Ausgewildert: „Kröten im Tarnanzug“

Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein setzt kleine Wechselkröten am Panthener Moorweiher aus.

  • Pressetermin am neu angelegten Amphibienteich

  • Das neue "Krötenmobil" des Projektes Frosch und Freunde

  • Moritz Ott - "Krötenpapa" und Amphibienexperte der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein

  • Vom Transporteimer ab in die Freiheit

  • Endlich geschafft: junge Wechselkröten in ihrem Element


Noch plantschen, chillen und quaken die kleinen Wechselkröten geschützt und unter Aufsicht von Frosch-Papa Moritz Ott in der Aufzuchtstation im Aukrug, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Doch in wenigen Tagen geht es endlich raus in die große, weite Welt. Dann werden rund 1000 kleine Wechselkröten im Stiftungsland am Pantener Moorweiher, Kreis Herzogtum Lauenburg, ausgesetzt. Das Krötenparadies, ein Naturschutzgebiet mit vielen Teichen und Sonnenplätzen, bietet den wärmeliebenden Kröten das perfekte Zuhause.

Die „Kröten im Tarnanzug“, wie sie Moritz Ott, Frosch-Experte der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein liebevoll nennt, sind in Schleswig-Holstein vom Aussterben bedroht. „ Einst zog sich die Verbreitung vom Herzogtum Lauenburg bis ins Östliche Hügelland. Selbst im Stadtgebiet von Lübeck fühlten sich die Kröten heimisch“, sagt er. Heute trifft man sie kaum noch an. Das Vorkommen der Wechselkröte beschränkt sich im Herzogtum Lauenburg auf zwei isolierte Populationen im Bereich Woltersdorf/Alt-Mölln und Sirksfelde. Im Bereich Panten kam die Kröte noch bis in die 80er Jahre vor.

Jetzt sollen sie sich dort wieder ansiedeln, wohlfühlen und mit etwas Glück weiter ausbreiten. Im vergangenen Jahr hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein im Rahmen des Projekts „Frosch und Freunde“ rund 2500 Wechselkröten ausgesetzt. In diesem Jahr kommen noch einmal 1000 Quaker hinzu.

Das Projekt Frosch und Freunde wird gefördert von der EU-Kommission aus Mittel des Programms LIFE+ Nature and Biodiversity. In acht Natura 2000 Gebieten in Schleswig-Holstein sollen bis 2020 gefährdete Amphibien- und Wasserinsektenarten sowie die Zauneidechse unterstützt oder wiederangesiedelt werden. Projektträger ist das schwedische Länsstyrelsen Skåne, die das EU-Projekt mit der Nummer LIFE14 NAT/SE/000201 unter dem Namen semiaquatic-life führt. Diese Pressemitteilung bringt die Meinung der Stiftung Naturschutz zum Ausdruck und nicht notwendigerweise die Meinung des Fördergebers der EU-Kommission.