Comeback des Ufer-Hahnenfuß

Er ist unscheinbar, winzig und ist seit über 70 Jahren in ganz Schleswig-Holstein ausgestorben. Jetzt ist die Wildpflanze mit den zarten, gelben Blüten zurück – sie wächst und gedeiht am Bültsee.


Es ist eine kleine Sensation im Stiftungsland. Die ausgestorbene Wildpflanze mit den besonderen Bedürfnissen blüht seit über 70 Jahren wieder am Bültsee in Schleswig-Holstein,. Natürlich ist sie nicht ganz von allein zurückgekehrt. Der Botaniker Joachim Stuhr und die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein haben ihr unter die Wurzeln gegriffen und rund 20 Töpfe an dem nährstoffarmen See im Kreis Rendsburg-Eckernförde ausgepflanzt.

„Die Pflanze gehört zu der landesweit nur sehr selten anzutreffenden Strandlingspflanzengesellschaft“, erläutert die Flächen-Managerin der Stiftung, Miriam Kimmel, bei der Pflanzaktion. Nirgendwo anders im Land gäbe es einen vergleichbaren See, der die idealen Lebensbedingungen für die Pflanze der Familie der Ranunculaceae aufweist.

Besonders macht den Bültsee sein geringer Nährstoffgehalt, seine Kalkarmut und seine reine Speisung durch das Grundwasser ohne Zuflüsse. Ideale Bedingungen für den Ufer-Hahnenfuß und die Strandlingsgesellschaft, ergänzt Antje Walter, Projekt-Managerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein Die Pflanze steht bundesweit auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Pflanzen.

Dass es die Pflanze überhaupt noch gibt, ist ein großer Zufall. So hatte der Botaniker Joachim Stuhr 2005 ein Gutachten für die Stadt Bad Segeberg vom Ihlsee mit ähnlichen Bedingungen wie am Bültsee gemacht. Dort hatte es den letzten Nachweis der Pflanze im Land gegeben, berichtet Stuhr. Er nahm einen Ableger und kultivierte die Pflanze bei sich, um sie dann verlässlich bestimmen zu können. 2007 war dann der wilde Bestand am Ihlsee verschwunden. Stuhr begann mit der Vermehrung der Pflanze.

Jetzt soll sie sich am Bültsee wieder wohlfühlen und ausbreiten. Ein hoffentlich gelungenes Comeback des anspruchsvollen Winzlings.