Stiftung Naturschutz und Wilde Weiden Höltigbaum – Ein Großer Gewinn für Natur und Mensch?

Im Rahmen des 40-jährigen Jubiläums der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein fand ein Symposium zum Thema „20 Jahre Wilde Weide Höltigbaum“ statt.

  • v. l. Sandra Redmann, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Jens Kerstan, Senator der Behörde für Umwelt und Energie der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Walter Hemmerling, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein

  • Rege Teilnahme am Symposium.


Was Ende der 70er Jahre mit dem Ankauf einer Fußballfeld großen Fläche im Delver Koog in der Eider-Treene-Sorge-Niederung durch die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein begann, hat sich zu einem 36.000 Hektar umfassenden Stiftungsland gemausert. 36.000 Hektar, die die Grundlage für die Grüne Infrastruktur Schleswig-Holsteins bilden.

„Ein Meilenstein nicht nur für die Geschichte der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein sind die Naturschutzgebiet Höltigbaum, Stellmoorer- und Ahrensburger Tunneltal, dem ehemaligen Bundeswehr-Übungsplatz in Hamburg-Rahlstedt. Hier haben wir zusammen mit Hamburg vor 20 Jahren eine der ersten Halboffenen Weidelandschaften Schleswig-Holsteins etabliert“, sagt Dr. Walter Hemmerling, Geschäftsführer der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. „Sie bereichert die Naturschutzarbeit deutschlandweit mit Erkenntnissen und Erfahrungen aus 20 Jahren Praxis.“Dieses Naturschutzinstrument – die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein nennt es „Wilde Weide“ – hat einen Trend in der Pflege von Naturschutzgebieten in ganz Deutschland gesetzt.

Statt kostenintensiver Pflege durch den Menschen überneh-men Vierbeiner – Rinder, Ziegen, Schafe und halbwilde Pferde – quasi als Ökorasenmäher die Pflege von Naturschutzgebieten. So entstehen Wohlfühloasen für Flora und Fauna, aber auch für Menschen. Auf dem Höltigbaum hat sich eine Savannenlandschaft entwickelt, die an den Film „Jenseits von Afrika“ erinnert.

Seither gibt es an vielen Orten solche Projekte und ebenso viele Erfahrungen mit Erfolgen und Konflikten. Jetzt wagt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein auf einem Symposium im Gut Karlshöhe einen reflektierenden Rückblick mit der Frage „Wovon haben die Praktiker damals geträumt?“ und wird diese mit aktuellen Erkenntnissen beantworten. Was ist aus den Ideen geworden? Reicht die extensive Ganzjahresbeweidung für den Erhalt der Arten und Lebensräume aus? Und: Welche Rolle spielen Wilde Weiden künftig in der Kulturlandschaft, wenn es um die Ausweisung von Wildnisgebieten geht?

In seinen Grußworten zur Eröffnung des Symposiums im Haus der Wilden Weiden auf dem Höltigbaum sagte Senator Jens Kerstan, Behörde für Umwelt und Energie der Freien und Hansestadt Hamburg: „Das Naturschutzgebiet Höltigbaum zeigt, wie erfolgreiche Naturschutzarbeit über Ländergrenzen hinweg mustergültig und auf Augenhöhe klappt. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat hier eine beachtliche Pionierarbeit geleistet, die auch heute noch beispielhaft ist. Zum doppelten Jubiläum gratuliere ich herzlich.“