Wo ist Greta? Unterstützung für Charaktervogel der Westküste

Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein wertet Beltringharder Koog Nord für Uferschnepfe und andere Wiesenbrüter weiter auf

  • Foto: Reimer Stecher


Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein sorgt im Rahmen des „LIFE-Limosa“-Projektes auf einem rund 12,5 Hektar großen Teil des insgesamt 3350 Hektar großen Naturschutzgebiets Beltringharder Koog dafür, dass Uferschnepfe und Co. noch bessere Lebensbedingungen vorfinden.

Zwei lange, schmale Streifen zwischen dem Lüttmoordamm und der „südlichen Kleientnahme“ im Osten sowie zwischen dem Lüttmoordamm und dem Lüttmoorsee sind in den letzten Jahren nicht landwirtschaftlich genutzt worden. Jetzt steht auf dem ehemals offenen Grünland hohes Schilf. Ein No-Go für die Uferschnepfe und andere Wiesenbrüter! Sie bevorzugen übersichtliches Gelände, um Feinde rechtzeitig zu erkennen. Diese Flächen werden ab 2021 wieder extensiv vorwiegend mit Robustrindern vom Frühsommer bis zum Herbst beweidet. Dafür baut die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein dort vogelfreundliche Zäune und hat die Flächen entsprechend durch eine Mulchmahd vorbereitet. Beim Bau des Zauns wird bewusst auf die Verwendung von Stacheldraht verzichtet, um einen möglichen Vogelschlag zu verhindern. Mehr noch, die oberste Litze ist besonders dick und weiß und somit für Vögel gut sichtbar. Insgesamt werden 2330 Meter Zaun gebaut.

Damit wird erreicht, dass zusätzliche Lebensräume für die stark bedrohten Wiesenvögel entstehen sowie Ei- und Kükenräubern, wie Marderhund und Fuchs, die Lebensräume im Koog genommen werden. Denn bisher hatten die Beutegreifer ein leichtes Spiel: Mitten im Koog gab es genügend Möglichkeiten, sich tagsüber im Schilf zu verstecken, um dann in der Nacht auf Nahrungssuche zu gehen.

Bei dem von der Europäischen Union geförderten Naturschutzprojekt steht der Schutz heimischer Wiesenvögel im Vordergrund. Namensgeberin von LIFE-Limosa ist die in Deutschland vom Aussterben bedrohte Uferschnepfe, deren wissenschaftlicher Name „Limosa limosa“ lautet. An der Westküste wird sie liebevoll Greta genannt. Dieser große elegante Watvogel mit seinem markanten langen Schnabel hat als Charakterart feuchter Wiesenlandschaften hinsichtlich der Größe und Ausstattung seines Lebensraumes höhere Ansprüche als andere Wiesenvögel. Wo sich die Uferschnepfe wohlfühlt, finden auch andere Feuchtwiesenvögel, wie Kiebitz, Rotschenkel und Austernfischer optimale Lebensbedingungen.

An der Planung der Baumaßnahmen beteiligt waren die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, das MOIN sowie das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) mit der Integrierten Station Westküste.

Die Integrierte Station Westküste ist zuständig für die Verwaltung und naturschutzfachliche Betreuung der Landesliegenschaft Beltringharder Koog. Nach Ende von „LIFE Limosa“ wird die Integrierte Station Westküste die umgesetzten wertvollen Projektmaßnahmen weiterhin betreuen sowie die Umsetzung weiterer Wiesenvogelschutz-Maßnahmen im Gebiet in die Wege leiten, so dass Greta & Co. auch zukünftig sehr gute Lebensbedingungen vorfinden werden.