Die Uferschnepfe – Schutzmaßnahmen greifen

Das „Who is Who“ der seltenen und gefährdeten Wat-und Wiesenvögel tummelt sich auf unseren Projektflächen.

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Wo ist Greta? Natürlich im Rickelsbüller Koog.

Das „Who is Who“ der seltenen und gefährdeten Wat-und Wiesenvögel tummelt sich auf unseren Projektflächen. Das zeigt ein aktuelles Brutvogelmonitoring im Rickelsbüller Koog an der Grenze zu Dänemark. Es bestätigt damit die Schutzmaßnahmen der Stiftung für Uferschnepfe und Co.

Wer über den Hindenburgdamm nach Sylt fährt, konnte diesen Frühsommer die Erfolge des LIFE-Projekts „Wo ist Greta“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein bestaunen. Es ist ein Fest für Ornithologen:Uferschnepfe, Kampfläufer, Alpenstrandläufer und seltene Entenarten tummeln sich mit ihrem Nachwuchs im neuen Polder rechts des Damms. Bei Projektleiter Oliver Granke leuchten die Augen: „Was vorher eine langweilige grüne Wiese war, macht Ornithologen vor Freude wildes Herzklopfen.“ Zu verdanken ist diese Entwicklung den Maßnahmen im LIFE-Projekt. Im Herbst 2016 hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein einen Polder im Rickelsbüller Koog eingerichtet. Um 51 Hektar Weide wurde ein Erdwall aufgeschüttet. Die Regenfälle des Frühjahrs bleiben damit auf der Fläche und verdunsten nur langsam. In den überfluteten Wiesen stochert die Uferschnepfe mit ihrem Schnabel nach Leckerbissen wie Insektenlarven und anderen Kleintieren.

Die Zahlen sprechen für sich

Die Brutzahlen der Uferschnepfe sind nahezu überall in Schleswig-Holstein rückläufig. Der Wiesenvogel wird bereits in der nationalen Roten Liste geführt. Mit der Frage „Wo ist Greta?“ trat die Stiftung Naturschutz 2012 an, um den Rückgang der Uferschnepfe aufzuhalten (auf Plattdeutsch liebevoll Greta genannt nach ihrem Ruf grütta … grütta). Auch die Maßnahmenfläche im Rickelsbüller Koog konnte vor dem Wallbau nicht ein einziges Schnepfen-Brutpaar vorweisen. Jetzt sind bei einem Monitoring gleich vier Paare gesichtet worden. Und nicht nur das … Während bei vielen Projektflächen der Fokus im Brutvogel-Monitoring auf der Uferschnepfe liegt, hat hier glücklicherweise eine Gesamterfassung stattgefunden – und Erfreuliches zu Tage gefördert: sechs Kampfläufer, ein bis zwei Alpenstrandläufer, 23 Rotschenkelpaare, 103 (!) Paare des Säbelschnäblers und seltene Entenarten wie Löffel-, Krick- und Knäkente. Sogar eine kleine Lachmöwenkolonie hat sich hier zum Brüten eingefunden. Das Who is Who der seltenen und gefährdeten Wat- und Wiesenvögel tummelt sich auf der neuen Polderfläche. Mit sachkundigem Auge ermittelt hat dies Jutta Hansen vom Naturschutzverein Wiedingharde.

Ebenfalls erfreulich: Bei den besonders kritischen Arten war die Brut von Erfolg gekrönt. Das zeigt das Verhalten der Vogeleltern, welche ihr Gelege zum Beispiel besonders verteidigen, wenn Nachwuchs geschlüpft ist. Dass er dann nicht von Räubern wie Marder oder Fuchs vertilgt wird, haben die Vögel Hilfsmaßnahmen der Stiftung Naturschutz wie dem Fuchsgraben rund um den Polder zu verdanken. Seine sechs Meter Breite könnte der Fuchs überwinden, tut es aber nur selten.

Das Projekt „Wo ist Greta/LIFE-Limosa“ läuft noch bis ins Jahr 2022. Es finanziert sich zur Hälfte aus EU-Mitteln. Den Eigeneigenteil von 50 Prozent übernimmt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Sie wird dabei von den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und dem Dithmarschenfonds des Kreises Dithmarschen unterstützt. Wesentliche Maßnahmen sind die Wiedervernässung von Flächen, das Niedrighalten des Bewuchses und der Schutz vor Fressfeinden.