Drachenretter optimieren Lebensräume

Die ersten Zauneidechsen von der Sonne im Stiftungsland geweckt – Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat wieder Großes mit ihr vor

  • Die Zauneidechse ist im Stiftungsland Hamdorf, Kreis Segeberg, aus dem Winterschlaf erwacht.

  • Sandige Fläche mit Stubbenhaufen (aus Baumwurzeln), die als Versteck für die Zauneidechse dienen

  • Sandige Fläche für die Zauneidechse


Die Zauneidechse, Reptil des Jahres 2020, ist nun auch im Stiftungsland Hamdorf bei Negernbötel aus dem Winterschlaf aufgewacht und wird langsam aktiv. Damit sich die Zauneidechsen im Stiftungsland, einem ihrer letzten Rückzugsorte in Schleswig-Holstein, richtig wohlfühlen, haben die Vielfaltschützer der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gleich ein ganzes Bündel von Maßnahmen getroffen und geplant.

Im Stiftungsland Latendorf bei Neumünster, wo die Zauneidechse ab diesem Jahr wieder angesiedelt werden soll, wurden Anfang des Jahres Gehölze entfernt und wieder sandige Bereiche geschaffen. Hier sollen die Zauneidechsen, deren Bestände in Schleswig-Holstein stark rückläufig sind, ihre Eier ablegen. „Außerdem haben wir hier Versteckstrukturen geschaffen: Sogenannte Stubbenhaufen (aus Baumwurzeln), wo sich die Zauneidechsen nachts und zum Winterschlaf gut verstecken können. Gleichzeitig können sie sich hier Sonnen, um morgens auf Betriebstemperatur für ihre Beutezüge zu kommen“, sagt Janis Ahrens, Maßnahmenmanager der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

Auch im Stiftungsland Holnis, der Halbinsel an der Flensburger Förde, wo bereits seit 2018 Zauneidechsen ausgesetzt werden, wurden Gehölze entfernt und sandige Flächen angelegt. Damit ist hier ein Wanderkorridor entstanden, den die Zauneidechsen nutzen können, um sich weiter auf der Fläche an der Steilküste auszubreiten.

In den Stiftungsflächen auf der Geltinger Birk, in Holnis und Nordoe bei Itzehoe werden im kommenden August die letzten Zauneidechsen im Zuge des EU-geförderten LIFE-Projekts „Frosch und Freunde“ in die Freiheit entlassen. In den Gebieten hat die Stiftung Naturschutz schon seit 2017 insgesamt 282 Zauneidechsen wiederangesiedelt.

„In dem vom Kreis Segeberg geförderten Projekt „Populationsmanagement Zauneidechse Segeberg“ befinden wir uns noch am Anfang unserer Bemühungen, um auch hier wieder eine stabile Zauneidechsen-Population zu schaffen“, sagt Ahrens. Im letzten Jahr haben bereits die ersten Zauneidechsen ihre neuen Lebensräume bei Bad Bramstedt bezogen. Dieses Jahr sollen nun die ersten Zauneidechsen auch in Latendorf ausgewildert werden. „Damit sich eine neue Überlebensfähige Zauneidechsen-Population gründen kann, siedeln wir jeweils rund 50 geschlüpfte Jungeidechsen über drei Jahre in den Gebieten an, damit eine gemischte Altersstruktur entsteht“, erklärt Ahrens weiter.

Die Zauneidechse die gerade im Stiftungsland Hamdorf, Kreis Segeberg, aus dem Winterschlaf erwacht ist und sich vor ihr Winterquartier gewagt hat, stammt aus dem Wiederansiedlungsprogramm der Stiftung Naturschutz in den Jahren 2015 bis 2017. Ahrens verbreitet Optimismus: „Vielleicht ist sie aber auch schon in der Natur geboren worden. Das lässt ihr Alter von drei bis vier Jahren vermuten und für ihren Bestand in Schleswig-Holstein hoffen

“Werden auch Sie zum „Drachenretter“! Hier geht es zur Spendenaktion für die Zauneidechse.