Geschlüpft! Ersten „Greta“-Küken da!

Klein, flauschig und ober-niedlich. Die ersten Küken der Uferschnepfe, liebevoll „Greta“ genannt, sind geschlüpft.

  • Nestmulde in übersichtlichem Gelände, um Feinde rechtzeitig zu erkennen.

  • Alleinversorger - die Uferschnepfen sind "Rabeneltern". Beim Insektenfang sind die Küken auf sich allein gestellt. Foto: Frank Hecker


Klein, flauschig und oberniedlich. Die ersten Küken des seltenen Wiesenvogels, der Uferschnepfe, auch liebevoll „Greta“ genannt, sind geschlüpft. Ihr Bestand ist seit Jahren nicht nur in Schleswig-Holstein sehr stark rückläufig. Diesem Trend versucht die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein mit ihrem EU-kofinanzierten Projekt "Wo ist Greta" entgegenzusteuern.

Die Küken staksen noch ein bisschen unbeholfen um ihre Nester auf den Westküsten-Wiesen. Immer umsorgt und betüddert von ihren lang-schnabeligen Eltern. Denn jetzt beginnt für das Uferschnepfen-Paar die stressige Zeit: gerade in den ersten Wochen nach dem Schlupf sind die Küken bedroht und viele sterben. Schlechte Wetterverhältnisse oder Fress-Feinde, wie der Fuchs; Marderhund, Iltis oder Mäusebussard, machen ihnen schwer zu schaffen.

Am Ende der Brutsaison, Mitte Juli, bilden sich große Schwärme. Und dann dauert es auch nicht mehr lange und Greta macht sich mitsamt ihrer Familie schon wieder auf den Rückflug in ihr Winterquartier, nach Afrika.

Dann kehrt  sie erst im nächsten Jahr, ab März bis Anfang April zurück. Sie fliegt dann in ihre Hauptbrutgebiete, überwiegend entlang der Nordseeküste von Nordwestdeutschland und den Niederlanden. Die Paare, die häufig ihr ganzes Leben lang zusammen bleiben, können mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt überwintern, kommen aber wie verabredet zeitgleich im Brutgebiet an. Nach ihrer Ankunft sind zunächst einmal die prächtigen Männchen damit beschäftigt, ihr Revier mit spektakulären Balzflügen zu verteidigen. Sie bauen mehrere Nestmulden, von denen sich das Weibchen eines als Neststandort auswählt. In der Regel legt es vier Eier, kann aber bei Gelegeverlust bis zu zweimal nachlegen.