Neues Refugium im Urlaubsparadies

„Amphibieninitiative 2.0“: Rettung in letzter Sekunde? – Nordfriesen gemeinsam für die letzten Kreuzkröten Sylts.

  • Treffen zum Baustart auf dem Parkplatz zur Sansibar

  • Im Mittelpunkt des Interesses: die Kreuzkröte, Foto: Ute Ojowski

  • Die Vegetation wird für die neuen Tümpel "abgeschält".

  • Fast fertig: so lieben Kreuzkröten die Dünentäler nicht nur auf Sylt

  • Ein Schild informiert die Besucher über den Sinn und Zweck der Artenschutzmaßnahme


Der Kreuzkröte auf Sylt geht es schlecht, ihr Bestand ist kurz vor dem Aussterben. Auch die Bestände weiterer Amphibienarten im Kreis Nordfriesland sinken besorgniserregend. Diesen Trend will der Kreis Nordfriesland zusammen mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein mit ihrer großangelegten „Amphibieninitiative 2.0“ stoppen. In den nächsten zwei Wochen sollen deshalb in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen weiteren Partner die Lebensräume der europaweit geschützten Kreuzkröte in den Dünentäler östlich der „Sansibar“ wiederhergestellt und aufgewertet werden.

Der einst flächendeckend vorkommenden Kreuzkröte mangelt es an offenen Sandflächen, die aufgrund der Alterung der Dünen weitgehend verschwunden sind. Viele ehemals offene Dünentümpel mit sandigen Uferflächen sind inzwischen dicht mit Kriechweidengebüschen und Glockenheide überwuchert. Deshalb werden jetzt auf der Fläche des Landschaftszweckverbandes Sylt in Höhe der „Sansibar“ Laichgewässer und Nahrungsreviere für die Froschlurche wiederhergestellt. Von dem Maßnahmenmix werden aber auch Pflanzen, wie Zwergbinse und Igelschlauch, und der seltene Heidelaufkäfer profitieren. Weitere Kooperationspartner der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein sind hier auf Sylt die dänische Firma AmphiConsult Germany, Sölring Foriining und die Gemeinde Sylt

Finanziert wird die „Amphibieninitiative 2.0“ aus Ersatzgeldern des Kreises Nordfriesland. Das Schutzkonzept der Initiative umfasst insgesamt 28 Teilgebiete zwischen Sylt und Husum. Bis 2020 sollen sowohl auf öffentlichen als auch privaten Flächen die Land- und Fortpflanzungslebensräume von Moor- und Laubfrosch, Kammmolch sowie Knoblauch- und Kreuzkröte aufgewertet werden.