Pilotprojekt in Kiesgrube Woltersdorf gestartet

Das Laichgewässer mit dem Stöpsel – Stiftung Naturschutz und CEMEX Deutschland AG gehen neue Wege

  • Hauke Drews und Moritz Ott, die beiden Amphibienexperten der Stiftung Naturschutz

  • Große Runde: Vertreter vom Kiesgruber Betreiber CEMEX Germany, der Stiftung Naturschutz und der dänischen Fa. Amphi Consult

  • Erschwerte Bedingungen: Eisgang bei Teich ausheben

  • Winter in Schleswig-Holstein?! Bagger in der Kiesgrube Woltersdorf


Der Wechselkröte steht in Schleswig-Holstein das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Die europaweit geschützte Art kommt nur noch an vier Standorten im nördlichsten Bundesland vor – sie steht kurz vor dem Aussterben. Nachdem mit den konventionellen Methoden des Amphibienschutzes bislang keine Erfolge erzielt werden konnten, fährt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in der ehemaligen Kiesgrube Woltersdorf, Kreis Herzogtum Lauenburg, jetzt dank der Schenkung der CEMEX Deutschland AG schweres Geschütz auf: Der Amphibienteich mit dem Badewannenstöpsel.

Damit beschreitet die Landesstiftung neue Wege. Üblicherweise liegt sie neue Amphibienteiche in Lehmböden an. Jetzt kommt aber Teichfolie, wie wir sie aus dem heimischen Garten kennen, zum Einsatz. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn Teichfolie allein genügt nicht, um für die Wechselkröte optimale Fortpflanzungsbedingungen zu schaffen. Die Schweizer haben es erfolgreich vorgemacht. Die Stiftungsbiologen wollen in dem neuen Teich Krötenlaich sammeln und in stiftungseigenen Aufzuchtanlagen großziehen. Mit diesen Minikröten sollen dann an verschiedenen Standorten im Kreis neue Wechselkrötenpopulationen begründet werden.

Möglich macht dieses Pilotprojekt erst die CEMEX Deutschland AG. Der Baustoffhersteller und ehemalige Betreiber der Kiesgrube Woltersdorf hat das ausgebeutete Gelände der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein geschenkt und sich von ihr bei der Rekultivierung beraten lassen. Ein Vorgehen, das Schule machen soll.