Nährstoffeinträge minimieren heißt das Rezept

Maßnahmen-Potpourri soll die Strandlingsgesellschaft im Stiftungsland Bültsee erhalten und ausweiten

  • Bäume die Schatten spenden und Laub ins Wasser werfen, sind hier nicht erwünscht

  • Abtransport der Gehölze mit schwerem Gerät

  • Besondere Maßnahmen - besonderes Gerät: Baggern mit Spezialhaken im Wasser

  • Vorbereitung der neuen Zauntrasse mit dem Forstmulcher


Der Bültsee bei Kosel, Kreis Rendsburg-Eckernförde, ist eine Rarität. Er gehört zu den drei ehemals nährstoffarmen Seen Schleswig-Holsteins und ist deshalb mit einer ganz speziellen Pflanzenwelt ausgestattet. Um diese so genannte Strandlingsgesellschaft mit dem Pillenfarn, seltenen Laichkräutern und dem Strandling an der Spitze zu erhalten und auszuweiten, ergreift die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein auf ihren Flächen rund um den See in den nächsten Wochen gleich ein ganzes Potpourri an Maßnahmen.

Voraussetzung für den Erhalt der in Mitteleuropa mittlerweile extrem selten gewordenen Pflanzen ist die Nährstoffarmut. Dünger aus konventioneller Landwirtschaft von umliegenden Feldern ist da unerwünscht. Deshalb setzt die Stiftung Naturschutz schon seit langen auf die extensive Beweidung der Uferbereiche mit Galloways. Die vierbeinigen Ökorasenmäher sorgen für eine kurze Grasnarbe, in der die lichtliebenden Pflanzen gedeihen können.

Jetzt wird die alte Zauntrasse von Sträuchern und kleinen Bäumen befreit und der in die Jahre gekommene Zaun erneuert. Uferbereiche werden entschlammt und Erlen gerodet, damit wieder Licht anstatt Laub auf den sandigen Seegrund fällt. Außerdem wird ein Fanggraben errichtet, um von einer nahen Ackerfläche die nährstoffreiche Krume bei Starkregen zurückzuhalten. Geplant ist auch, die botanische Vielfalt durch Wiederansiedlung des Ufer-Hahnenfusses zu erhöhen.

Das oberirdische Einzugsgebiet des Bültsees hat einschließlich der Seefläche von 20 Hektar eine Größe von 80 Hektar. Es wird angenommen, dass die Senke, in der der Bültsee liegt, als Toteisloch in der letzten Eiszeit entstanden ist. Der See und eine Randfläche gehören der Gemeinde Kosel, die Stiftung Naturschutz besitzt knapp 35 Hektar.

Die Mittel für biotopgestaltende Maßnahmen kommen von Bund (60%) und Land (40%) aus dem Topf für „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“.