Rekordbilanz für das Blütenmeer 2020

Der Norden blüht von Jahr zu Jahr mehr auf – das „BlütenMeer 2020“-Projekt hat fast alle Vorjahres-Rekorde gebrochen.


Mitten hinein in dieses zauberhafte Winterwonderland-Wetter kommen jetzt viele bunte Erfolgsmeldungen: das „BlütenMeer 2020“-Projekt hat den Tisch für die Insekten im Land reich gedeckt. Insgesamt 68 Hektar hat das Team im Jahr 2018 in bunte Wildblumenwiesen mit jeder Menge Nektar-Tankstellen für Wildbiene, Hummel, Schmetterling und Co. verwandelt. Das sind vier Hektar mehr als 2017.  

„Ein weiteres Highlight in 2018 war, das wir erstmals eine eigens aufgewertete Wildblumenwiese als Spenderwiese nutzen konnten“, freut sich der leidenschaftliche Vielfaltschützer und Projektleiter Dr. Christian Dolnik. Konkret bedeute das, dass das Projekt erste eigene Früchte trägt. „Zu Projektbeginn vor fünf Jahren haben wir einen ehemaligen Mais-Acker in der Preetzer Postseefeldmark, aufgewertet. Diese Fläche hat sich mit der Zeit so gut entwickelt, dass wir sie im vergangenen Jahr erstmalig mähen und mit dem wertvollen samenreichen Mahdgut eine artenarme Wiese in Panten im Kreis Herzogtum-Lauenburg aufwerten konnten“, erklärt Dolnik. 

Mit gut 6000 ausgepflanzten Exemplaren der „Blume des Jahres 2018“, dem Langblättrigen Ehrenpreises (Veronica maritima, auch unter ihren Synonymen Veronica longifolia, Pseudolysimachion longifolium bekannt), gibt es eine weitere Superlative. Diese blau-violett-blühende, sehr seltene „Auen-Schönheit“ hat es tatsächlich geschafft, sich in freier Wildbahn zu etablieren. Auf verschiedenen Auwiesen der Störniederung haben Dolnik und sein Team die wilde Schöne ausgebracht und ihr eine neue, alte Heimat zurückgegeben. „Das Besondere daran ist auch, dass das Saatgut für die 6000 Pflanzen aus der Wildpflanzenvermehrung der projekteigenen Arche-Gärtnerei in Eggebek, Kreis Schleswig-Flensburg, stammt“, ist Dolnik stolz. 

Ein kleiner Wermutstropfen für das Projekt kam mit der extremen Dürre des Sommers 2018. Der ging auch an den Wildpflanzen, die an das norddeutsche Klima angepasst sind, nicht spurlos vorüber. So mussten beispielsweise einige Auspflanzungen der gelb-blühenden Arnika der extremen Trockenheit zum Opfer fallen. 

Trotzdem ziehen die Vielfaltschützer des „BlütenMeer 2020“-Projekts eine mehr als zufriedenstellende Bilanz des Jahres 2018. „Wir haben einmal mehr unserer Jahresziele übertroffen“, sagt Dolnik. „In diesem Jahr sogar um ein Vielfaches: geplant war die Aufwertung von 40 Hektar, geschafft haben wir 68 Hektar.“ Für das vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums geförderte Projekt „BlütenMeer 2020“ habe man sich, erläutert Dolnik weiter, das ehrgeizige Gesamtziel gesetzt, insgesamt rund 2500 Hektar Grünland aufzuwerten. Das entspricht in etwa der Größe der nordfriesischen Insel Amrum. Dabei werden nur etwa zehn Prozent der 2500 Hektar tatsächlich Maßnahmen wie einer Bepflanzung oder einer Mahdgutübertragung unterzogen, ausbreiten müssen sich die Wildpflanzen dann aber von alleine. „Ich bin vorsichtig optimistisch, dass wir das Projektziel erreichen, muss aber die Euphorie immer auch ein bisschen wieder einfangen“, sagt Dolnik. Es sei nicht immer gewährleistet, dass alle Wildpflanzen sich auch in der Wildnis behaupten können. Wenn 70 Prozent der ausgebrachten Wildpflanzen den Winter überleben, im kommenden Sommer zur Blüte kommen und aussamen, könne man davon sprechen, dass die Maßnahme erfolgreich war.