalt/Bernburg, Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL), Verband deutscher Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten e. V. (VWW)
Aktueller Status:
Das Projekt bietet mit zahlreichen Informationsveranstaltungen und Fortbildungen sowie mit der Anlage von Praxis- und Demonstrationsflächen Beispiele für die Anlage von artenreichem Grünland. Aktuell laufen auch Sammlungen von Wildpflanzensaatgut.

Gärtnereien für die Wildpflanzenvermehrung gesucht!

Ähnlich wie für die Sortenvielfalt unserer Gartenpflanzen gibt es auch für die Vermehrung von Wildpflanzen besondere Kriterien, die sicherstellen sollen, dass ein breites genetisches Spektrum bei der Vermehrung der Wildpflanzen erhalten bleibt und keine Einkreuzungen mit Kulturpflanzen stattfinden dürfen. Dies wird durch Zertifikate für den Wildpflanzenanbau sichergestellt.

Für die Ausbringung der Topfpflanzen auf Flächen, die von Bio-Landwirt*innen bewirtschaftet werden, muss darüber hinaus das Pflanzgut biozertifiziert sein.

Sollten Sie eine Bio-Gärtnerei führen und Interesse am Einstieg in die Wildpflanzenproduktion (Saatgut und/oder Topfpflanzen) haben, beraten wir Sie gerne und beteiligen Sie bei unseren Ausschreibungen für die Auftragsvermehrungen zu unseren Naturschutz-Projekten.

Interessenbekundungen für den Wildpflanzenanbau in Schleswig-Holstein:

Christian Dolnik, 0176-99540800

Projekt zur Förderung des Wildpflanzenanbaus in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt:

https://www.hs-osnabrueck.de/regioprod/