Weltbienentag: Großer Tag für kleine Flieger

Heute ist Weltbienentag! Die kleinen Brummer sorgen nicht nur für unseren Honig, sie bestäuben auch zahlreiche Blüten, damit nicht nur Äpfel bei uns im Einkaufskorb landen.

  • Insektreff Diestelblüte: Hummel und Schwebfliege, Foto: Annica Zastrow

  • Hummel auf Küchenschelle, Foto: Wiebke Busch

  • Honigbine auf Kornblume, Foto: Annica Zastrow

  • Teufelsabbiss, Foto: Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein

  • Seidenbiene, Foto: Norbert Voigt

  • Sandbiene, Foto: Norbert Voigt

  • Wollbiene, Foto: Norbert Voigt


75 Prozent der globalen Nahrungsmittelpflanzen sind von der Bestäubung, insbesondere durch Bienen, abhängig. Allein für medizinische Zwecke werden über 50.000 bienenbestäubte Pflanzenarten verwendet.

Der Weltbienentag wird seit dem Jahr 2018 am 20. Mai gefeiert. An diesem Tag wurde 1734 der slowenische Pionier der modernen Imkerei Anton Janša geboren.

In Schleswig-Holstein gibt es allein 270 unterschiedliche Wildbienen-Arten und 30 Hummel-Arten. Ihnen geht es wie den übrigen Insekten: Es mangelt an Lebensraum. In Schleswig-Holstein, Deutschland, aber auch in Europa fehlen ihnen bunte Wiesen mit Blüten, in die sie ihren Rüssel stecken und Nektar saugen können. Um die landesweit gut 20.000 Honigbienenvölker muss man sich keine Sorgen machen. Um ihre Bedürfnisse kümmern sich die mehr als 3.000 Imker. Die Wildbienen hingegen haben so gut wie gar keine Lobby und Fürsprecher.

Deshalb stemmen sich die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und das Projekt „Bienenreich Schleswig-Holstein“ dem Lebensraumverlust von Biene und Co. im nördlichsten Bundesland mit verschiedenen Initiativen entgegen. Vom Einheitsgrün der Industriewiesen hin zur artenreichen, bunten Wiese haben es in den vergangenen Jahren mit ihrer Hilfe 300 Hektar geschafft – Tendenz stark steigend. Das sind aber immerhin 430 Fußballfelder in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft. Daneben ist die Stiftung Naturschutz eine der wenigen Organisationen, die aktiv etwas für bodenbewohnende Insekten tun. In den vergangenen 15 Jahren hat sie 23 Hektar offene Bodenstellen geschaffen. Hier graben die bodenbewohnenden Wildbienen ihre Schlafzimmer, um tagsüber an den Blüten aufzutanken. Ein Anfang, der hoffen lässt. Besonders in Summe mit den 5.500 Hektar „Wilde Weiden“, die blütenfreundlich bewirtschaftet werden.

Allein im Projekt „BlütenMeer 2020“ (gefördert im Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“) hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in den vergangenen fünf Jahren 250 Hektar blütenbunt gemacht. Sie sind quasi die Initialzündung für eine weitere Ausbreitung auf 2.500 Hektar.  Das entspricht der Fläche der nordfriesischen Insel Amrum. Damit das gelingen konnte, hat die Stiftung Naturschutz extra eine projekteigene Arche Gärtnerei aufgezogen. Hier und in vielen Partner-Gärtnereien werden seltene schleswig-holsteinische Wildpflanzen gezogen. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass das monotone Einheitsgrün der Industriewiese zumindest in Teilen Schleswig-Holsteins der Vergangenheit angehört. Gepflanzt und gesät haben die Vielfaltschützer einen bunter Mix heimischer Arten, wie beispielsweise Wiesen-Margerite,  Küchenschelle, Wiesenschlüsselblume, Tausendgüldenkraut und viele andere Wildpflanzen mehr. Die vollständige Artenliste können Sie hier einsehen.

Ein weiteres Standbein beim Kampf für Blütenreichtum ist das von der EU geförderten Projekt zur „Wiederansiedlung des Goldenen Scheckenfalters in Schleswig-Holstein“. Der seltene Falter ist eine besondere Art.  Wo er sich wohlfühlt, finden auch Bienen und andere bedrohte Insekten beste Lebensbedingungen. Fast 120.000 Stauden, überwiegend Teufelsabbiss, aber auch Arnika und Niedrige Schwarzwurzeln hat die Stiftung Naturschutz auf neun Hektar in die Erde gekommen und sollen sich weiter ausbreiten. Hier brummt und summt  es jetzt wie verrückt! Darunter ist sogar wieder der in Schleswig-Holstein als ausgestorben geltende Scheckenfalter.

Weitere 20 Hektar sind mit Mitteln des Landes Schleswig-Holstein und der EU in der Förderkulisse ELER (Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) im Jahr 2018 blütenbunt geworden. Die Stiftungsmitarbeiter haben hierbei in erster Linie auf an die Region angepasstes Saatgut, mit dem die Flächen für Bienen und Insekten aufgewertet wurden, gesetzt.

Last but not least sorgt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein mit ihren „Wilden Weiden“ für mehr bunte Wiesen zwischen Nord- und Ostsee. Robustrinder und halbwilde Pferde sind hier auf 5.500 Hektar als Ökorasenmäher im  Stiftungsland unterwegs. Mit ihrem Appetit auf Grünzeug sorgen die Vierbeiner dafür, dass seltene, lichtliebende Pflanzen auf den ungedüngten und ungespritzten Weiden wieder eine Chance zum Blühen bekommen.

Und hier ein paar Tipps, was Sie  für Biene und Co. in Ihrem Garten tun können:

Literaturtipps und Bienen-Links haben wir hier zusammengestellt.

Nisthilfen – Hilfen für Bienen, die nicht in der Erde nisten gibt es hier.

Dreiviertel aller heimischen Wildbienen nisten im Boden. Tipps für ihre Nisthilfen gibt es hier.

Tipps und Pflanzenliste für einen Garten, in dem sich auch die Wildbienen zu Hause fühlen gibt es hier.

Was blüht eigentlich wann und wo?   Trachtkalender für Schleswig-Holstein gibt es hier.