Pflanz eine Blume Tag – Insektenparadies im Garten

Egal ob Wildbiene, Hummel, Schwebfliege oder Schmetterlinge – sie alle gehen auf ihren Streif-Flügen immer häufiger leer und hungrig aus.


Das Gleiche gilt im Übrigen auch für die Honigbiene. Auch sie muss weite Distanzen hinter sich bringen, um überhaupt noch ein bisschen Nektar zusammen gesammelt zu bekommen. Die Blühstreifen an den Feldrändern? Verschwunden! Die blütenbunten Wiesen? Schon lange ersetzt durch monotones Einheitsgrün und englischen Rasen. Die bunten Blümchen in den Parks und Innenstädten? Nur eine Augenweide, aber keine Bienenweide. „Der Rückgang der heimischen Wildpflanzen hier bei uns im Norden ist alarmierend hoch“, warnt Dr. Christian Dolnik, Projektleiter des „BlütenMeer 2020“-Projekts der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. 


Für jeden Rüssel etwas


Und auch wenn wir hier und da noch blütenbunte Wiesen und Weiden entdecken – meist werden die den Bedürfnissen der Wildbienen, Honigbienen und der anderer blütenbesuchender Insekten nicht mehr gerecht. Denn nicht jede Blüte, auch wenn sie noch so hübsch ist, passt für jeden Insekten-Rüssel. Oftmals verausgaben sich die kleinen Flieger beim Nektar-Saugen und gehen am Ende dann doch leer aus. Der Grund dafür: diese sogenannten „gefüllten Blüten“ sehen vielversprechend aus, stammen aber aus einer anderen Gegend oder einem ganz anderen Land und der Rüssel der Insekten ist überhaupt nicht kompatibel mit der Blüte. Deshalb ist es besonders wichtig, auf heimische Wildpflanzen mit schleswig-holsteinischen Wurzeln zu setzen. Diese blicken auf eine gemeinsame Evolution mit den Wildbienen zurück und passen perfekt zueinander. Ein wertvoller, leicht umzusetzender Tipp ist auch, darauf zu achten, dass auf der Verpackung Bienen abgebildet sind.

Die Mischung macht es … blütenbunt!   

Damit es von März bis Oktober blütenbunt ist und die Bienen mit ihren wilden Verwandten gerne wieder kommen, gibt es einen „Trick“: Frühblüher im Garten erfreuen die Insekten, aber nur für kurze Zeit. Auch im Sommer und Herbst gehören bunte Blüten ins Beet, damit die Brummer und Co.satt mit frisch gezapftem Nektar davon fliegen können. Besonders beliebt sind Wildstauden, die man in entsprechenden Wildstauden-Gärtnereien bekommt. (Adressenliste und Links: siehe unten) Diese Wildstauden stammen aus der Natur und sind nicht durch Gärtner- bzw. Züchterhand verändert. Kräuter und Gemüsepflanzen können über den Herbst hinaus ausblühen und dienen dann noch als Nahrungsangebot. Ebenfalls sollten die verblühten Pflanzenstängel nicht alle zurück geschnitten werden, denn einige Bienenarten nutzen sie als Nist- oder Schlafplatz. In den hohlen Stängeln überwintern die Larven und schlüpfen im Frühjahr. Die Summer und Brummer brauchen nämlich nicht nur einen reich gedeckten Blütentisch mit heimischen Wildpflanzen, sondern auch ein Zuhause mit Nistplatzmöglichkeiten. (Nisthilfen-Bauanleitung, siehe unten)


Holz und Steine sind auch willkommen im Garten


Je nach Größe und Struktur darf auch abgestorbenes Holz und Felssteine in den eigenen Garten einziehen. In den Ritzen zwischen den Steinen nisten gerne einzelne Bienen und in dem toten Holz finden sie auch über die Jahre ein sicheres Plätzchen. Mini-Teiche und flache Schälchen mit Stein-Inseln zum sicheren Starten und Landen der Insekten bieten eine Trinkquelle für die Vielflieger.

Nützliche und interessante Links sowie Adressen rund ums Thema:


Bienenpflanzen (PDF's):


Bienenpflanzen
Trachtkalender

Regio-Saatgut-Produzenten:

Saaten Zeller
Rieger Hofmann

Wildstauden-Gärtnereien:

Heischof Stauden in Krummwisch
Gisela Twenhöven in Bohmstedt
Stauden-Gärtnerei Heiko Müller
Kräuter Stauden Hasbach (Ulla Hasbach)
Blumen Stüber Neumünster – Heike Stüber

Profi-Anleitung:

www.bluetenmeer2020.de