Vögel stehen auf XXL-Badewanne

Eine Vielzahl an Wasser- und Wiesenvögeln tummelt sich schon jetzt in einem frisch angelegten Polder im Stiftungsland Kudensee.

  • Austernfischer nutzen den Polder

  • Auch Schwäne fühlen sich dort jetzt wohl

  • Durch den Mönch wird der Wasserstand geregelt

  • Der Polder vor den Maßnahmen

  • Der Polder nach den Maßnahmen


Oliver Granke, Projektleiter bei der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ist zufrieden mit SEINEM Polder. Im vergangenen September hat er die zehn Hektar große XXL-Badewanne im Stiftungsland Kudensee zwischen Averlak und Kuden, Kreis Dithmarschen, angelegt. „Ich wollte mehr Wasser in die Landschaft holen, um Vögeln, die auf Wasser und feuchte Wiesen angewiesen sind einen neuen Lebensraum anzubieten. Heute tummeln sich viele Kiebitze, dazu noch Rotschenkel, Bekassine, Austernfischer und sogar meine geliebte Uferschnepfe“, sagt Granke. Dazu gesellen sich viele verschiedene Entenarten, auch Brandenten, Gänse und Schwäne. Die Feldlerche flatterte aufgeregt über dem Polder und singt ihr Frühlingslied. „Das hat meine Erwartungen deutlich übertroffen.

“Das Besondere an dieser übergroßen Badewanne: Der Wasserstand wird regulierbar sein. Gespeist wird er durch Regenwasser im Spätherbst und Winter. Die Nachbarn müssen sich nicht sorgen, ihre Flächen werden von mehr Wasser in der Landschaft nicht beeinträchtigt. Denn dafür hat Granke einen 1.300 Meter langen Wall aufschieben lassen. Letzte Feinarbeiten sind noch zu erledigen, denn dafür war es im November zu nass. Die müssen noch bis zum Ende der Brutsaison im Sommer warten.

Die Vogelschar steht auf die bis zu 50 Zentimeter überstauten Flächen, deren Wasserstand durch einen sogenannten Mönch gesteuert werden kann. Hier können sie im feuchten Boden nach Nahrung stochern. Zum Sommer hin, so ist es von Granke gewollt, wird der Polder langsam austrocknen. Dann kann er nach der Brutsaison von den Landwirten normal als Grünland genutzt werden. „Im Prinzip ahmen wir so die Vergangenheit nach, als die Landschaft noch nicht künstlich entwässert wurde“, erklärt Granke.

Finanziert wird die 85.000 Euro teure Maßnahme aus dem sogenannten Dithmarschen Fonds. In ihm sammelt der Kreis Dithmarschen anfallende Ersatzgelder, die zur Aufwertung von Naturschutzflächen eingesetzt werden.

Das Naturschutzgebiet Kudensee ist von besonderer Bedeutung für viele gefährdete Brutvogelarten wie Uferschnepfe, Rotschenkel, Kiebitz oder Kampfläufer. Als potentieller Rastvogel ist der Zwergschwan in diesem Gebiet besonders stark gefährdet. Die gesamte Weltpopulation besteht nur noch aus weniger als 20.000 Tieren. Davon rasten etwa 25 Prozent im Spätwinter in Schleswig-Holstein und machen sich fit für den Weiterflug und die anschließende Brut in Sibirien.