Fonds: „Mehr Natur in Dithmarschen“

XXL-Badewanne für Zwergschwäne und Co. – Stiftungsland Kudensee wird für Rast- und Wiesenvögel optimiert.

  • Für den Wall des Polders muss jede Menge Erde bewegt werden.

  • Besprechung der Baufortschritte

  • Baumaschinen auf der künftig gefluteten Polderfläche

  • Aushub zum Bau des Walls für den neuen Polder


Im Stiftungsland Kudensee zwischen Averlak und Kuden, Kreis Dithmarschen, wird ein neuer zehn Hektar großer Polder angelegt. Das Besondere an dieser übergroßen Badewanne: Der Wasserstand wird regulierbar sein. Gespeist wird er durch Regenwasser im Spätherbst und Winter. Die Nachbarn müssen sich nicht sorgen, ihre Flächen werden von mehr Wasser in der Landschaft nicht beeinträchtigt.

„Vor allem die international stark bedrohten Zwergschwäne werden auf ihrem Winterzug nach Norden von diesem neuen Rückzugsort profitieren“, erklärt Oliver Granke, Projektmanager der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Das Terrain bietet mit seiner großflächig offenen Landschaft und zusätzlichen Wasserflächen Schutz vor Beutegreifern, wie dem Fuchs. „Gleichzeitig tun wir etwas für Uferschnepfen, Kampfläufer und andere Wiesenvögel, die die bis zu 50 Zentimeter überstauten Flächen anfliegen werden, um nach Nahrung zu suchen“, sagt Granke. Während des Frühjahrs und im Sommer trocknet der Polder nach und nach aus und kann nach der Brutsaison normal als Grünland genutzt werden. Der Wasserstand kann durch einen sogenannten „Mönch“ reguliert werden.

Das Naturschutzgebiet Kudensee ist von besonderer Bedeutung für viele gefährdete Brutvogelarten wie Uferschnepfe, Rotschenkel, Kiebitz oder Kampfläufer. Als potentieller ist der Zwergschwan Rastvogel in diesem Gebiet besonders stark gefährdet. Die gesamte Weltpopulation besteht nur noch aus weniger als 20.000 Tieren. Davon rasten etwa 25 Prozent im Spätwinter in Schleswig-Holstein und machen sich fit für den Weiterflug und die anschließende Brut in Sibirien.

Finanziert wird die Maßnahme aus dem sogenannten Dithmarschen Fonds „Mehr Natur in Dithmarschen“. In ihm sammelt der Kreis Dithmarschen anfallende Ersatzgelder, die zur Aufwertung von Naturschutzflächen eingesetzt werden.