Greta ist da! Uferschnepfe erreicht Westküste

Es ist endlich wieder soweit: nach monatelanger Abwesenheit ist „Greta“, wie die Uferschnepfe liebevoll auf Plattdeutsch genannt wird, nach Schleswig-Holstein zurückgekehrt.

  • Uferschnepfe im Flug, Foto: Reimer Stecher

  • Uferschnepfe

  • Uferschnepfe auf blütenbunter Wiese


Es ist endlich wieder soweit: nach monatelanger Abwesenheit ist „Greta“, wie die Uferschnepfe liebevoll auf Plattdeutsch genannt wird, nach Schleswig-Holstein zurückgekehrt.

Wer sie nicht sofort sieht und sich fragt „Wo ist Greta?“ kann sie oftmals zumindest hören: Ihr herzlicher Balzruf „grütta, grütta, grütta“, dem die Uferschnepfe ihren Spitznamen „Greta“ verdankt, erklingt wieder in den Kögen an der Westküste und den Feuchtwiesen in der Eider-Treene-Sorge-Niederung.

Hier im Norden liegen einige ihrer Brutgebiete, in denen der elegante Watvogel allerdings relativ kurze Zeit verbringt. Die Monate April, Mai und Juni sind DIE Monate des Jahres, die darüber entscheiden, ob der sich der Bestand der Uferschnepfe langsam weiter erholt.

Derzeit gilt die Art weltweit als stark gefährdet. Dass das so ist, liegt nicht etwa an zu vermutenden Gefahren in ihren Winterquartieren in Westafrika oder an der illegalen Vogeljagd in einigen südeuropäischen Ländern. Nein, auf der Reise und im Süden geht es „Greta“ sehr gut. Der Grund für das Schrumpfen der Uferschnepfenbestände liegt am fehlenden Bruterfolg hier bei uns in Schleswig-Holstein. Dabei zeigt sich der Wiesenvogel als durchaus hartnäckig: Geht das erste Gelege mit gewöhnlich vier Eiern verloren, meist durch Räuber wie Marder oder Fuchs, legt die Uferschnepfe noch bis zu zwei Mal Eier nach. Dennoch gibt es Brutpaare, bei denen kein Jungtier den Sommer überlebt.

Deshalb hat sich die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Michael-Otto-Institut im NABU zum Ziel gesetzt, „mehr Küken in die Luft zu bringen“; sprich: der Bruterfolg soll in dem von der EU kofinanzierten Projekt „LIFE-Limosa“ steigen.

Während die Uferschnepfe, wissenschaftlich Limosa limosa, von Juli bis März im Ausland weilt, sind die Biologen in den zehn Projektgebieten entlang der Nordseeküste Schleswig-Holstein und der Eider-Treene-Sorge-Niederung aktiv. Im Kern drehen die Stiftungsexperten zusammen mit ihren Partnern an drei Stellschrauben: Zum einen braucht die Uferschnepfe kurzrasige, übersichtliche Wiesen, um Feinde rechtzeitig zu erkennen. Deshalb werden überwiegend Robustrinder eingesetzt, die die Vegetation quasi als Ökorasenmäher kurzhalten.

Darüber hinaus müssen zur Brutzeit die Wiesen ausreichend feucht sein. So ist gewährleistet dass die Uferschnepfen mit ihren langen Schnäbeln im Boden nach Regenwürmern und Larven stochern können. Um den Wasserstand kontrollieren zu können, wurden im Rahmen des Limosa-Projektes im Ostermoor bei Seeth, Kreis Nordfriesland und in der Alten Sorge Schleife, Kreis Rendsburg-Eckernförde und im Rickelsbüller Koog, Kreis Nordfriesland, neue Polder angelegt. Durch das Aufschieben von flachen Wällen entstehen praktisch übergroße Badewannen – bis zu 50 Hektar groß – die sich im Frühjahr mit Niederschlägen füllen und bis in den Sommer langsam abtrocknen. Bei Bedarf, insbesondere in trockenen Jahren kann aktiv Wasser in die Polder gepumpt werden. Nach Ende der Brutzeit und dem Beginn der Erntezeit bei den Landwirten kann überschüssiges Wasser sogar wieder abgelassen werden.

Mehr Informationen zu Greta und dem Stiftungsprojekt gibt es unter www.wo-ist-greta.de