Leuchtend-lilafarbene Blütenteppiche geklont

Heideflächen bekommen Schwesternwiesen in der Nachbarschaft


Jedes Jahr im August und September lässt die leuchtende Heideblüte die Herzen der Spaziergänger in den Heidelandschaften des Landes höher schlagen. Jetzt klopfen die Naturherzen gleich drei Mal so kräftig, denn: die Heideflächen in Lütjenholm im Kreis Nordfriesland wurden abgeerntet und ihr reifes Mahdgut auf eine drei Mal so große Fläche ganz in der Nähe ausgebracht. Konkret bedeutet das: aus 0,5 Hektar Heide werden mit etwas Glück im nächsten Jahr 1,5 Hektar neue blühende Heidefläche.

In Lütjenholm mähte der Trecker also die reife Besenheide, ihr wissenschaftlicher Name lautet: „Calluna vulgaris“ auf einer Flächen von rund 0,5 Hektar ab und brachte sie auf die in etwa zehn Kilometer entfernte vorbereitete Fläche, die Binnendüne in Joldelund. Dort entsteht jetzt also eine Heide-Schwester nur einen Steinwurf entfernt. Auf diese Weise hat das im Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ geförderten Projekt „BlütenMeer 2020“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein schon zahlreiche Wildwiesen verdoppelt, Wildpflanzen vermehrt und ihnen ein neues Zuhause hier bei uns im Land hergerichtet.

Viele verschiedene Maßnahmen werden zu diesem Zweck überall im Land durchgeführt. Eine besonders erfolgreiche Maßnahme zur Vermehrung der blütenbunten Wiesen ist die sogenannte Mahdgutübertragung. In diesem Spezialfall ist die Heide-Mahd nicht nur Ernte, sondern zeitgleich dient sie auch der Verjüngung der bestehenden Heide.

In den vergangenen fünf Jahren hat das „BlütenMeer 2020“-Projekt rund 250 Hektar im Land mit vielen verschiedenen heimischen Wildpflanzen aufgewertet. Die sollen sich jetzt von alleine in der Landschaft ausbreiten und Schleswig-Holstein wieder blütenbunt machen und so den Insektentisch für Wildbienen, Schwebfliegen und Co. decken.