Extratouren trotz Corona-Modus

Die Stiftung Naturschutz setzt ihre Outdoor-Saison mit gebremstem Schaum fort. Ziel der vergangenen Woche: Stiftungsland Leckfeld Nord.

  • Stiftungsland Leckfeld Nord - nur ausnahmsweise zugänglich.

  • Start mit Gudrun Beuck, die Flächenmanagerin mit Hut.

  • Ampfer Grünwidderchen


Klassisches schleswig-holsteinisches Sommerwetter mit deutlichen Sonnendefiziten empfängt die 20-köpfige Schar von Naturfreunden im Stiftungsland Leckfeld Nord. Das Naturschutzgebiet ist Teil eines ehemaligen Bundeswehrflugplatzes bei Leck, Kreis Nordfriesland, und nur mit behördlicher Ausnahmegenehmigung der Öffentlichkeit zugänglich. 

Zusammen mit der „Frau mit Hut“, der zuständigen Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, ging es im frisch ausgewiesen Naturschutzgebiet auch auf Schmetterlingsjagd. Viele Schmetterlinge fühlen sich hier auf Jahrzehnten nicht gedüngten, armen Sandböden besonders wohl. Auch wenn es wahrhaftig nicht das Lieblingswetter von Schmetterlingen war: Experte Marx Harder fand sie trotzdem – zu seinem Entzücken auch den Prachtbläuling, der auf der Roten Liste mit dem höchsten Gefährdungsgrad 1 („Vom Aussterben bedroht“) gelistet ist. Auch das seltene Ampfer-Grünwidderchen (Foto), dessen Raupen sich nur vom Sauerampfer ernähren, ließ sich fotografieren. Dorfchronist Hans-Martin Petersen rundete den Ausflug mit der wechselvollen Geschichte des Gebiets ab, das teilweise noch von der Sportfluggruppe Leck genutzt wird.

Florale Highlights waren natürlich auf den Stationen der Wandertour zu entdecken:  Heidenelke, Bergsandglöckchen und Kreuzblümchenwarteten auf die Fotografen. Das Stiftungsland Leckfeld wird im Naturschutzgebiet von seltenen Lebensräumen dominiert. Dazu gehören Sandheiden, Magerrasen-Fluren und Niedermoor-Standorte.

Um das Gelände vom unerwünschten Bewuchs zu befreien setzt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zeitweilig auf einen Mix aus Ziegen und Schafen. Sie knabbern nach dem Motto „all you can eat“ für lichtliebende Pflanzen, die hier sonst keine Chance hätten, durchs Dickicht zur Blüte zu kommen.