Fuchs, Marder und Co. werden ausgesperrt

Damit die Uferschnepfen nach 7.000 Kilometer Flug aus Afrika erfolgreich brüten können werden Brutgebiete mit Zäunen gesichert.

  • Die Uferschnepfe auf einem Zaunpfahl, Foto: Reimer Stecher

  • Ein Gelege der Uferschnepfe

  • Der Zaun wird aufgestellt

  • Der Zaun wird aufgestellt

  • Der Schutzzaun steht

Es ist endlich wieder soweit: nach monatelanger Abwesenheit ist „Greta“, wie die Uferschnepfe liebevoll auf Plattdeutsch genannt wird, nach Schleswig-Holstein zurückgekehrt. Die Vielfaltschützer von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein haben deshalb mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Partner, dem MOIN (Michael-Otto-Institut im NABU Bergenhusen) und der Stiftung Eiderstedter Natur einen Teil ihrer Brutgebiete auf Eiderstedt mit Zäunen gesichert. Damit wollen sie erreichen, dass Marder, Fuchs und Iltis sich nicht an den Gelegen und den Küken vergreifen oder weidende Rinder die Eier zertreten. Begrüßt wurden die Maßnahmen vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) und dem Kieler Umweltministerium.

Im Iversbüller Koog bei Poppenbüll waren die Naturschützer in der vergangenen Woche unterwegs, um eine sechs Hektar große Stiftungsfläche mit stromführenden Zaun auszustatten. Statt bisher zwei Litzen sind auf 500 Meter Länge jetzt sieben Litzen stromführend, um die Räuber auszusperren. Zudem wurde ein 600 Meter langer, klassischer Geflügelzaum aufgebaut. „Aus anderen Vogelschutzgebieten wissen wir, dass diese Maßnahmen erfolgversprechend sind“, sagt Oliver Granke, Projektleiter des von der EU kofinanzierten Projekt „LIFE-Limosa – Wo ist Greta“ zur Rettung der Uferschnepfen. „Wir reagieren hier Vorort auf die außerordentlich schlechten Schlupf- und damit auch Bruterfolge. Nützlicher Nebeneffekt: wir schützen damit auch andere Bodenbrüter, wie Kiebitze, Rotschenkel und Säbelschnäbler.“

Hier im Norden liegen einige ihrer Brutgebiete, in denen der elegante Watvogel allerdings relativ kurze Zeit verbringt. Die Monate April, Mai und Juni sind DIE Monate des Jahres, die darüber entscheiden, ob sich der Bestand der Uferschnepfe langsam weiter erholt.

Derzeit gilt die Art weltweit als stark gefährdet. Das liegt vor allem am fehlenden Bruterfolg unter anderem in Schleswig-Holstein. Dabei zeigt sich der Wiesenvogel als durchaus hartnäckig: Geht das erste Gelege mit gewöhnlich vier Eiern verloren, meist durch bodenlebende Beutegreifer, legt die Ufer-schnepfe noch bis zu zwei Mal Eier nach. Dennoch gibt es Brutpaare, bei denen kein Jungtier den Sommer überlebt.

Deshalb hat sich die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Michael-Otto-Institut im NABU zum Ziel gesetzt, „mehr Küken in die Luft zu bringen“; sprich: der Bruterfolg soll in dem von der EU kofinanzierten Projekt „LIFE-Limosa“ steigen.