Noch mehr Platz für Artenvielfalt

Bei der Orchideenwiese in der Lehmkuhlener Stauung setzt der Kreis auf das Know-how der Stiftung Naturschutz

  • Baggerfahrer Ernst Bojen

  • Noch mehr Platz für Artenvielfalt auf Orchideenwiese in der Lehmkuhlener Stauung

  • Noch mehr Platz für Artenvielfalt auf Orchideenwiese in der Lehmkuhlener Stauung

  • So sah die Lehmkuhlener Stauung vor den Naturschutz-Maßnahmen aus

  • Noch mehr Platz für Artenvielfalt auf Orchideenwiese in der Lehmkuhlener Stauung

  • Noch mehr Platz für Artenvielfalt auf Orchideenwiese in der Lehmkuhlener Stauung

  • Noch mehr Platz für Artenvielfalt auf Orchideenwiese in der Lehmkuhlener Stauung

  • Noch mehr Platz für Artenvielfalt auf Orchideenwiese in der Lehmkuhlener Stauung


Damit die Orchideen und andere seltene Pflanzen, wie Sumpf-Herzblatt und Sumpf-Läusekraut, im Stiftungsland Lehmkuhlener Stauung bei Preetz, Kreis Plön, noch mehr Platz bekommen, sind in den vergangenen Wochen zahlreiche Weidengebüsche entfernt worden.

Die Baggerarbeiten konzentrierten sich auf den Kernbereich des Gebietes. „Wir sind den wildwuchernden Weidegebüschen zu Leibe gerückt, um der fortschreitenden Verbuschung gegenzusteuern. Ohne die Weiden hat das kostbare Niedermoor wieder etwas mehr Platz, sich zu entfalten und in trockenen Phasen steht der Feuchtigkeit bedürftigen Orchideenwiese mehr Wasser zur Verfügung“, sagt der biologische Bauleiter der Maßnahme Hauke Drews.

Finanziert wurde die Maßnahme aus dem Landesprogramm „Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen in Naturschutz- und Natura 2000-Gebieten und auf Flächen des Moorschutzprogramms Schleswig-Holstein“. Bei der Umsetzung bediente sich der Kreis Plön gern am Fachwissen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die auf vier Jahrzehnte Erfahrung in der anspruchsvollen Pflege von Moorgebieten zurückblicken kann.

Kein Wunder, dass Carsten Burggraf, Leiter der Integrierten Station Holsteinische Schweiz , voll des Lobes über die geleistete Arbeit war: „Ich möchte an dieser Stelle ein dickes Lob loswerden an alle, die an dieser Maßnahme aktiv mitgewirkt haben. Diese Maßnahme war sehr anspruchsvoll und wurde äußerst gut und professionell umgesetzt. Ich bin begeistert! Sogar die gleichzeitig angelegten Verwallungen sind schon fertig und das Wasser staut sich in der Fläche wieder ein.

“Der Dank für die gute Umsetzung geht vor allem an den Nachbarn Michael Fey, der die Zuwegung über seine Privatflächen ermöglicht hat und an den Baggerfahrer Ernst Bojen vom Lohnunternehmen Dennis Brehmer. Bojen ist unerschrocken mit seinem 20 Tonnen Bagger auf Moorlaufwerk, Stahlplatten
und Baggermatrazen auf dem äußerst weichen Moorboden herumgefahren, hat Gebüsche mit der Knickschere abgekniffen und Wurzeln gerodet. Mit einem so genannten Dumper mit Spezialbereifung wurde das Material abtransportiert.

In den vergangenen Jahren hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit dem betreuenden Verein, dem Unabhängigen Kuratorium Landschaft Schleswig-Holstein, die Orchideenwiese einmal jährlich mit einer Mähraupe gepflegt. So wurde garantiert, dass Orchideen und Co. im Dickicht von unerwünschtem Aufwuchs, eine Chance zum Überleben und Blühen haben.

Die Lehmkuhlener Stauung ist das artenreichste Niedermoor Schleswig-Holsteins. Es ist Teil des europaweiten Netzes aus Schutzgebieten mit dem Namen Natura 2000. 250 Pflanzenarten, darunter 50 verschiedene Moose, wurden in diesem basischen Niedermoor nachgewiesen. 60 dort vorkommende Pflanzen stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Dazu gehören auch Orchideen, wie die Sumpf-Stendelwurz und das Breitblättrige Knabenkraut.