Stiftungsland

Königsmoor

Die Besucher*innen sind fasziniert von dem Farbenzauber, wenn sie das Zentrum des Königsmoor erreichen.

Bulten mit Polstern aus oft rot gefärbten Torfmoosen, die von Scheidigem Wollgras, Glocken-, Besen- und Rosmarinheide besiedelt sind, wechseln mit Schlenken, den mit grünen Torfmoosrasen aufgefüllte Senken , in denen häufig Sonnentau, Schmalblättriges Wollgras oder Weißes Schnabelried wachsen. Moorlilie und Moosbeere setzen weitere Akzente. Vom Himmel schallt der Gesang der Feldlerche herab, Schwarzkehlchen beobachten von ihrer Sitzwarte aus ruhig die Umgebung und der Kiebitz begeistert mit seinen tollkühnen Flugbahnen.

Das Königsmoor ist mit ehemals 2.200 Hektar eines der großen Hochmoore in der Eider-Treene-Sorge-Niederung und wurde 1915 für die intensive landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt. Die Stiftung Naturschutz versucht hier, die Uhr zurückzudrehen: Seit 2011 hat die Stiftung Naturschutz auf 280 Hektar den natürlichen Wasserhaushalt wiederhergestellt. Hierdurch entsteht nicht nur ein beachtlicher CO₂-Speicher, sondern auch wichtiger Lebensraum für gefährdete Tiere und Pflanzen.

Grafik einer Libelle

Klimaschutzzertifikate und Moorrenaturierung aus einer Hand

Dieses Moor ist ein Mulitalent: Es bringt nicht nur Klima- und Artenschutz unter einen Hut. Das Sahnehäubchen: Hier können sich Bürger*innen direkt vor ihrer Haustür an der Rettung des Moors westlich von Rendsburg beteiligen. Dafür können sie MoorFutures ® (Klimaschutzzertifikate) bei der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein , einer Tochtergesellschaft der Stiftung Naturschutz, erwerben und den eigenen CO₂-Fussabruck verkleinern. Sie helfen damit, schädlichen CO₂-Ausstoß zu vermeiden und gleichzeitig lebendige Moorlandschaften zu erhalten. Und das alles in unserer Heimat Schleswig-Holstein.

Die Stiftung Naturschutz, hat als Moorexpertin Flächen im Königsmoor erworben, um sie zunächst aus der landwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen und nach und nach wiederzuvernässen. Die Ausgleichsagentur hat in einem 68 Hektar großen Teil des Königsmoores den natürlichen Wasserhaushalt wiederhergestellt. Die Maßnahmen wurden aus dem Erlös vom Verkauf der MoorFutures® finanziert.

Wie kommt das Wasser ins Moor zurück

Moorlandschaften sind hochspezialisierte und lebendige Lebensräume mit einer Vielzahl gefährdeter Arten. Die meisten fühlen sich erst richtig wohl, wenn sie mit den Füßen im Wasser stehen. Was viele nicht wissen: Intakte Moore sind effektive CO₂-Speicher. Der ständige Wasserüberschuss in Hochmooren aus Niederschlägen sorgt für das Torfwachstum, und damit dafür das klimaschädliche Treibhausgase gespeichert werden. Damit das funktioniert, werden alte Entwässerungsrohre gekappt, Gräben verfüllt, aus Torf Dämme gebaut oder neuerdings auch spezielle Folien in den Moorkörper eingezogen.

Trockengelegte Moore sind dagegen Treibhausgasquellen, da sich zersetzende Torfböden viel CO₂ freigeben. Die Wiedervernässung von Mooren stoppt diesen Prozess, der Kohlendioxid-Ausstoß wird deutlich gemindert, sogar gänzlich gestoppt. Langfristig kann das Moor wieder CO₂ binden, wenn das Torfmooswachstum wieder angekurbelt ist. Intakte, wachsende Hochmoore produzieren je Hektar jährlich zehn Kubikmeter Torf, in denen 0,8 Tonnen CO₂-Äquivalente gespeichert werden. Entwässerte Moore setzen dagegen jährlich acht Tonnen CO₂-Äquivalente frei.

