Minidrachen bekommen neue Heimat im Stiftungsland

In südlichen Gefilden hat sie schon jeder gesehen: Zauneidechsen und ihre Verwandten, die in der lockeren Vegetation und zwischen Steinen und Felsen umherhuschen.

  • Junge Zauneidechse in neuem Lebensraum.

  • Freigehege für die Zauneidechsen, Foto: GfN

  • Das Gelege der Zauneidechsen: Aufzucht unter kontrollierten Bedingungen, Foto: GfN.

  • Eltern-Zauneidechse, die für den Nachwuchs gesorgt hat, Foto GfN.

  • Zauneidechsenexpertin: Janis Ahrens (Stiftung Naturschutz) und Florian Plötz (Tierpark Hagenbeck).


In Schleswig-Holstein gehört die Zauneidechse zu den Raritäten in der Tierwelt. Das soll sich zumindest im Stiftungsland, den Flächen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, ändern. Die Reptilienexperten um Janis Ahrens haben in Holnis bei Glücksburg, in Bad Bramstedt, in Nordoe bei Itzehoe, und auf der Geltinger Birk an der Flensburger Außenförde jeweils 15 junge, nachgezüchtete Zauneidechsen ausgesetzt. Sie sollen der Grundstock für neue Vorkommen im Stiftungsland sein. Damit das gelingt, werden die Aussetzaktionen in den nächsten Jahren wiederholt.

Im Vorfeld wurden im Rahmen des EU-Projektes „Frosch und Freunde“ die Lebensräume so optimiert, dass die Zauneidechse wieder ausreichend gute Lebensbedingungen vorfindet. Dafür wurden neue Rohbodenstellen als Eiablageplatz geschaffen und unerwünschter Bewuchs zurückgedrängt. So sollen weitere sonnige Freiflächen entstehen, auf denen sich die Zauneidechsen auch aufwärmen können, um auf Betriebstemperatur zu kommen.

Für die Wiederbesiedelung wurden in Gebieten, wo die Zauneidechsen noch in stabilen Beständen vorkommen, mit Genehmigung des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Zauneidechsen eingefangen, die unter kontrollierten Bedingungen in einer Aufzuchtstation der Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung (GfN) gehalten wurden. Die Eier wurden in einem sogenannten Inkubator bebrütet. Die kleinen geschlüpften Minidrachen wurden dann von den Biologen Inken Schmersow und Patrick Pohlman von der Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung (GFN) soweit „aufgepäppelt“, dass sie gute Chancen zur Fortpflanzung in ihren neuen Lebensräumen haben.  Nach Beendigung des Ansiedlungsprojekts werden die Zauneidechsen, die der Zucht dienen, wieder in Ihre ursprünglichen Lebensräume entlassen.

Finanzielle Unterstützung bekommt das Wiederansiedlungsprojekt vom Kreis Segeberg aus dem so genannten Segeberg Fonds  und den Reptilienpflegern Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Auf ihrer diesjährigen Tagung im Tierpark Hagenbeck kamen bei einer Versteigerung 1.600 Euro zusammen, die sie der Stiftung Naturschutz zweckgebunden spendeten.

Das Projekt fand in den Medien eine starke Resonanz. Hier haben wir für sie zwei Fernsehbeiträge des NDR bereitgestellt:

NDR Schleswig-Holstein Magazin

NDR Schleswig-Holstein 18.00: ab Minute 07:25

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