Pflanzaktion für Insekten in Bimöhlen

Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gegen das Insektensterben: Weidenblüte für den Großen Fuchs, Bienen und Co.

  • Großer Fuchs - Schmetterling des Jahres 2015; Foto: Algirdas - Eigenes Werk, Wikimedia

  • Kleiner Fuchs, Foto: Christian Winkler

  • Biene auf Heideblüte; Foto: Annica Zastrow

  • Hummel auf Distel, Foto: Malte Büttner

  • Vielfaltschützer: Janis Ahrens, Sophie Desaga, Dr. Björn Schulz (alle Stiftung Natuschutz Schleswig-Holstein) und Flächeneigentümerin Bettina Bannes-Grewe


Den Insekten in Deutschland geht es schlecht. ihr Bestand ist wie im übrigen Europa nach Expertenmeinung in den vergangenen Jahren teils um mehr als 75 Prozent geschrumpft. Dieses Insektensterben versucht die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein aufzuhalten.

Einige Insektenarten, wie der Große Fuchs – Schmetterling des Jahres 2018 –, überwintern als ausgewachsenes Tier in hohlen Bäumen, Höhlen oder in Häusern. Sobald es warm wird, begeben sie sich auf Nahrungssuche. Für diese Arten ist es lebenswichtig, das ganze Jahr einen reich gedeckten Tisch vorzufinden. Das gleiche gilt für zahlreiche andere Insektenarten, wie Wildbienen und Hummeln. Hauptnahrungsquelle nach dem Winterschlaf sind für diese Arten die Blüten frühblühender Gehölzarten, insbesondere Weiden und Haselsträucher.

Bei Bimöhlen, Kreis Segeberg, hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, im Zuge des vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Projektes "Wiedervernetzung - grenzenlos unterwegs" neue Lebensräume geschaffen, die früh im Jahr Nahrung für Insekten bieten. Hier hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in Kooperation auf dem Grundstück von Bettina Bannes-Grewe von der Hundeschule "Hundeleben" einen artenreichen Laubmischwald angelegt.

"An den Rändern haben wir einen mehrere Meter breiten naturnahen Waldmantel aus Weide und Hasel sowie weiteren heimischen Straucharten gepflanzt", erklärt Projektmanager Dr. Björn Schulz von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. "Damit haben wir quasi eine "Tankstelle" für früh im Jahr fliegende Insekten geschaffen", ergänzt die Knickexpertin Sophie Desaga, Stiftung Naturschutz. Der Wald wird mit wassergefüllten Senken und Wällen an Vielfalt gewinnen. Im angrenzenden Grünland wurden bereits verschiedene Gewässer angelegt. Sie bieten unter anderem Libellenlarven eine Refugium. In dem offenen Sandboden können Insekten ihre Eier ablegen.

Das E+E-Projekt „Wiedervernetzung“ – grenzenlos unterwegs

Autobahnen und Bundesstraßen trennen Lebensräume und stellen für Tiere und Pflanzen oft unüberwindbare Barrieren dar. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein als Projektträgerin des Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens „Wiedervernetzung“ will zusammen mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, dem Deutschen Jagdverband, dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, dem Wildpark Eekholt sowie dem Institut Natur- und Ressourcenschutz der Universität Kiel neue Freiräume für Tiere und Pflanzen schaffen.

Zwischen 2010 bis 2013 haben die Partner bei Kiebitzholm an der A21 bundesweit erstmalig Querungshilfen mit Naturschutzflächen im Hinterland erfolgreich vernetzt. Bis 2017 stehen die im Zuge des Ausbaus der A 7 gebauten Querungshilfen und der Raum zwischen den Autobahnen im Fokus der Experten: Ziel ist es, die Lebensräume rund um die Grünbrücken bei Bad Bramstedt, Brokenlande miteinander und mit denen bei Kiebitzholm zu vernetzen. Finanziert wird das Projekt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums.