Mit dem Ökokonto für die Natur punkten

Ausgleichsagentur startet Baggerarbeiten im Königsmoor: Neuer Lebensraum für Brut- und Rastvögel

  • Baggern für die Vielfalt

  • Graben wird aufgeweitet.

  • Kiebitz, Foto: Reimer Stecher


Kiebitze und Feldlerche haben das Königsmoor bei Christiansholm, Kreis Rendsburg-Eckernförde, wieder für sich entdeckt. Nachdem die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein GmbH – eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein – hier bereits seit vielen Jahren das Moor erfolgreich wiedervernässt, haben die ersten Paare der gefährdeten Vogelart in diesem Gebiet bereits gebrütet.

Jetzt haben die Vielfaltschützer auf zwei weiteren Ökokonto-Flächen von jeweils sieben Hektar im Königsmoor und in Hohn Drainagerohre entfernt und Entwässerungsgräben verschlossen. Mit diesen Maßnahmen werden langfristig neue Lebensräume entstehen, in denen  Brut- und Rastvögel im feuchten Boden leicht nach Nahrung stochern können.

Die Ausgleichsagentur und die Stiftung Naturschutz arbeiten seit Jahren daran, unsere landestypischen Moore zu reaktivieren. Moore sind unsere größten Kohlenstoffspeicher. Der Effekt beruht darauf, dass Moore diese CO2-Speicherfunktion nur erfüllen können, solange ihr Wasserhaushalt intakt ist. Entwässerte Moorböden hingegen zersetzen sich und setzen dabei klimaschädliche Treibhausgase frei. Somit sind diese Ökokonten gut fürs Klima und die Natur.

Die Ausgleichsagentur – 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein – sieht sich als Dienstleisterin an der Schnittstelle zwischen Vorhabenträgern und Behörden, die Naturschutzauflagen festlegen, wenn Bauherren Eingriffe in den Naturhaushalt vornehmen. Mit Hilfe der Ökokonten der Stiftung Naturschutz können sie dieser Verpflichtung nachkommen und ein neues Stück intakte Natur schaffen. Von den oben beschriebenen gesetzlich verpflichtenden Kompensations-Maßnahmen profitieren nicht nur die Natur, sondern auch die Bauherren. Damit wird gleichzeitig der Flächenbedarf minimiert, da der Ausgleich auf dem Flächenbestand der Stiftung Naturschutz stattfindet und keine weiteren Flächen in Anspruch nimmt.