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Stiftungsland
Schwansener See
Der frühe Vogel… Über der Ostsee geht die Sonne auf, die Vogelwelt erwacht. Die Graugänse begrüßen als Erste mit ihrem Geschnatter die Ausflügler, dicht gefolgt von den schwatzhaften Rauchschwalben und den im Flug trällernden Feldlerchen. Im Tagesverlauf sind vom Wanderweg aus Kiebitz, Rotschenkel oder Brandgänse zu beobachten. Untermalt wird das muntere Treiben in den Abendstunden nach Regen von den Balzrufen der Kreuzkröten-Männchen.
Ein See am Strand
Der Schwansener See zwischen Damp und Schönhagen zählt mit seiner Wasserfläche von 110 Hektar zu den größten Strandseen der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Er wird von einer 150 Meter breiten Nehrung von der Ostsee getrennt. Das Naturschutzgebiet umschließt die unmittelbar an den See angrenzenden Röhrichte, Salzwiesen, Feuchtsenken, den östlich gelegenen Strandwall und einen größeren Flachwasserbereich der Ostsee.
Rettung eines Küstenlebensraum
Mit dem von der EU geförderten Projekt LIFE-BaltCoast ist es der Stiftung Naturschutz gelungen, eine intakte Strandseelandschaft mit Fluss-, Küsten- und Zwergseeschwalben sowie der herausragenden Bedeutung als Vogelbrut- und Rastgebiet zu erhalten. Gleich ein ganzes Bündel von Maßnahmen haben die Vielfaltschützer angepackt:
- die künstliche Entwässerung aufgehoben
- Kleingewässer, insbesondere für die Kreuzkröten, gebaut
- gezüchtete Kreuzkröten ausgesetzt
- die standorttypische Vegetation durch extensive Beweidung gefördert
- Anzahl der Beutegreifer, wie Fuchs, Marder und Co., für Küstenvögel reduziert
Besonders die Unterstützungsaufzucht der Kreuzkröte verlief erfolgreich und erfreut die Vielfaltschützer. Die Population ist in der Folge von acht Rufern in 2005 auf rund 60 Kreuzkrötenmännchen in 2012 gewachsen. Damit gehört sie zu den großen Populationen an der schleswig-Holsteinischen Ostseeküste. Damit besteht ein Ausbreitungspotential für die Kreuzkröte entlang der Küste z. B. über die Oehe-Schleimünde zur Geltinger Birk bis hin zu den nächsten dänischen Populationen bei Broager.
Weidetiere sorgen für Weitblick
Mit ihrem Appetit auf Grünzeug halten Galloways den Bewuchs im Stiftungsland kurz – optimale Bedingungen für Flora und Fauna. An den Amphibientümpel werden schattenspendende Pflanzen abgefressen, damit sich das Wasser im Frühjahr schneller erwärmt. Ein deutlicher Vorteil für die Fortpflanzung der Kreuzkröte. Ein Plus auch für die kleinen lichtliebenden Pflanzen, die zwischen hoch aufwachsenden Nachbarn und in einer verfilzten Krautschicht keine Chance hätten, wie z. B. das gefleckte Knabenkraut. Von der Beweidung profitieren auch die Wiesenbrüter, wie Rotschenkel und Kiebitz. Sie stehen auf kurzrasige Flächen, weil sie Feinde so rechtzeitig erspähen können. Auch über die aus Asien eingeführte Kartoffelrose machen sich die Galloways her. Sie würde sonst das Gebiet ganz überwuchern.
Menschliche Eingriffe: von der Bucht zur Lagune
Die Gletscher der letzten Eiszeit haben hier eine weit in das Innere der Halbinsel Schwansen reichende Bucht hinterlassen. Eine Nord-Süd verlaufende, küstenparallele Strömung verfrachtete von der Steilküste bei Schönhagen abgetragenes Material und lagerte dieses weiter südlich als Strandwall ab. Im Laufe von Jahrhunderten schloss der Nehrungshaken den Niederungsbereich vollständig von der freien See ab. Die ehemalige Bucht ist heute ein Strandsee. Erst seit gut 100 Jahren sind See und Meer endgültig getrennt. Seit dem Bau von Deichen und Betonmauern 1955, kann kein Salzwasser mehr eindringen und der Schwansener See ist ausgesüßt. Lediglich durch ein Siel strömt heute kontrolliert Ostseewasser in die Lagune, der dadurch noch leicht salzhaltig ist. Die an das Schutzgebiet anschließenden Niederungsflächen sind vom See abgedeicht. Sie werden durch Pumpen künstlich entwässert und intensiv landwirtschaftlich genutzt.
Fakten
- Größe:
- 215 Hektar
- Lebensraum:
- Röhrichte, Salzwiesen, Feuchtsenken, Strandwall, Flachwasserbereiche, Strandsee, Spülsäume, Küstendünen
- Ziel:
- Erhaltung einer ökologisch intakten Strandseelandschaft an der Ostsee mit ihrer großen Zwergseeschwalbenkolonie und der herausragenden Bedeutung als Vogelbrut- und Rastgebiet.
- Tiere:
- Grasfrosch, Waldeidechse, Kreuzkröte, 128 Brutvogelarten und über 30 Zugvogelarten: Strandwall: Zwergseeschwalbe, Sandregenpfeifer; Röhricht: Haubentaucher, Graugans, Reiher- u. Tafelente; Rohrdommel, Teich- u. Schilfrohrsänger; Salzwiesen mit Wiesenvögel
- Pflanzen:
- 3.000 Pflanzenarten: Breitblättriges Knabenkraut; Strandwall: Meersenf, Salzmiere, Meerkohl, Strandhafer, Hauhechel, Stranddistel, Stand-Platterbse; Lagune: Laichkraut, Wasser-Hahnenfuss und Tannenwedel; Sonstige: Kleine Pimpinelle, Grasnelke, Echtes Labk
Extras
- Wanderweg
- Picknickgelegenheit
- Aussichtspunkt
- Hunde angeleint erlaubt
- Radweg



