World Wetlands Day – Wasser im Stiftungsland

Torfmoose und Moorpflanzen – Frosch und Kröte - Fischotter und Eisvogel – für sie ist Wasser DAS Lebenselixier!

  • Fischotter! Nicht nur flink, sondern auch gesellig. Foto: Henrike Hoffmann

  • Eisvogel - der fliegende Diamant, Foto: pixabay.com

  • Fruchtendes Wollgras

  • Laubfrosch mit gefüllter Schallblase, Foto: Heiko Grell


Der Weltfeuchtgebietstag wird seit 22 Jahren regelmäßig am 2. Februar begangen. Er erinnert an die Unterzeichnung der Konvention über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung (Ramsar Konvention) in der iranischen Stadt Ramsar am 2. Februar 1971. 2019 steht dieser Tag unter dem Motto „Feuchtgebiete und Klimawandel“.

Intakte Moore und Feuchtgebiete erfüllen wichtige ökologische Funktionen und haben als Kohlenstoff-Minimierer eine bedeutsame Rolle. In Deutschland beherbergen Feuchtgebiete - vom Wattenmeer und den Boddengewässern, über die größeren und kleineren Fließgewässer mit ihren Auen bis hin zu den Seen, Weihern, Teichen und Tümpeln sowie Mooren und Sümpfen - eine große Anzahl spezialisierter Tier- und Pflanzenarten. Durch die Zerstörung von Feuchtgebieten sind viele von ihnen stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Wir retten Moore und damit das Klima

Dem fortschreitenden Verlust von Mooren stemmt sich die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein seit vielen Jahren entgegen. Mehr als 1.200 Hektar in 12 Mooren hat sie in den vergangenen acht Jahren renaturiert und damit 1,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente dauerhaft gebunden. Dafür könnte jeder der rund 1.5 Millionen in Schleswig-Holstein zugelassenen PKWs rund 5.200 Kilometer fahren. Der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein besitzt rund 6000 Hektar Hoch- und Niedermoore im ganzen Land.

Trockengelegte Moore sind echte Klimakiller

In den 50er Jahren gab es in Schleswig-Holstein  noch rund 180.000 Hektar Moorflächen (45.000 ha Hochmoor, 135.000 ha Niedermoor). Doch in den vergangenen 60 Jahren sind durch die Torfzersetzung 35.000 Hektar verschwunden. Derzeit werden etwa 80 Prozent der Moorflächen überwiegend entwässert und landwirtschaftlich genutzt. Die Folge: An die Stelle von Torfbildung treten Torfabbauprozesse. Die über lange Zeit festgelegte Biomasse wird mineralisiert und der der Klimakiller CO2 freigesetzt.  So werden im nördlichsten Bundesland jährlich rund 2,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente durch Zersetzung entwässerter Moorböden freigesetzt. Das entspricht 9,3 % der Gesamtemissionen Schleswig-Holsteins.

 

Funktionierende, nasse Moore sind CO²-Senker

Moorlandschaften machen weltweit nur drei Prozent der terrestrischen Fläche aus. Dennoch speichern sie fast ein Drittel des an Land gebundenen Kohlenstoffs aus. Das ist doppelt soviel wie in allen Wäldern der Welt. Umso bemerkenswerter, dass heute Feuchtgebiete dreimal schneller als Wälder verschwinden. Die Entwässerung von Feuchtgebieten trägt damit zu einem Viertel der Freisetzung von klimarelevanten Gasen bei. Wasser marsch! heißt aber nicht nur bei den Mooren. Um die biologische Vielfalt Schleswig-Holstein zu bewahren und zu fördern, gehören auch die Anlage von Amphibiengewässern und der Schutz naturnaher Flüsse und Bäche zu den Schwerpunkten der Stiftungsarbeit.

Auenschutz von Schülerhand: darauf stehen nicht nur Fischotter

In den Gemeinden Alveslohe und Langeln, Kreis Pinneberg,  hat sich ein Auenprojekt der besonderen Art etabliert. Hier haben Generationen von Schüler*innen mehr als 33.000 Bäume an der Krückau gepflanzt. Der Lehrer Gerd Janssen aus Barmstedt hat das Projekt 2002 initiiert. 2018 hat die Stiftung Naturschutz 3.000 weitere Bäume, unter ihnen Wildapfel und Flatter-Ulme bereitgestellt, die auf Stiftungsland jetzt einen neuen Auwald begründen. Erste Erfolge sind schon zu beobachten: Eisvogel, Schwarzstorch und Fischotter werden regelmäßig gesichtet.

Noch mehr Kröten braucht das Land

Mehr Wasser in die Landschaft holt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein mit ihrer Amphibien-Initiative seit nunmehr 15 Jahren. Zu den Gewinnern im Stiftungsland zählen Frösche, Kröten und Unken. Bislang sind 1.700 neue Laichgewässer und amphibiengerechte Landschaften entstanden, die das Aussterben europaweit geschützter Froschlurche im Land verhindert haben. Laubfrösche, Rotbauchunken und Moorfrösche sind aus der Agrarlandschaft zwar weitgehend verschwunden, im Stiftungsland finden sie aber ein sicheres Zuhause. Und im Mai und Juni können wir sie vielerorts bei unseren Froschkonzerten quaken hören.