LIFE-Aurinia

Gerettet!

Der Goldene Scheckenfalter ist zurück

Noch vor wenigen Jahrzehnten war der Goldene Scheckenfalter ein vertrauter Anblick auf bunten Feuchtwiesen, Heiden und Magerrasen. Heute ist er in vielen Bundesländern verschwunden – auch in Schleswig-Holstein galt er lange als ausgestorben.

Der Grund: Seine Lebensräume gingen verloren oder wurden stark verändert. Aus artenreichen Wiesen wurden Äcker oder intensiv genutztes Grünland. Stickstoffeinträge, Entwässerung und die Zerschneidung der verbliebenen Flächen verschlechterten zusätzlich die Bedingungen. Die kleinen, voneinander isolierten Bestände hatten kaum noch eine Überlebenschance.

Ein Comeback für einen besonderen Schmetterling

Mit dem Projekt „LIFE-Aurinia“ ist es gelungen, den europaweit geschützten Falter in naturnahe Weidelandschaften Schleswig-Holsteins zurückzubringen. Der Goldene Scheckenfalter gilt als sogenannte Schirmart: Wo er geeignete Lebensbedingungen findet, profitieren auch viele andere seltene Tier- und Pflanzenarten.

Es wurden viele gezielte Maßnahmen durchgeführt, die meisten zur Verbesserung der Lebensräume. Ein internationaler Fachbeirat von Kennern der Art begleitete das Projekt konstruktiv. So steht der Goldene Scheckenfalter heute nicht nur für den Schutz einer einzelnen Art, sondern für die Wiederherstellung wertvoller, artenreicher Kulturlandschaften.

  • Pflege von Heiden und Halbtrocken- und Borstgrasrasen durch Entbuschung und angepasste Beweidung
  • Schaffung offener Bodenstellen, z. B. durch kontrolliertes Brennen oder Oberbodenabtrag
  • Umwandlung von Fichtenforst in Binnendünen mit Heide
  • Wiederansiedlung wichtiger Pflanzen – darunter der Teufelsabbiss als Nahrung für die Raupen sowie Nektarpflanzen wie Arnika und Schwarzwurzel
  • Genetische Untersuchungen zur Auswahl geeigneter Spenderpopulationen des Falters und Aufbau einer Zucht mit dänischen Faltern zur Vermehrung
  • Erfolgreiche Wiederansiedlung des Goldenen Scheckenfalters in Nordoe, Lütjenholm, Geltinger Birk, Reesholm und den Löwenstedter Sandbergen

Fakten

Projektzeitraum:
2010 - 2018
Projektziel:
Wiederherstellung von wertvollen Lebensräumen wie Borstgrasrasen, Heiden, Feucht- und Magerwiesen; Wiederansiedlung des Goldenen Scheckenfalters, Aufbau überlebensfähiger Populationen
Maßnahmen:
Wiederansiedlung von Nahrungs- und Nektarpflanzen, Lebensraumoptimierung, Offenhalten von Flächen, Zucht von E. aurinia
Kooperationen:
LIFE, internationales Expertenteam, Naturstyrelsen Dänemark
Aktueller Status:
Abgeschlossen

LIFE-Aurinia - für alle, die es genauer wissen wollen

Der Goldene Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) war in Schleswig-Holstein ausgestorben. Durch umfassende Naturschutzmaßnahmen konnte er erfolgreich wiederangesiedelt und dauerhaft etabliert werden.

Im Projekt wurden in insgesamt 14 Projektgebieten auf rund 131 Hektar artenreiche Feuchtwiesen, Borstgrasrasen, Heiden und Magerrasen als potentiell für den Falter geeignete Lebensräume entwickelt. Knapp 75 Hektar dienen als hochwertige Habitatflächen den aktuellen tatsächlichen Vorkommen des Falters. Zusätzlich konnten etwa 234 Hektar ehemals intensiv genutzter Flächen in artenreiches Grünland umgewandelt werden. Flankierend wurden mit Maßnahmen zur Wiederherstellung von Morphologie und Wasserhaushalt Übergangsmoore und zahlreiche Gewässer geschaffen.

Zentrale Nahrungspflanzen wurden gezielt gestärkt: Vom Teufelsabbiss als Raupennahrung wurden rund 100.000 Pflanzen eingebracht. Auch die bei den Falter sehr beliebte Nektarpflanze und

Verantwortungsart Arnika konnte mit über 12.000 Pflanzen und sehr erfolgreichen Ansaaten etabliert werden. Die Bestände der Schwarzwurzel wurden ebenfalls ausgebaut.

Ehemalige Fichtenforste auf 16 ha wurden in naturnahe Heidelandschaften auf Binnendünen umgewandelt und ökologisch deutlich aufgewertet.

Die Wiederansiedlung des Goldenen Scheckenfalters gelang in fünf Gebieten: Gelting, Nordoe, Lütjenholm, Reesholm und Löwenstedt. Dort entstanden neun stabile Teilpopulationen mit jeweils teils mehreren Hundert Individuen in den vergangenen Jahren.

Zur nachhaltigen Pflege der Flächen wurden bewährte und innovative Methoden eingesetzt, darunter Mahdgutübertragung, Oberbodenabtrag, Ansaaten sowie eine gezielte Beweidung mit Rindern und Ziegen. Besonders die abgestimmte Beweidung trägt dauerhaft zu einer vielfältigen und faltergeeigneten Vegetationsstruktur bei.

Damit ist es gelungen, den Goldenen Scheckenfalter wieder fest in Schleswig-Holstein zu etablieren und zugleich großflächig artenreiche Offenlandschaften zu sichern, von denen zahlreiche weitere gefährdete Arten profitieren.

Das Projekt LIFE-Aurinia ist erfolgreich abgeschlossen. 2020 wurde LIFE-Aurinia als eines der besten LIFE-Natur-Projekte ausgewählt und war als einer von 5 Finalisten beim LIFE Award.

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