Neue Jakobs-Kreuzkraut-Studie der Uni bestätigt Mahd-Strategie der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein

Mähen ja, aber ökologisch maßgeschneidert – so geht die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gegen die (unerwünschte) Ausbreitung des Jakobs-Kreuzkraut (JKK) vor – neue Studie der Uni Kiel bestätigt dieses Vorgehen jetzt wissenschaftlich…


In ihrer fünfjährigen, von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein geförderten Doktorarbeit, „Methoden der Zukunft“ hat Biologin Henrike Möhler die erfolgreichsten mechanischen Maßnahmen zur Regulierung von Jakobs-Kreuzkraut untersucht.

Die Ergebnisse dieser und anderer wissenschaftlicher Studien stellte Dr. Aiko Huckauf, Leiter des JKK-Kompetenzzentrums der Stiftung Naturschutz heute Naturschutzbehörden und –verbänden, dem Bauernverband, dem Landesimkerverband und der Wissenschaft vor.

Der Schlüssel zum Erfolg, so das Ergebnis der Studie, liegt darin, das JKK konsequent an der Aussamung zu hindern, etwa durch eine Mahd vor der Samenreife. Damit bestätigt sie im Prinzip die bisherige Vorgehensweise. Allerdings habe die Studie auch gezeigt, dass die Mahd für eine optimierte  Regulierung etwas früher erfolgen müsse als bisher angenommen, erklärte Dr. Aiko Huckauf. „Wir werden den Mahdtermin daher um rund zwei Wochen vorziehen, von Ende Juli auf die erste Julihälfte“, sagte er in Anlehnung an die Studienergebnisse. „Damit sind wir sicher, dass das Jakobs-Kreuzkraut keine reifen Früchte bildet.“, sagt Huckauf.

„In Fällen einer nachvollziehbaren Betroffenheit von Nachbarflächen mähen wir einen 50 Meter breiten Pufferstreifen, der die Ausbreitung des Jakobs-Kreuzkrautes auf die angrenzende Fläche verhindert“, erläuterte Huckauf das konkrete Vorgehen. „Eine Mahd der gesamten Fläche wäre zur Verhinderung der Ausbreitung nicht effektiver, ökologisch aber ein nicht zu verantwortender, schwerer Eingriff in wertvolle Biotope. Die Leidtragenden wären Vögel, Amphibien und vor allem Insekten. Und wir alle wissen inzwischen, wie dringend die bedrohten Wildbienen, Schmetterlinge, Hummeln und Schwebfliegen blütenreiche Wildblumen-Teppiche zum Überleben brauchen.“

In Möhlers Studie ging es vor allem darum, einen naturschutzverträglichen und damit zukunftsweisenden Maßnahmenkanon zur Regulierung des JKK zu entwickeln und wissenschaftlich zu untermauern. An insgesamt acht Standorten in ganz Schleswig-Holstein wurden sieben unterschiedliche Maßnahmen erprobt.

Huckauf bewertet Möhlers Studie als weiteren wichtigen Beitrag zur JKK-Strategie, die sich ausschließlich an der schleswig-holsteinischen Landesstrategie: Umgang mit dem Jakobs-Kreuzkraut: „Meiden – Dulden – Bekämpfen“  orientiert. „Die Ausbreitung des Jakobs-Kreuzkrautes auf sensible Nachbarflächen stoppen und gleichzeitig Insekten und Amphibienwelt verschonen, das muss auch weiterhin unsere Strategie sein“, schlussfolgerte er.