Bodenständig mal anders!

Heute ist Weltbodentag! Um diese wertvolle Ressource zu schützen, setzt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein auf den nachhaltigen Umgang mit ihr.

  • Die Wilde Weide Johannistal direkt an der Ostsee, Foto: Doris Jansen

  • Naturwald mit natürlichen Waldsenken und Totholzbestand

  • Stiftungsland mit natürlichem Wasserhaushalt

  • Das wiedervernässte Kaltenhofer Moor


Wilde Weiden, Naturwald, natürlicher Wasserhaushalt, Wiedervernässung von Mooren – das sind die Rezepte, wie im Stiftungsland Boden-, Klima- und Artenschutz effektiv und nachhaltig betrieben wird. Biologische Vielfalt Biodiversität ist das Motto der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

In Sachen Wilde Weiden ist die Stiftung Naturschutz DIE Kapazität in Deutschland. Extensive Beweidung möglichst ganzjährig, auch im Winter, ohne Düngung mit einer sehr geringen Besatzdichte von Robustrindern, Wildpferden, Ziegen und Schafen lautet das Konzept. Davon profitieren nicht nur Licht liebende Pflanzen. Auch Vögel finden in diesen Landschaften mit einem Mix aus Weideflächen, Bäumen, Sträuchern und Gebüsch ihr Rückzugsgebiet. Und noch etwas Gutes: Nitrate und Dünger sind damit passé. Extensives Wirtschaften ist so aktiver Boden- und Grundwasserschutz.

Auf Naturwald setzt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein schon seit ihrer Gründung vor 41 Jahren. Im Stiftungsland ist der Wald kein Wirtschaftsgut. Hier darf auch Wasser stehen, in dem Bäume absterben. In den trockenen Bereichen dürfen die Bäume natürlich altern. Eine Säge gibt es nicht, weil der Wald keinen Profit abwerfen muss. Hier geht es nur um Artenvielfalt und „grüne Lunge“.

Überall im Stiftungsland herrscht ein natürlicher Wasserhaushalt. Künstliche Entwässerung mit Gräben, Grüppen und Drainagen braucht es nicht. Regen darf natürlich versickern. Und was nicht versickert, sorgt für feuchte oder sogar sehr feuchte Wiesen. Darüber freuen sich nicht nur Frösche, Libellen und Co. Das ist auch aktiver Klimaschutz, denn mehr als zwei Drittel des Stiftungslandes besteht aus Moorboden. Ist er nicht ausreichend mit Wasser versorgt, zersetzt der Moorboden und setzt Unmengen vom Klimakiller CO2 frei.

Die Bemühungen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in Sachen Klimaschutz finden in der Wiedervernässung von großen Moorlandschaften ihren Höhepunkt. Egal, ob Offenbüttler Moor, Dellstedter Nordermoor oder Dosenmoor, Wasser marsch! heißt dort die Direktive, um die degenerierten Moore Schleswig-Holsteins wiederzubeleben. Wälle werden mit schwerem Gerät aufgeschoben und Spundwände gerammt! Das Ziel: Wasser muss ins Moor, um seine Zersetzung aufzuhalten und das Moorwachstum wieder anzukurbeln. Mit den MoorFutures bietet die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein Klimaschutzzertifikate zum Kauf an. Damit können Bürger ihre Klimabilanz aufpolieren und den Moorschutz vor der Haustür angekurbelt werden. Den Erlös aus dem Verkauf setzt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zur Renaturierung des Königsmoors bei Rendsburg ein.