Seltene Gäste im Stiftungsland Olendieksau: Schwarzstörche

Einen Schwarzstorch zu sehen, ist in Schleswig-Holstein immer noch etwas ganz Besonderes.

 

Derzeit gibt es bei uns im Norden nicht mehr als sieben Paare. Während der Weißstorch regelmäßig als Nahrungsgast im Stiftungsland Olendieksau zu beobachten ist, hat jetzt auch sein entfernter Verwandter, der Schwarzstorch die feuchten Wiesen als prall gefüllte Speisekammer für sich entdeckt. In den vergangenen Jahren hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein neue Teiche und Tümpel angelegt und viele ober- und unterirdische Entwässerungsrohre entfernt, damit die Wiesen wieder feuchter werden und auch bleiben. Die Flächen werden außerdem das ganze Jahr über von Heckrindern und Wildpferden „gemäht“.

Der Schwarzstorch ist, wie alle Störche, als Sommergast nur zum Brüten zu Besuch. Den Winter verbringt er lieber in Afrika. Anders als seine weißen Verwandten aber, die mitten unter uns leben und auf Dächern in den Dörfern ihr Nest beziehen, legt der Schwarzstorch viel Wert auf seine Ruhe. Er meidet die Nähe von Siedlungen und ist sehr störungsempfindlich. Der scheue Vogel brütet nur inmitten ungestörter „Urwälder“ und die sind im landwirtschaftlich geprägten Schleswig-Holstein rar gesät. Nachdem sein Bestand vorrübergehend ganz erloschen war, brütet der Schwarzstorch seit 1974 wieder regelmäßig bei uns. Allerdings auf geringem Niveau, die Anzahl der Brutpaare stagniert zwischen vier und sieben Paaren.

Um Nahrung für sich und seine Jungen zu suchen, legt er teilweise Flüge von bis zu zehn Kilometern zurück. Die feuchten Wiesen kommen ihm da gerade recht. Am liebsten mag er und seine Kleinen nämlich Fische. Er nimmt aber auch Amphibien, Ringelwürmer oder Krebse. Der Schwarzstorch im Stiftungsland Olendieksau könnte aus den Wäldern um Hohenweststedt stammen.