Südliche Eichenschrecke gesucht

Wer hat die Südliche Eichenschrecke gesehen – Schleswig-Holsteins jüngsten Klimawandelprofiteur?

  • Südliche Eichenschrecke, Foto: Holger Siemers

  • Gemeine Eichenschrecke, Foto: Christian Winkler


Die Artenschützer der Faunistisch-Ökologischen Arbeitsgemeinschaft (FÖAG) arbeiten an einem neuen Verbreitungsatlas der in Schleswig-Holstein vorkommenden Heuschrecken. Unterstützt werden sie dabei von BINGO!-Der Umweltlotterie und der Stiftung Natur im Norden.

Damit das Vorhaben gelingt, sind die Biologen aber auf die Hilfe möglichst vieler Schleswig-Holsteiner angewiesen. Sie bitten darum, Funde der aus dem Mittelmeerraum einwandernden Südlichen Eichenschrecke und der heimischen Gemeinen Eichenschrecke zu melden.

Die Südliche Eichenschrecke ist einer der jüngsten Neubürger Schleswig-Holsteins und wurde im Jahr 2014 erstmals überhaupt hier im Norden nachgewiesen. Insgesamt waren bis 2019 nur drei Fundorte bekannt. Die vor allem im südlichen Mitteleuropa und Mittelmeerraum beheimatete Langfühlerschrecke lebt bei uns am liebsten auf Bäumen in Städten und Dörfern. Die Weibchen können ab Spätsommer nach Einbruch der Dunkelheit mitunter an borkigen Stämmen beobachtet werden, wo sie mit Hilfe ihres langen „Legesäbels“ Eier an der Baumborke ablegen. Wenn es kälter wird, tauchen die völlig harmlosen und lautlosen Tiere immer wieder in Wohnungen auf oder können nachts auf Motorhauben von Autos beobachtet werden, wo sie sich aufwärmen.

In Schleswig-Holstein gibt es 18 verschiedene Langfühlerschrecken, also Heuschrecken mit Fühlern, die in etwa so lang oder länger sind als ihr Körper. Darunter sind zwei Vertreter der Eichenschrecken, die beide einen 11 – 16 mm langen hellgrünen, zierlich wirkenden Körper besitzen. Sie unterscheiden sich jedoch deutlich durch die Länge ihre Flügel, die bei der in Schleswig-Holstein weiter verbreiteten Gemeinen Eichenschrecke etwa so lang sind wie der Hinterleib, während die Südliche Eichenschrecke lediglich kurze Flügelstummel besitzt.

Wer Eichenschrecken gesehen hat, möge diesen Hinweis bitte mit einem guten Foto und unter Angabe des genauen Fundortes an heuschrecken@foeag.de schicken.