Int. Tag der Artenvielfalt: Sensation im Stiftungsland

21 seltene Erdflechten entdeckt: Die Wilde Weide im Stiftungsland Weißenhäuser Brök entpuppt sich als Hotspot der Artenvielfalt.

  • Dünenlandschaft Weißenhäuser Brök

  • Rentierflechte (Cladonia ciliata), Foto: Patrick Neumann

  • Horn-Säulenflechte (Cladonia cornuta), Foto: Christian Dolnik

  • Wilde Wide in der Dünenlandschaft Weißenhäuser Brök


21 seltene Erdflechten hat der Biologe Patrick Neumann im Stiftungsland Weißenhäuser Brök entdeckt. Darunter solche Kostbarkeiten, wie die stark gefährdete Horn-Säulenflechte (Cladonia cornuta) und die  gefährdete Zarte Rentierflechte (Cladonia ciliata). Das Gebiet war schon vor vielen Jahren als Rückzugsgebiet für Erdflechten bekannt. Kritiker der Weidelandschaft in der Hohwachter Bucht hatten immer vor den Gefahren einer Beweidung der Dünenlandschaft durch Rinder gewarnt. Aber der Erfolg gibt der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein recht: Wurden vor 13 Jahren noch 15 Erdflechten gefunden waren es jetzt immerhin 21.

Wo wir Menschen Urlaub machen, uns sonnen und baden, haben schottische Hochlandrinder vor zwölf Jahren das Regiment auf der Düne übernommen. Die Vierbeiner sind hier quasi als Ökorasenmäher in Sachen Naturschutz unterwegs. Mit ihrem Appetit auf Grünzeug sorgen sie dafür, das lichtliebende Pflanzen nicht von dichten Gräsern überwuchert werden. In den blütenreichen Magerrasen und den offenen Bodenstellen sind neben den Erdflechten, Sandstrohblume und Heidenelke sowie zahlreiche Insekten eingezogen. Seltene Arten – fast 50 davon auf der Roten Liste – sind in das Gebiet zurückgekehrt, unter ihnen sogar die zu den Farnen zählende Echte Mondraute, die hier 1961 das letzte Mal gesichtet wurde. Solche und die jetzigen Funde machen das Gebiet zu einem Highlight nicht nur für Botaniker-Herzen.

Der Tag des Artenschutzes (UN World Wildlife Day) ist ein im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES, Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) eingeführter Aktions- und Gedenktag. Er findet jährlich am 3. März statt: Durch das am 3. März 1973 unterzeichnete Abkommen sollen bedrohte wildlebende Tiere und Pflanzen geschützt werden, die durch Handelsinteressen gefährdet sind.