Vögel und Insekten sind die Sorgenkinder des Jahres 2018

Umweltminister Albrecht stellt den Jahresbericht der biologischen Vielfalt 2018 vor.


Sie verursachen die größten Sorgenfalten auf der Stirn des Umweltministers Jan Philipp Albrecht: Wiesen- und Küstenvögel wie Uferschnepfe, Bekassine und Seeschwalben. Denn: sie werden immer weniger. Und auch das große Insektensterben nehme dramatische Formen an. Deshalb müssen alle, wirklich alle, so Albrecht, der den Jahresbericht zur biologischen Vielfalt am 5. Dezember in Kiel vorgestellt hat, gemeinsame Sache machen: „Es sind viel Mut, Engagement und Kreativität erforderlich, um den Schwund der Artenvielfalt in unserem Lande entgegenzuwirken. Diese anspruchsvolle Aufgabe ist nur zu schaffen, wenn alle Beteiligten aus Naturschutz, Landwirtschaft und der Jagd gemeinsam an einem Strang ziehen.“

Maßgeschneiderter Schutz für Wiesen- und Küstenvögel

Das Land zwischen den Meeren habe, betont Albrecht, aufgrund seiner Lage eine besonders hohe Verantwortung für die Vögel deren Zuhause die Küste ist. Allein von der Uferschnepfe brüte ein Viertel der deutschen Bestände in Schleswig-Holstein. Um diese und andere Arten besser zu schützen, müssen individuelle Lösungen gefunden werden, so Albrecht. In der Vergangenheit seien die Lebensräume schon verbessert worden und die Bewirtschaftung mit Rücksichtnahme auf die Vögel angepasst worden, dennoch seien die Erfolge im Brutbereich ausgeblieben, weil Marder, Fuchs und Waschbär immer noch zu leicht Zugang zu den Brutbereichen hatten. Die Aussperrung dieser Fressfeinde, der sogenannten Prädatoren, soll nun nicht nur in Einzelfällen greifen, sondern individuell angepasst werden. Konkret bedeutet dass, das Fuchs, Marder und Waschbär durch Fuchsgräben, Zäune und Brutinseln aus den Brutgebieten ausgesperrt werden sollen. „Erste Maßnahmen sollen rechtzeitig zur Brutsaison 2019 umgesetzt werden.“

Wildbiene, Hummel und Schmetterling sind in Gefahr

Kaum ein Naturschutzthema war so sehr in aller Munde und in den Medien, wie das große Insektensterben. Von Biologen und Naturschützern schon lange thematisiert, schreckte es in diesem Jahr auch die breite Öffentlichkeit auf. „Das Insektensterben berührt viele Menschen emotional. Gerade der Verlust der Artenvielfalt am konkreten Beispiel der Bienen und Schmetterlinge ist für jedermann sichtbar – ob im eigenen Garten oder beim Spaziergang in der Landschaft. Hier wird deutlich, dass das Ökosystem aus dem Gleichgewicht gerät und ganze Nahrungsnetze drohen, zerstört zu werden“, sagt der Minister.

Weniger Gifte für mehr Brummer

Deshalb forderte Albrecht auch eine konsequente Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes. „Wir sind gerade dabei eine Landesstrategie auf den Weg zu bringen, in die insbesondere auch die Landwirte und die Gartenbesitzer eingebunden werden. Zudem seien eine Reihe von Projekten auf dem Weg, die wieder mehr blühende Landschaften in Schleswig-Holstein etablieren sollen, so werde beispielsweise das Projekt „Schleswig-Holstein blüht auf“ auch in 2019 fortgeführt. Damit werden interessierten Landwirt*Innen Städten und Gemeinden, sowie Unternehmen beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) kostenlos blütenreiches, heimisches Saatgut für die Aussaat auf ihren Acker- und Freiflächen zur Verfügung gestellt.

Prävention der Afrikanischen Schweinepest zeigt Wirkung

Noch nie zu vor, gab es so viele erlegte Wildschweine, wie in diesem Jahr. Insgesamt erleget die Jägerschaft in Schleswig-Holstein 19.000 Wildschweine landesweit. Das sind 4000 Tiere mehr als noch im Jahr zuvor. „Hier zeigt sich, dass unsere Präventionsmaßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest Wirkung zeigen“ sagt er und bedankt sich bei allen Jäger*Innen im Land für diesen unermüdlichen Einsatz.

Außerdem setzt der Minister in die digitale Zukunft des Naturschutzes. Die Digitialisierung biete gerade für den Natur –und Umweltschutz große Chancen. „Diese wollen wir in Zukunft noch stärker nutzen“, sagt Albrecht.