Trotz Dürre und Futtermangel kein Kavaliersdelikt

Futterklau: Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein wehrt sich gegen das illegale Mähen von Wiesen

  • Futterwerbung mit schwerem Gerät ist nicht immer im Stiftungsland möglich.


Die Lage ist ernst für viele Landwirte. Das Futter für Rinder Schafe und Pferde ist in diesem Jahr aufgrund der anhaltenden Trockenheit in den besonders betroffen Region im Norden und Osten Deutschlands knapp, die Preiskurve für Heu und Silage geht steil nach oben.

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein sieht die Not bei ihren rund 1200 Pächter und kommt daher den Landwirten entgegen. „Wir haben landesweit bisher rund 250 Hektar mehr zur Futterwerbung freigegeben als 2017“, erklärt Thorsten Deinert, Leiter des Flächen-Managements bei der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. „Überall dort, wo naturschutzfachlich keine Einwände bestehen, dürfen Landwirte in diesem Jahr auch Flächen mähen, die seit mehreren Jahren nicht mehr genutzt wurden.“ Viele dieser Wiesen sind in normalen Jahren viel zu nass, um sie mit dem Trecker zu befahren. Im Hitzesommer 2018 sind sie aber soweit abgetrocknet, dass keine Gefahr besteht, mit der Landmaschine zu versinken oder den Boden zu schädigen.

Allerdings wehrt sich die Stiftung Naturschutz gegen die illegale Futterwerbung auf ihren Eigentumsflächen und bringt jetzt einen besonders dreisten Fall in der Nähe von Erfde, im Kreis Schleswig-Flensburg, zur Anzeige. „Rund 17 Hektar wurden hier gemäht, ohne sich mit uns in Verbindung zu setzten“, berichtet Deinert, “dazu gehören auch Flächen, die schon ein anderer Tierhalter dringend zur Futterwerbung eingeplant hat.“ Weitere Fälle hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein unter anderem im Alstertal und dem Dellstedter Raum festgestellt. „Wir haben ein offenes Ohr für die Nöte der Bauern und kommen ihnen dort, wo keine bedrohten Arten akut gefährdet werden, gern mit kurzfristigen Mahdverträgen entgegen“, versichert Deinert, stellt aber auch klar: „Wir werden Anzeige erstatten, wo Landwirte Diebstahl begehen, denn nichts anderes ist die illegale Nutzung von fremden Eigentum.“