Nationales Naturerbe: Mehr Licht für Heide und Insekten

Forstarbeiten auf den Nordoer Binnendünen sorgen für lichtdurchfluteten Mischwald und mehr Heidelandschaft

  • NDR-Fernsehteam begleitet die Sägearbeiten

  • Interview mit der Försterin Beatrix Schwarz (r.)

  • NDR-Fernsehteam: hautnah an den Sägearbeiten dran

  • Heideweiher und Offenland in der Binnendünenlandschaft


Ein Filmteam vom Schleswig-Holstein Magazin des NDR ließ sich ausführlich über die Waldbaumaßnahmen im Naturschutzgebiet Nordoer Binnendünen bei Dägeling, Kreis Steinburg, durch die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein informieren. Der Bundesforstbetrieb Trave rückt mit schwerem Gerät auf den Flächen des ehemaligen Standortübungsplatzes an, um mehr Licht auf die zum Teil bewaldete Düne zu bringen. Als Teil des Nationalen Naturerbes hat die Bundesregierung die Fläche der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein 2008 und 2015 in zwei Tranchen geschenkt und sie zur Pflege des einzigartigen Lebensraums verpflichtet.

Das Ziel der Sägeaktion: In Zusammenarbeit mit der Stiftung Naturschutz Schleswig Holstein und in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Steinburg wird ein rund 5 Hektar großer Teilbereich durchforstet, um zu dicht stehende Gehölzbestände auszudünnen. Die Forstexperten wollen die wertvollen Heidebereiche auf den zum Nationalen Naturerbe gehörenden Binnendünen behutsam  auflichten und die dicht stehenden Kiefern und Birken reduzieren. Gleichzeitig werden Eichen und einzelne markante Kiefern, die das dortige Landschaftsbild prägen, freigestellt. Gleichzeitig wird am südlichen Rand des Gebietes ein 13 Hektar großer Fichtenbestand, dem die vergangenen Stürme zugesetzt haben, durchforstet, um heimischen Laubbaumarten Raum zu geben.

Hintergrund für diese Arbeiten ist das Bemühen, die offenen, nährstoffarmen Sandböden mit ihrer wertvollen Heidelandschaft zu erhalten. Die Waldbereiche des Gebietes werden schrittweise – wie auch schon in den Jahren 2013 und 2017 – zu naturnahen Mischwäldern mit heimischen Bäumen umgebaut. Um diese lichten Eichenwälder zu entwickeln, sind leichte bis stärkere Eingriffe notwendig. Ziel ist es, diesen in Schleswig Holstein selten gewordenen Waldtyp wiederherzustellen und durch dauerhafte Pflegemaßnahmen zu erhalten. Bleibt der Baumbestand licht genug, finden unter den breiten Kronen der Eichen und Birken auch wieder Heide, Drahtschmiele, Pfeifengras oder Blaubeere ihren Platz. Davon profitieren auch Insekten, denen der Mangel an Blühpflanzen in der heutigen Kulturlandschaft zunehmend zu schaffen macht.

Aufgrund der bisher sehr nassen Witterung beginnen die Arbeiten vergleichsweise spät und werden bis Ende März abgeschlossen sein.

Einen Eindruck über die Sägearbeitent gibt der N3-Beitrag im Schleswig-Holstein Magazin vom 9.3.18