Sozialer Wohnungsbau für Trauerschnäpper

Artenschutzmaßnahme: 140 Nistkästen für den seltenen Sänger im Holtorfer Gehege

  • Trauerschnäpper, Foto: Pixabay

  • Nistkastenkontrolle durch Natascha Gaedecke und Heinz Danger

  • Alter Nistkasten, begutachtet durch Yasmin Dannath und Henrike Hoffmann

  • Alter Nistkasten


Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die NABU-Ortsgruppe Nortorf und die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten haben in einer konzertierten Aktion im Mai 140 neue Nistkästen für den Trauerschnäpper im Holtorfer Gehege bei Nortorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde, aufgehängt.

Der seltene Trauerschnäpper – nach der Roten Liste ghört er zu den gefährdeten Arten – zählt zu den Zugvögeln und kommt erst Ende April aus seinen  Winterquartieren im tropischen Afrika zu uns nach Schleswig-Holstein. Dann sind die meisten natürlichen Baumhöhlen oder Nistkästen bereits durch Blau- und Kohlmeisen belegt. Dem soll jetzt mit den neuen „Fertighäusern“ entgegengewirkt wirkt werden. Denn: In unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft sind alte Bäume mit natürlichen Bruthöhlen zur Mangelware geworden.

In Osteuropa ist der zu den Fliegenschnäppern gehörende Singvogel noch weit verbreitet. In Schleswig-Holstein gehen die Ornithologen von 5.000 bis 6.000 Brutpaaren aus. Mit rund 100 Brutpaaren hat der Trauerschnäpper im Holtorfer Gehege eines der größten Reviere Schleswig Holsteins.

Die alten Nistkästen waren in die Jahre gekommen. Deshalb hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein den NABU beim Kauf der neuen Nistkästen mit den Mitteln aus ihrem Harald-Nolte-Vogelschutzfonds finanziell unterstützt. Die Flächen für die Artenschutzmaßnahme stellten die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten zur Verfügung.

Der von der Stiftung Naturschutz verwaltete Vogelschutzfonds geht auf den Vogelliebhaber Harald Nolte zurück. Seinen Lebensabend verbrachte Nolte an der Kieler Förde. Die Beobachtung der Vogelwelt machte ihm Zeit seines Lebens Freude und inspirierte ihn dazu, den Vögeln in Schleswig-Holstein über sein eigenes Leben hinaus Gutes zu tun. Sein Testament verfasste er zugunsten des Vogelschutzes in unserem Land. Die Stiftung Naturschutz errichtete im Jahr 2013 einen Fonds zu diesem Zweck und finanziert seitdem daraus Vogelschutzprojekte.