Winterwanderung im Stiftungsland Nordoe

Wind und Dauerregen: Von diesen Bedingungen ließen sich rund 70 Naturfreunde am Sonntag, 23.2.2020, im Stiftungsland Nordoe nicht abschrecken.

  • Vielfaltschützerin Antje Walter führt die Besucherinnen und Besucher der Winterwanderung durch das Stiftungsland Nordoe

  • Highland-Rind im Stiftungsland Nordoe

  • Winterwanderung durch das Stiftungsland Nordoe

  • Vielfaltschützerin Antje Walter informiert über die Herausforderungen das Stiftungsland halboffen zu halten

  • Nach der Wanderung gab es leckere Gulaschsuppe von Weidelandschaften e. V.


Wind und Dauerregen: eben typisch schleswig-holsteinisches Wetter. Von diesen Bedingungen ließen sich jedoch rund 70 Naturfreunde am Sonntag, 23.2.2020, im Stiftungsland Binnendünen Nordoe nicht abschrecken. Was zählt auch schon etwas Regen gegenüber einem Rendevouz mit den robusten „Ökorasenmähern“. Eingeladen zu dieser besonderen Wanderung hatte die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Dick in Jacken eingemummelt und mit Regenschirmen gewappnet ging es für die Besucherinnen und Besucher unter Führung der Vielfaltschützerinnen Antje Zimmermann, Antje Walter und Ingrid Schulze mitten in das Naturschutzgebiet südlich von Itzehoe. Begleitet wurden sie dabei von Johannes Persch, Förster bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, und Nele Andresen, Mitarbeiterin von „Weidelandschaften e.V.“, einem der größten Pächter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

Die Highland-Rinder, Galloways und Exmoorponys auf ihren Weiden waren sicherlich über die vielen Kleidungsschichten der menschlichen Gäste auf ihrer Weide erstaunt. Ihnen reicht ihr zottiges dichtes Fell um sich auch bei Regen und Schnee warm zu halten, wie die interessierten Besucherinnen und Besucher erfuhren. Richtig wohl fühlen sie sich nämlich erst bei Temperaturen unter 15°C. Angepasst an das raue schottische Klima aus dem sie stammen, kommen sie im Winter auch mit mageren Futterportionen klar und knabbern auch mal an den weniger schmackhaften Gehölzen. Dies hilft der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein die seltenen Binnendünen frei von Büschen zu halten und so ihren Charakter zu bewahren.

Natürlich kamen auch die anderen Bewohner des Stiftungslandes bei der Wanderung nicht zu kurz. In der normalerweise gesperrten „Panzerwüste“ erfuhren die Besucher mehr über die gefährdete Tier- und Pflanzenwelt und die Bemühungen diese zu schützen. Beispielswiese waren die, in den letzten Jahren neu angelegten, Tümpel durch den vielen Regen gut gefüllt und können so im Frühjahr als Kinderstube für Kreuzkröte, Knoblauchkröte und Co. dienen. Der fast ausgestorbene Goldene Scheckenfalter fliegt im Sommer dank vielfältiger Maßnahmen auch wieder durch das Gebiet und labt sich an neu angepflanzter Arnika und Teufelsabbiss.

Am Ende der zweitsündigen Winterwanderung gab es als Belohnung zum Aufwärmen leckere Gulaschsuppe, bereitgestellt von „Weidelandschaften e.V.“. Natürlich mit dem Fleisch der eigenen Galloways, von deren artgerechten Leben sich die Besucher kurz vorher noch selbst überzeugen konnten.