Flora und Fauna – Spezialisten im Moor

Moore weisen extreme Lebensbedingungen auf: hohe Wassergehalte, Sauerstoffmangel, geringe Nährstoffversorgung und starke Versauerung des Bodens. Im Frühjahr und Sommer warten im Stiftungsland Königsmoor die weißen Puschel des Wollgrases, die rosafarbenen Blütenstände des Heidekrautes und die Balzrufe des Moorfrosches. Aber auch im Herbst können aufmerksame Besucher*innen neben den laut schallenden Rufen der Kraniche wahre Raritäten, wie den fleischfressenden Sonnentau, entdecken.

Das Königsmoor hat noch mehr zu bieten. Neben den typischen Moorspezialisten, wie Wachtelkönig und Braunkehlchen, kommen auch viele Arten der Nasswiesen, wie die Bekassine vor. Kreuzotter und wasserliebende Insekten, wie die Gemeine Binsenjungfer, gehören auch dazu.

Geschichte: Trockengelegt für die Landwirtschaft

Bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war das Königsmoor weitgehend frei von menschlichen Einflüssen. Die erste, auf einen Aufruf des dänischen Königs Friedrich V. zurückgehende, Besiedlung erfolgte ab 1756, endete jedoch rasch. Von 4.000 Moorhöfen blieben am Ende aufgrund der schweren Kultivierbarkeit des Moores nur 600 Siedler übrig. Um diese Zeit entstanden auch die Ortschaften in der Region, darunter Christiansholm.

Die eigentliche Moorkultivierung, deren Ergebnisse noch heute greifbar sind und das Königsmoor wesentlich geprägt haben, begann während des Ersten Weltkrieges. Kilo-meterlange Vorflutgräben wurden ausgehoben. Sie legten das Moor nach und nach trocken. Danach wurde mit Gespannen, später mit Maschinen gepflügt und in dem Zusammenhang auch gekalkt und systematisch gedüngt. Zunächst wurden Hafer und Roggen angebaut. Die Landwirtschaft ging später durch Grünlandwirtschaft zur Milch- und Fleischproduktion über und war überwiegend auf Eigenversorgung ausgerichtet. Eine systematische Kultivierung der Flächen zu Grün- und Ackerland erfolgte erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1989 kaufte die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein erste Flächen und startete 2011 die großangelegte Wiedervernässung des wertvollen Lebensraums Moor.

Was kann ich für den Klimaschutz tun?

Setzen Sie sich für den Schutz der Moore ein und unterstützen Sie unsere Moorschutzprojekte!  Mit einer Spende  über 120 Euro können wir 100 Quadratmeter Moor ankaufen, noch einmal 40 Euro kostet die dauerhafte Renaturierung dieser Fläche.

Kaufen Sie der Umwelt zu Liebe nur „torffreie“ Blumen- und Gartenerde . Noch immer werden in Deutschland, aber mit steigender Tendenz auch in den Baltischen Ländern und Russland Moore zerstört, um Torf abzubauen. Achten Sie daher auf „torffreie“ Erden und lassen Sie sich nicht durch Angaben wie „torfreduziert“ oder „torfarm“ in die Irre führen. Übrigens, auch sogenannte Bioerden können große Mengen Torf enthalten!

Fakten

Größe:
ehemals 2.200 Hektar, 650 Hektar im Besitz der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Lebensraum:
Hoch- und Niedermoor, Birkenmoorwälder, an den Rändern artenreiches Feuchtgrünland
Ziel:
Klima- und Artenschutz, moortypische Lebensräume mit ihrer charakteristischen Tier- und Pflanzenwelt erhalten
Tiere:
Kiebitz, Rotschenkel, Wasserralle, Bekassine; Blau-, Schwarz- u. Braunkehlchen, Goldregenpfeifer, Wachtelkönig, Feldlerche, Schafstelze, Weißstorch, Großer Brachvogel, Rohr- und Kornweihe, Kranich, Wiesenpieper, Moorfrosch, Kreuzotter, Bläuling
Pflanzen:
verschiedene Torfmoose, Wollgras, Glocken-, Besen- und Rosmarinheide, Sonnentau, Weißes Schnabelried, Moorlilie, Krähenbeere, Moosbeere

Extras

  • Wanderweg
  • Picknickgelegenheit
  • Aussichtspunkt
  • Hunde angeleint erlaubt

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