Bültsee: Landankauf günstiger als Ausgleich!

Wenn die Laufzeit stimmt, ist der Ankauf von Flächen kostengünstiger als die Kompensation von Landwirt*innen.

  • Galloways grasen rund ums Stiftungsland Bültsee

  • Ökorasenmäher: Galloways

  • Bültsee - oligotropher See mitten in intensiv genutzter Kulturlandschaft


Kaufen ist günstiger als Landwirte zu entschädigen, wenn Projekte eine längere Laufzeit haben. Das weisen Oliver Schöttker und Frank Wätzold am Beispiel des Stiftungslandes Bültsee nördlich von Eckernförde nach. Ihre Ergebnisse haben sie jetzt in „Natur und Landschaft“ veröffentlicht.

Ein zentrales Anliegen von Naturschutzorganisationen und damit auch der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ist es, die Implementierung von Naturschutzaktivitäten kosteneffizient auszugestalten. Das bedeutet, dass ein gegebenes Naturschutzziel mit den geringstmöglichen Kosten erreicht werden soll. Die optimale Wahl einer geeigneten Management-, Verwaltungs-, und Eigentümerstruktur ist dabei ein entscheidendes Kriterium.

Grundsätzlich stehen Naturschutzorganisationen zwei Optionen zur Verfügung: das Kaufen geeigneter Flächen und das selbst organisierte Implementieren der nötigen Naturschutzmaßnahmen oder die Zahlung von Kompensationen an Landwirtinnen und Landwirte, um diese für die Kosten freiwillig implementierter Maßnahmen auf ihren eigenen Flächen zu entschädigen. Schöttker und Wätzold untersuchen die Kosteneffizienz der beiden Optionen im Rahmen einer Fallstudie eines Naturschutzprojekts in einem Natura-2000-Schutzgebiet in Schleswig-Holstein. Dabei vergleichen die Autoren die tatsächlich durch Landkauf entstandenen Kosten mit den potenziell durch Implementierung der Kompensationsoption entstandenen Kosten und untersuchen die Einflüsse von Transaktionskosten, Pachteinnahmen und Landpreisen auf die Kosteneffizienz.

Den Bericht zur Studie in „Natur und Landschaft“, Heft 11, 93. Jahrgang 2018, können Sie hier downloaden.