"Umzugsunternehmen": Ausgleichsagentur SH

Strandwall zieht mit Wildblumen und Gräsern um - Bienen, Hummeln und andere Insekten profitieren

  • Strandwall an der Ostsee mit typischer Vegetation


Noch liegen Schneereste am Strand der Hohwachter Bucht und die Temeperaturen steigen. Aber jetzt wird zusammen gepackt. Weil die Gemeinde Hohwacht einen Strandwall bebauen will, muss er umziehen. Intakte Strandwälle sind an der Küste nur noch wenige zu finden, deshalb sind sie gesetzlich geschützt. Den Umzug organisiert die Ausgleichagentur Schleswig-Holstein – Expertin in Sachen Ausgleichsmanagement.

In enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Plön und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein wurde nun eine Lösung gefunden. Auf der Neubaufläche wird auf 2.000 Quadratmetern die obere Schicht mit den wertvollen Pflanzen und dem Samenpotenzial abgebaggert und auf dem ehemaligen Parkplatz des Campingplatzes „Tivoli“ verbracht. Hier wird ein ca. 200 Meter langer neuer Wall modelliert, auf dem sich die seltenen Pflanzen wie das Silbergras wieder ansiedeln sollen. Insgesamt werden so rund 1.000 Kubikmeter Strandwall versetzt.

Der sandige, trockene und nährstoffarme Boden des Strandwalls wird sich in kurzer Zeit wieder zu einem Refugium für  viele seltene Pflanzen, wie dem Silbergras und der Sand-Segge, entwickeln. Profitieren werden davon auch zahlreiche Insekten, wie Wildbienen, Hummeln und Käfer, die hier auf Nahrungssuche gehen.

Die Fläche ist Eigentum der Stiftung Naturschutz und grenzt an das Naturschutzgebiet Sehlendorfer Binnensee.

 

Die Ausgleichsagentur – 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein – sieht sich als Dienstleisterin an der Schnittstelle zwischen Vorhabenträgern und Behörden, die Naturschutzauflagen festlegen, wenn Bauherren Eingriffe in den Naturhaushalt vornehmen. Mit Hilfe der Ökokonten der Stiftung Naturschutz können sie dieser Verpflichtung nachkommen und ein neues Stück intakte Natur schaffen. Von den oben beschriebenen gesetzlich verpflichtenden Kompensations-Maßnahmen profitieren nicht nur die Natur, sondern auch die Bauherren. Damit wird gleichzeitig der Flächenbedarf minimiert, da der Ausgleich auf dem Flächenbestand der Stiftung Naturschutz stattfindet und keine weiteren Flächen in Anspruch nimmt.